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Pressespiegel

22Apr

Stormarner Tageblatt vom 22. April 2016

Es bleibt bei „dasKUB“. 60 Vorschläge zeitweise verloren – wegen E-Mail-Panne musste Namens-Jury erneut beraten.

Bad Oldesloe Das ist ja schon mal ganz großartiges Theater: Die Jury zur Namensfindung für das zum Kultur- und Bildungszentrum umgebaute Amtsgericht musste noch mal tagen. Durch einen Zufall war herausgekommen, dass wegen eines Server-Problems einige E-Mails „verlorengegangen“ waren. 60 Namensvorschläge, die es nicht auf die Liste der Jury geschafft hatten – das birgt theoretisch viel Zündstoff. Von „Aquarium“ über „Komet“ und „Palast“ bis „Zielgerade“ – na ja, praktisch wohl eher nicht.

Oldesloes Kulturmanagerin Inken Kautter versuchte das Beste aus der verkorksten Situation zu machen: Die Jurymitglieder wurden kurzerhand erneut zusammengerufen. Per Telefonkonferenz wurde über die neue Lage gestern abermals beraten, so dass sich niemand beschweren kann, Vorschläge seien unter den Tisch gekehrt.

Natürlich kam bei der Gelegenheit auch die heftige Kritik am Namensvorschlag „dasKUB“ zur Sprache. „Mit Gegenwind hatten wir gerechnet. Uns zu einem Richtungswechsel zu bewegen, hat nicht funktioniert“, sagt Jury-Mitglied Stefanie Ross, Oldesloer Autorin. Dementsprechend seien die „neuen“ Vorschläge unter den gleichen Aspekten wie bei der ersten Jury-Sitzung beraten und auch diskutiert worden.

Aber nach knapp einer Stunde kam kein neues Ergebnis heraus. Die Jury bleibt einstimmig bei ihrem Vorschlag: dasKUB. „Werbetechnisch und als Konzept für die Bezeichnung der anderen Räume hat der Begriff überzeugt“, sagt die Schriftstellerin, die zugibt, mit dem rangezogenen Artikel alleine auch so ihre Probleme zu haben. Ross: „Im Sprachgebrauch kann ja jeder weiter Kub sagen.“

War es das jetzt? Am Montag wird der Hauptausschuss tagen und am Mittwoch fällen die Stadtverordneten die Entscheidung. Die beiden großen Lager sind unterschiedlicher Meinung. Host Möller (CDU): „Wir lehnen ab, was die Kommission ausgemeiert hat. Aber die Begründung übernehmen wir, die ist gut: Das Ding heißt seit Jahren KuB. Dabei bleiben wir, dazu wird von uns ein Antrag kommen.“

„Ich finde den Vorschlag nicht wirklich sonderlich kreativ. ‚Uns ist nix eingefallen, also verkaufen wir es mit dem Artikel als originell‘, ne, da hätte ich was Besseres erhofft“, räumt Maria Herrmann (SPD) ein: „Aber wir stehen zu dem, was wir gesagt haben. Das ist das Ergebnis der Bürgerbeteiligung und nur weil mir der Name nicht gefällt, werden wir nicht dagegen stimmen.“ Ausgang völlig offen.

Andreas Olbertz

Meinung

Standhaft

Ja, „dasKUB“ ist ein denkbar blöder Name. Ja, es gibt kaum Befürworter für diesen Vorschlag. Mal ganz ehrlich: Na und?

Die Jury hat ihren Auftrag erledigt: Sie hat einen Namen präsentiert. Aufgabe war es nicht, einen Vorschlag zu machen, der den Politikern (und auch sonst allen) genehm ist. Im Idealfall hätte das zwar passieren können, ist es aber nicht. Das müssen wir Oldesloer jetzt so hinnehmen, und die Jurymitglieder müssen damit leben, dass sie nicht mit Komplimenten überschüttet werden. Lob gebührt ihnen aber trotzdem, nicht gleich beim ersten Gegenwind eingeknickt zu sein. Das wäre jämmerlich gewesen.

Andreas Olbertz, Redakteur
Kontakt zum Autor: ol@shz.de