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Pressespiegel

22Jul

Stormarner Tageblatt vom 22. Juli 2016

Demo und sengende Sonne beim Oldesloer Vogelschießen

Bad Oldesloe

Das hat es beim Oldesloer Vogelschießen vermutlich noch nicht gegeben: Vor St. Jürgen, wo sonst ein kleines Platzkonzert gespielt wurde, gab es diesmal ein gellendes Pfeifkonzert. Teile des Heim-Personals empfingen die Stadtverordneten mit Trillerpfeifen, um ihrem Unmut Luft zu machen. Obwohl sich die Stiftung unter einen Schutzschirm rettet, gucken sie in die Röhre und bekommen kein Gehalt. Da kann man schon mal wütend werden, wenn auch nur die drei Vorstandsmitglieder unter den Stadtverordneten die richtigen Ansprechpartner gewesen wären. Dort, wo sonst die alten Herrschaften saßen und den Umzug verfolgten, standen diesmal leere Rollstühle, Fotos erinnerten an besser Zeiten und auf einem Transparent wurde der Umgang mit den Oldesloer Werten kritisiert.

„Ich fand das nicht so passend“, sagt Vogelschießer-Vorsitzende Sabine Prinz. Aber davon abgesehen strahlte die Rektorin der Stadtschule übers ganze Gesicht, denn die Neuausrichtung des Vogelschießens scheint sehr gut angenommen worden zu sein. Der Vogelschießer-Verein hatte bekanntlich dem alten Zeltbetreiber König aus Lübeck gekündigt. Stattdessen wurde Axel Sesiani verpflichtet. Und mit ihm auch gleich ein ganz neues Konzept, mit dem dem angestaubten Vogelschießen ein frischeres Image verpasst werden soll. Das ist gut angekommen.

Die Spielangebote waren dicht umlagert. An den Buden war zumindest bis zum frühen Abend nicht übermäßig viel Andrang, aber der „wertige Eindruck“ wurde gelobt. Die neue Aufteilung auf dem Exer kam durchweg gut an. „Das Wetter ist auf dem Platz ja gnadenlos“, fand Kulturmanagerin Inken Kautter. Viele Besucher verzogen sich in den Schatten oder zur Kinderdisco in die Stormarnhalle. Die Live-Musiker im Festzelt standen da teilweise auf verlorenem Posten. Inken Kautter: „Es war uns klar, dass es ein paar Jahre dauert, bis das richtig angenommen wird. Aber über den Nachmittag werden wir noch mal reden müssen.“ Vermutlich würde es helfen, das Live-Programm etwas nach hinten zu verlegen.

Sonnenschein beim Vogelschießen ist grundsätzlich eine feine Sache. Aber es kann auch leicht zu viel werden. Es war auffällig, wie stark bereits am Morgen schattige Stellen frequentiert waren. Die Kinder und Musiker im Umzug mussten unterwegs mit Getränken versorgt werden. Der Schweiß floss bei einigen in Strömen. Vielleicht war die Wetterlage auch der Grund, warum der Zug kürzer wirkte als in den Vorjahren. Besonders von der Ida-Ehre-Schule schien nur eine kleine Rumpftruppe angetreten zu sein.

Auch beim eigentlichen Vogelschießen der Jugendlichen bevorzugten die Zuschauer die schattigeren Bereiche unter den Bäumen. Ob sich die brennende Sonne auf die Treffsicherheit auswirkte? Bei den Mädchen ganz sicher nicht. Schon im zweiten Endrundendurchgang fiel der Corpus. Celine Kahl von der Theodor-Storm-Schule landete den entscheidenden Treffer und wurde Königin. Bei den Jungen dauerte es etwas länger. Justus Neumann von der Schule am Masurenweg sicherte sich mit einem Treffer den Titel. Andreas Olbertz