Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

29Sep

Lübecker Nachrichten vom 29. September 2016

Bad Oldesloe:Wechsel an der SPD-Fraktionsspitze Diplomfinanzwirt Björn Wahnfried (38) löst die langjährige Vorsitzende Maria Herrmann (57) ab / Sie bleibt aber Mitglied.

Eingespieltes Team: Maria Herrmann gibt den SPD-Fraktionsvorsitz an Björn Wahnfried ab. Foto: dvd

Bad Oldesloe. Die Oldesloer Stadtverordnete  Maria Herrmann hat  ihr Amt als SPD-Fraktionsvorsitzende  niedergelegt. Zum Nachfolger  wurde Björn Wahnfried bestimmt.  Der Diplomfinanzwirt ist seit 2008  Stadtverordneter und damit genauso  lange wie seine Vorgängerin.  Die Funktion als Leiter des Finanzausschusses  will Wahnfried beibehalten. 

Schon Anfang des Jahres, lange  vor der Bürgermeisterwahl, sei ihr  klargeworden, dass sie eine Veränderung  brauche, begründete Maria  Herrmann ihren Schritt. Da habe  sie beschlossen, definitiv aufzuhören,  egal wie die Wahl ausfallen würde. Überdies habe sie fünf Jahre  lang Fraktionsarbeit geleistet,  nun müssten einmal die Jüngeren ran. Außenstehenden sei oft nicht  bewusst, wieviel Engagement damit  verknüpft sei. „Wenn ich eine  Fraktionssitzung leiten soll, muss  ich in allen Themen firm sein. Ich  war deshalb relativ viel in anderen  Ausschüssen, habe an Haushaltsberatungen  teilgenommen, um alles  besser zu durchblicken“, sagte  Herrmann. Zudem habe sie oft  selbst Informationen aufbereitet  und in die Verwaltung getragen  wie beim geplanten Radhaus. Mitglied  der Fraktion bleibe sie aber. 

Ganzfreimütig gibt Marian Herrmann  zu, dass ihr das Diplomatische  nicht so liege. „Ich rede gern  Klartext. Alles andere strengt mich  an“, erklärt sie und verweist darauf,  dass Wahnfried eher die Stärke  besitze, Ruhe zu bewahren. „Ich  bin weniger direkt, das ist gewiss.  Aber wir stehen für dieselben Dinge“,  sagte der neue Fraktionschef.  Seine Devise sei es, den Argumenten  der anderen genau zu folgen,  denn Sachverhalte seien oftmals  viel komplizierter und differenzierter  als manch einer glaube. „Deshalb  verfangen populistische Aussagen  ja so gut, weil die Leute den  Hintergrund nicht kennen“, sagt  Wahnfried. Diesen Vorwurf müsse  sich die SPD-Fraktion nicht machen  lassen, da sie sich eingehend  mit der jeweiligen Materie befasse. 

Zu den großen Themen, die es in  Zukunft zu bewältigen gilt, zählt  Wahnfried zunächst den Haushalt  der Stadt. Er machte aber deutlich,  dass er nicht in jeder Beziehung  den Rotstift für angemessen hält.  Für die Sanierung von stadteigenen  Gebäuden wie etwa der alten  Volkshochschule in der Königstraße  müsse schon Geld in die Hand  genommen werden. Sonst laufe die  Stadt Gefahr, alles kaputtzusparen.  Wichtig sei aber auch, dass die  Integration der Flüchtlinge gelinge  und die Ehrenamtlichen, die  „wahnsinnig viel leisten“, Unterstützung bekommen.  Deshalb müsse  eine Anlaufstelle für sie geschaffen werden. 

Nicht zuletzt betrachtet die  SPD-Fraktion es als vordringliche  Aufgabe, politische Weichen für einen  sozial verträglichen Wohnungsbau  zu stellen. Mit der Bindung,  dass am alten VHS-Standort  zu 30 Prozent sozialer Wohnungsbau  betrieben werden solle, sei  schon ein Zeichen gesetzt, sagte  Herrmann. Der Bedarf liege aber  höher, sagte Wahnfried. Er schätzt,  dass 1000 erschwingliche Wohnungen  gebraucht werden. dvd