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Pressespiegel

13Nov

Neue Straße, altes Problem

Drosselweg soll für 300 000 Euro erneuert werden / An Parkplatzsituation wird sich nichts ändern

Drosselweg

Stormarner Tageblatt vom 13. November 2013

Bad Oldesloe

Die Straße ist wahrlich kein Schmuckstück mehr: der Bürgersteig eine Buckelpiste und die Fahrbahn eine Aneinanderreihung gestopfter Schlaglöcher. Doch im nächsten Jahr soll der Drosselweg komplett erneuert werden. Die Verwaltung schätzt die Kosten auf etwa 300 000 Euro. Weil der Drosselweg eine reine Anliegerstraße ist, müssen die Grundstückseigentümer 85 Prozent der Summe aufbringen - und da werden sie natürlich hellhörig.

Nachdem den Besitzern die Planung bereits Ende September vorgestellt worden war, nutzten viele Anlieger jetzt die Gelegenheit, im Bauausschuss Fragen zu klären und Bedenken aus dem Weg zu räumen: Geht es nicht billiger, ändert sich etwas am Kostenschlüssel, wenn der Drosselweg zur Spielstraße wird, beteiligen sich auch die Stadtwerke an den Kosten, was wird sich an der Parkplatzsituation ändern?

Von der Art her wird der Drosselweg bleiben wie er ist. Die Fahrbahn soll zukünftig allerdings gepflastert werden, der Bürgersteig wird sich daran fast nahtlos anschließen, lediglich durch einen etwa drei Zentimeter hohen, abgerundeten "Bordstein" getrennt. Die Pflasterung ergebe ein sehr viel wohnlicheres Bild, erläuterte Klaus-Peter Scharnberg, Leiter der Tiefbauabteilung. Wohnlich hin oder her, bei den Kosten hört der Spaß bekanntlich auf. Scharnberg konnte die Eigentümer beruhigen. Eine "Kostenschätzung auf sehr hohem Niveau" habe ergeben, dass die Pflasterung lediglich 3000 Euro teurer sei. "Angesichts von 300 000 Euro Gesamtkosten finde ich, dass beides gleich teuer ist", führte der Tiefbauer aus.

Eine Garantie, dass es bei den 300 000 Euro bleibe, könne allerdings niemand geben. Die Verwaltung habe den Anspruch, trotz des noch frühen Planungsstadiums, den Betroffenen konkrete Zahlen zu nennen. "Einen Aufschlag von 25 Prozent können wir uns nicht leisten", versprach Scharnberg. Letztlich seien aber alle vom Ausschreibungsergebnis abhängig.

Wenn die Straße neu gebaut werde, sei es nur logisch, dass dann auch die Kanäle der Stadtwerke erneuert würden. Trotzdem können den Stadtwerken aber nicht die kompletten Kosten aufgebürdet werden. Es sei gängige Rechtsprechung, dass beide Seiten von so einer Kooperation profitieren müssten.

Großer Knackpunkt im Drosselweg ist die Parkplatzsituation. Für die Menge der Menschen, die da wohnen, reichen die Stellplätze einfach nicht. Daran wird auch der Umbau nichts ändern. Im Gegenteil: Wenn mehr Hauseigentümer als bislang Anspruch auf Auffahrten erheben, werden zwangsläufig öffentliche Parkplätze wegfallen. Für die Hauseigentümer sind die Mieter in den Blocks der Genossenschaft Ursache des Übels. "Wie lösen die Oldesloer Wohnstätten den Parkplatzbedarf ihrer Mieter?" , wollte denn auch Henrike Göttsch wissen. Es wurde kurzerhand die Forderung aufgestellt, die Gärten der Genossenschaftswohnungen zu Parkplätzen zu machen. Bürgermeister Tassilo von Bary macht deutlich, dass es keinerlei rechtliche Handhabe gebe: "Die Baugenehmigung stammt aus den 60er Jahren. Ich glaube nicht, dass es damals schon eine Stellplatzverordnung gab."

Auf Nachfrage erklärte Genossenschaftsvorstand Jürgen Stahmer: "Wir machen uns Gedanken, wie wir eine Lösung hinbekommen, aber wir sind noch nicht so weit, darüber zu sprechen." Stellplätze statt Garten lehnte er ab. "Die sind eine Grün- und Ruheoase der Menschen", führte er aus. Obwohl es sich bei den Gebäuden um die ältesten Wohnungen der Genossenschaft handele, seien sie sehr beliebt. Stahmer: "Wir haben Mietsuchende, die sich explizit um diese Wohngegend bewerben." Überlegungen, die Bauten abzureißen, erklärte er deshalb eine Absage. "Kurzfristig ist daran überhaupt nicht zu denken", so Stahmer. Andreas Olbertz