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Pressespiegel

23Jul

Stormarner Tageblatt vom 23. Juli 2016

Stormarner Wochenschau

Wiedenroth

Verantwortung ist ja so eine Sache

Tradition Oha, was war die Aufregung groß. Nach Jahrzehnten, nach Generationen, wurde der Vogelschießer-Zeltwirt buchstäblich vom Exer gejagt. Böser Bruch mit der Tradition, was wurde da nicht alles gemosert. Und jetzt? Eigentlich nur glückliche Gesichter. Was da auf dem Platz geboten wurde, sah gut aus, schmeckte gut, hörte sich gut an. Was will man mehr? Keiner redete davon, dass früher alles besser war. Klar läuft nicht im ersten Anlauf alles geschmeidig. Aber mit den gemachten Erfahrungen und kleinen Korrekturen, wird es nächstes Jahr bestimmt noch besser.

Verkehrte Welt Skandal am Kirchberg. Demo des St.-Jürgen-Personals beim Vogelschießer-Umzug. Dürfen die das? Klar dürfen sie! Und es ist nicht nur verständlich, sondern gut, wenn sie ihren Unmut kundtun. Sie haben dem Heim bis zum letzten Moment die Treue gehalten und kriegen dafür nicht nur die Kündigung, sondern müssen auch ohne Gehalt auskommen. Die Stiftung rettet sich unter den Schutzschirm und das Personal guckt in die Röhre. Ihr habt eure Schuldigkeit getan, zum Dank gibt es einen Tritt in den Allerwertesten. Da kann einem schon mal die Hutschnur hochgehen.

Aber wenn man demonstriert, sollte man schon wissen, gegen wen sich die Wut richten muss. Die Oldesloer Stadtverordneten sind jedenfalls die falschen Adressaten. Die wollten helfen und mussten sich vom Vorstandsvorsitzenden Rainer Fehrmann belehren lassen, dass die Stiftung eigenständig sei. Der Vorstand hat es ganz alleine verbockt. Falsche Weichenstellungen müssen eventuell auch Vorgänger-Vorständen angelastet werden. Als nicht mehr zu verheimlichen war, dass der Karren St. Jürgen nicht mehr flott zu kriegen ist, sollte die Stadt einspringen und mal eben 400 000 Euro überweisen – als Vorschuss für weitere Millionenzahlungen. Dass das ohne konkretes Konzept und saubere Haushaltsordnung nichts wird, hätte jedem klar sein müssen. Und selbst wenn die Stadt es möglich gemacht hätte, am Aus für das Pflegeheim hätte das nichts geändert. Trotzdem werden die Stadtverordneten ausgepfiffen und Vorstands-Chef Fehrmann umarmt tröstend die Mitarbeiter. Verkehrte Welt.

Verbohrt „Kindergarten - bitte freiwillig 30 fahren“ steht auf Schildern, die die CDU Glinde im Holstenkampf und der Kaspovar-Spange aufgestellt. In deer Gemeinde gehen die Eltern seit Wochen auf die Barrikaden, weil der Kreis angeordnete hat, dass die Tempo-30-Zone dort aufzuheben ist. Fast 20 Jahren hatte Verkehrsaufsicht das geduldet, obwohl im Holstenkamp die Voraussetzungen für eine Tempo-30-Zone fehlen. Durch den Bau der Kaspovar-Spange wurde der Holstenkamp zudem zu einer Durchgangsstraße. Nun darf man auf 500 Meter von zwei Kilometern 50 fahren darf, denn vor Schulen und sogar Kindergärten blieb es bei Tempo 30. Trotzdem wird in Glinde so getan, als stünde der Untergang des Abendlands bevor. Dabei sieht die geltende Rechtslage vor Kindergärten nicht mal Tempolimits vor. Aus gutem Grund: Dreijährige kommen nicht zu Fuß in die Kita.In Glinde fordern sie sogar Tempo 30 auf der rückwärtigen Seite eines Kindergartens. Diese Verbots-Ideologie entlässt den Verkehrsteilnehmer genau aus der Verantwortung, die man von ihm einfordern muss. Warum sollte man 30 fahren, weil hinter dem Zaun ein Kindergarten ist? Aber man sollte tunlichst langsam fahren, wenn man kleine Kinder am Straßenrand sieht, egal ob dort 50 oder sogar 100 km/h erlaubt sind.

Verbohrt Man weiß nicht, was in den Köpfen der Kupferdiebe vorgeht, die sich nicht scheuen, Bahnlinien komplett lahmzulegen. Von den DB-Warnungen, dass die 15 000 Volt lebensgefährlich sind, lassen sich die Täter nicht aufhalten. Vielleicht, hat sich unser Karikaturist gedacht, hilft je eine Gauner-BG.

Rolf Blase, Andreas Olbertz