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Pressespiegel

27Jul

Stormarner Tageblatt vom 27. Juli 2016

Oldesloer Innenstadt bekommt freies Internet. Stadtwerke rüsten Fußgängerzone mit Hotspots aus / Technik bis Herbst einsatzbereit.

Bad Oldesloe Das ist doch mal eine gute Nachricht: Die Stadtwerke (VSG Media) werden die Oldesloer Innenstadt für eine WLAN-Versorgung mit Hotspots ausrüsten.

Die Stadt hatte sich an dem bundesweiten Wettbewerb „digitale Innenstadt“ von eBay und Handelsverband beteiligt. Die Siegerstadt wäre unter anderem mit kostenlosen Funkzugängen ins Internet ausgestattet worden. Doch der Preis geht nach Diepholz. Oldesloe guckt in die Röhre und muss sich deshalb selber um die WLAN-Versorgung kümmern.

„Wir haben eine Vereinbarung mit der Stadt getroffen“, sagt Geschäftsführer Marius Lembicz. Wie Bürgermeister Tassilo von Bary erklärt, verfügt die Stadt bereits über eine Glasfaser-Standleitung vom Stadtwerke-Gebäude zum Rathaus – noch aus Zeiten, als es die VSG-Media nicht gab. „Die übertragen wir an die Vereinigten Stadtwerke und im Gegenzug statten die Innenstadt mit WLAN aus“, so von Bary.

Als im vergangenen Jahr in der Hindenburgstraße die Gasleitung erneuert werden musste, seien bereits entsprechende Vorarbeiten erledigt worden. „Als da so wild gebuddelt wurde, wurde gleich ein Glasfaserleerrohr mitverlegt“, sagt der Verwaltungschef. Drei bis vier Sender müssten installiert werden. „Damit wird die ganze Innenstadt ausgeleuchtet“, so Lembicz. Bis Herbst soll die Technik einsatzbereit sein. Eine halbe Stunde täglich wird die Funkverbindung zum Internet für alle kostenlos sein. „In der Regel sollte das ausreichen“, findet Lembicz. Wer mehr braucht oder möchte, kann dafür „Tickets“ kaufen. Die Abrechnung erfolgt mit einer eigenen App über Paypal. Für Stadtwerke-Kunden wird der Service komplett kostenlos sein. Höchstwahrscheinlich werde die Kostenpflicht erst im kommenden Jahr eingeführt. Solange bleibt der Internetzugang für alle kostenlos.

Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, wird feststellen, dass es bereits jetzt Punkte gibt, wo geballt Menschen mit ihren mobilen Endgeräten online sind: Vor dem Stadthaus, auf dem Kirchberg, an der Bücherei ... im wahrsten Sinne des Wortes Hotspots. Diese werden durch das Freifunk-Netz, dem sich unter anderen die Stadt angeschlossen hat, ermöglicht. Freifunk basiert darauf, dass Privat- oder Geschäftsleute spezielle Router aufstellen und damit jedermann Zugang zum Internet ermöglichen. „Freifunk ist kein Hotspot Netzwerk“, macht Kaj-Simon Töde von Freifunk Stormarn deutlich: „Freies Internet ist nur einer von mehreren Bestandteilen unseres Netzwerks. Unser Ziel ist es, ein möglichst flächendeckendes Netzwerk aufzubauen. Quasi ein Internet neben dem Internet. Ohne Zensur, selbst kontrollierte Dienste von den Bürgern. Dazu möchten wir völlige Barrierefreiheit, was den Zugang zu unserem Netzwerk angeht. Daher kein Passwort, keine vorgeschaltete Webseite. Einfach am Handy, Laptop what ever einloggen und los legen.“ Die einzelnen Router verbinden sich untereinander zu einem so genannten „Mesh“-Netzwerk.

Die Geräte senden unter dem Namen „stormarn.freifunk.net“. Seitenaufrufe werden vom Router über eine speziell gesicherte Verbindung, einen virtuellen Tunnel, in die Niederlande geleitet und gelangen erst dort ins Internet. Auf diese Weise wird auf legale Weise die Störerhaftung umgangen – derjenige, der den Router bereitstellt, kann also nicht für eventuellen Missbrauch durch die Nutzer zur Verantwortung gezogen werden. Andreas Olbertz

Weitere Informationen im Internet unter https://www.freifunk-stormarn.de