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Pressespiegel

23Sep

Lübecker Nachrichten vom 23. September 2016

Nutzen oder Abreißen? Medizinisches Bad steht leer. SPD-Fraktion schlug im Oldesloer Hauptausschuss vor, das Gebäude Vereinen zur Verfügung zu stellen.

Wie das Gebäude am Oldesloer Trave-Bad genutzt werden soll, ist weiterhin offen. Foto:Archiv

Bad Oldesloe. Seit Jahren steht das einstige medizinische Bad am Konrad- Adenauer-Ring in Bad Oldesloe leer. Die Idee aus dem vergangenen Jahr, es als Unterkunft für Flüchtlinge auszubauen, hatte sich inzwischen erübrigt, da der Bedarf zurückgegangen ist. Nun hat die SPD-Fraktion im Hauptausschuss den Vorschlag gemacht, das Haus so herzurichten, dass Vereine es nutzen können.

Fraktionschefin Maria Herrmann erklärte, dass es sicherlich besser sei, Gebäude kostenlos zur Verfügung zu stellen als es weiterhin leer stehen zu lassen. Als Nutzer komme etwa die DLRG in Frage, deren jetziges Domizil in keinem guten Zustand sei. Es herzurichten verursache enorme Kosten. Deshalb solle dem Verein frühzeitig eine Alternative geboten werden.

„Meines Wissens ist sanieren teuer, selbst wenn wir die billigste Ausstattung wählen“, hielt Birgit Reichardt-Mewes (CDU) dem entgegen. Mit dieser Variante werde die Stadt keine Erlöse erzielen. Diese zusätzlichen Kosten könne sich die Stadt in der angespannten Lage nicht leisten.

Eigentümer der Immobilie sind die Stadtwerke Bad Oldesloe. Deren Geschäftsführer, Jürgen Fahl, erinnerte daran, dass er bereits eine Idee vorgestellt hatte. Nach seinem Dafürhalten würde sich eine gewerbliche Nutzung von Firmen und Dienstleistern, die sich den Themen Gesundheit und Sport widmen, anbieten. „Dann ließe sich die Investition auch refinanzieren. Ich schätze das nach wie vor als realistisch ein. Natürlich ist auch ein Risiko damit verbunden“, sagte Fahl. Ein Verkauf der Immobilie kommt ihm zufolge nicht in Frage, da sich im Kellergeschoss die Umkleidekabinen des Travebades befinden.

Fahl gab auch zu bedenken, dass am Gebäude nicht so viel verändert werden dürfe, wenn die Stadt keine hohen Kosten riskieren wolle. „Sobald ein Bauantrag gestellt werden muss, trifft uns das Gesetz mit voller Härte. Eine komplette wärmetechnische Sanierung wäre dann etwa nötig“, erläuterte der Stadtwerke-Leiter.

Angesichts dieses Dilemmas wurde sogar erwogen, ob es nicht sinnvoller sei, das aus den 1970er Jahren stammende Gebäude lieber abzureißen, als in seine Sanierung zu investieren. Jürgen Fahl wurde damit beauftragt zu erkunden, wie hoch der finanzielle Aufwand wäre. Maria Herrmann zog ihren Vorschlag bis auf weiteres zurück. Wenn Zahlen vorliegen, soll im Dezember auch über den Abriss als mögliche Variante diskutiert werden. dvd