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Pressespiegel

06Okt

Lübecker Nachrichten vom 6. Oktober 2016

Grüne Oase für die südliche Innenstadt. Planungsbüro stellt familienfreundliches Konzept für Quartier zwischen Mewes- und Bahnhofstraße vor.

Begehung des Quartiers zwischen Bahnhof und Fußgängerzone: Stadtplanerin Kerstin Langmaack erläuterte den Stadtpolitkern die bautypologischen

Besonderheiten. „Hier gibt es viele Anbauten und Schuppen mit erheblichem Sanierungsbedarf.“ Förderungen seien möglich. Fotos: Matzen

Von Britta Matzen Bad Oldesloe. Bad Oldesloes Innenstadt soll schöner werden. Dafür setzen sich Politiker bereits seit 2007 ein. „Stadtumbau West“ heißt das Förderprogramm, mit dem nicht der westliche Teil der Stadt, sondern die südliche City umgestaltet wird. Zahlreiche Maßnahmen haben das Stadtbild bereits verändert: Die Fußwegverbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt über die Reimer-Hansen- und Bahnhofstraße wurde aufgewertet, die Bahnhof- und die Brunnenstraße wurden neu gestaltet, Autofahrer freuen sich über einen neuen Kreisverkehr, und jüngst hat man das KuB eingeweiht – als Meilenstein des „Stadtumbau West“. Schluss ist mit der Sanierung der südlichen Innenstadt aber noch lange nicht. Als nächste Maßnahme steht die Umgestaltung eines ganzen Quartiers an – und zwar des 1,6 Hektar großen Areals zwischen Bahnhofstraße, Brunnenstraße, Mewesstraße und Reimer-Hansen- Straße. Vorausgesetzt, die Eigentümer machen mit. „Wir haben es hier mit Parzellierung und einer Vielzahl von Eigentumsverhältnissen zu tun“, erklärte Stadtplanerin Kerstin Langmaack vom Planungsbüro BCS Stadt und Region in Lübeck am Dienstag den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses bei einer Begehung. Auf der einen Seite (Mewes-und Reimer-Hansen-Straße) befinden sich Wohnblöcke, die in der Nachkriegszeit auf die Schnelle für wenig Geld errichtet wurden. „Das sind billige Wohnungen in Oldesloe“, meinte dazu Wilfried Janson von den Grünen. Dahinter schließt sich ein Verwaltungsgebäude an. Der nördliche und westliche Bereich (Bahnhof- und Brunnenstraße) weist eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe auf. Kennzeichnend sind dabei lange, schmale Grundstücke, auf denen zum Teil eine Vielzahl von Gebäuden, Anbauten, Schuppen und Garagen errichtet wurden. Die Freiflächen im Innenbereich sind dabei wenig charmant gestaltet. „Die typische geschützte Hinterhofsituation ist hier nicht vorhanden. Es gibt kaum Grünflächen, wo man sich aufhalten kann“, so Kerstin Langmaack. Stattdessen wurden die Flächen versiegelt und als Parkplätze ausgewiesen. „Wenn es regnet, dann steht hier das Wasser“, weiß die Planerin. Wie kann nun die Zukunft des Quartiers, das so prominent zwischen Bahnhof und Fußgängerzone liegt, aussehen? „Mieter und Eigentümer wünschen sich auf keine Fall eine massive Bebauung, stattdessen viel Grün, ein vernünftiges System für Parkplätze und eine Lösung für die Entwässerungsproblematik – das haben zwei Bürgerwerkstätten ergeben“, informierte Langmaack. Entsprechend hat das Planungsbüro BCS einen Entwurf erarbeitet, den Langmaack mit ihren Mitarbeiterinnen Anika Slawski und Stephanie Eilers nach der Begehung dem BPA präsentierte. „Unsere Idee ist es, einen Blockrand herauszustellen, den Innenbereich freizulassen und von der Straße, dem Lärm und der Öffentlichkeit abzuschirmen“, erläuterte Eilers. Dazu müssten die zweigeschossigen Wohnblöcke aus der Nachkriegszeit abgerissen und durch einen L-förmigen Neubau ersetzt werden. Geplant seien auch Pflanzkästen fürs Gärtnern der Anwohner, Spielgeräte für Kinder und Sitzmöglichkeiten zum Verweilen. „Es geht auch nicht darum, Anbauten abzureißen. Man kann mit kleinen Veränderungen wie etwa einem Gründach sein Eigentum aufwerten“, so Slawski. Wichtig zu wissen: Eine Förderung für private und öffentliche Maßnahmen sei möglich. Auch der Verkehr soll gebündelt werden. „Der Innenbereich wird nicht mehr mit Stellplätzen zugepflastert. Mehr Begrünung ist unsere Empfehlung“, so Eilers. Garagen sollten abgerissen und Stellplätze in eine Tiefgarage unter dem geplanten Neubau verlagert werden. Doch hier scheinen die Pläne zu scheitern. Ehepaar Krull, das Parkplätze auf dem Gelände vermietet, meldete sich zu Wort. „Vielleicht sollten Sie die Eigentümer mal fragen. Wir sind nicht bereit zu verkaufen.“ Somit wird es wohl erst mal nichts mit dem neuen innerstädtischen Grün.

Baustelle Bahnhofstraße

 

Im Frühjahr 2011 wurde die Baustelle rund um die Bahnhofstraße eingerichtet. Lärm, Staub, Sandberge – Anwohner und Geschäftsleute waren über Monate gebeutelt. Parkplätze waren so gut wie nicht vorhanden, Kunden blieben aus. Umsatzeinbußen von mehr als 50 Prozent waren zu beklagen. „Durch die Bauarbeiten haben viele der Häuser Risse davon getragen. Doch die Stadt will nichts davon wissen“, beklagt sich eine Anwohnerin. Es sollen seitdem auch vermehrt Probleme mit der Entwässerung auftreten.