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Pressespiegel

07Apr

Lübecker Nachrichten vom 7. April 2016

Bundespolizei sichert am Demotag Züge und Bahnhof ab. Sicherheitskonzept für Zugverkehr: Reisende sollen nicht belästigt werden.

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Nicht nur das Bündnis gegen Rechts, auch die Polizei bereitet sich auf die für den 16. April angemeldete Kundgebung einer rechtsextremen Gruppierung in Bad Oldesloe (Bahnhof, 12 Uhr) vor. Derzeit wird noch an einem Sicherheitskonzept gearbeitet.

„Wir stimmen uns eng mit den anderen Dienststellen ab und werden selbst mit genug Personal im und um den Bahnhof herum präsent sein“, sagt Gerhard Stelke, Sprecher der Bundespolizei. Zudem würden auch die Regionalzüge aus Hamburg und Lübeck von Polizisten begleitet, um Sorge zu trage, dass niemand von den Reisenden belästigt werde. „Wir haben ein Auge darauf, wenn jemand Unfriedliches mitfährt“, sagte Stelke. Um angemessen reagieren zu können, greife das Planungsteam auf die Erfahrungen mit ähnlich gelagerten Veranstaltungen zurück. Auch die Zahl der angemeldeten Kundgebungen sei ausschlaggebend dafür, in welcher Stärke die Polizei präsent sein werde.

Unterdessen haben sich noch mehr Unterstützer dem Aufruf des Bündnisses gegen Rechts angeschlossen. Laut Sprecher Walter Albrecht sind der Sportverein Türkspor sowie Schanze, Oldesloer Tafel und Musikschule für Stadt und Land neu hinzugekommen. Sie alle haben die gemeinsame Erklärung für ein weltoffenes und tolerantes Bad Oldesloe sowie gegen Volksverhetzer und Ausländerfeinde unterschrieben.

Das gilt auch für den Bezirk Südholstein von Verdi. Die Gewerkschafter werden sich nicht nur der Gegendemonstration anschließen, sondern planen auch eine eigene Aktion im Stadtgebiet. „Wir haben einen Stand in der Bahnhofstraße vor unserem Büro angemeldet“, kündigt Landesfachbereichssekretärin Sabine-Almut Auerbach aus Neumünster an.

Gerüchten zufolge, dass es im VfL Oldesloe interne Streitigkeiten gibt, weil die Spitze des Sportvereins sich hinter das Bündnis gegen Rechts gestellt hat, wies Vize-Vorsitzende Gudrun Fandrey ganz klar zurück. „Der VfL Oldesloe engagiert sich in keiner Weise politisch. Aber wir sehen es als die Pflicht eines jeden Demokraten an, die Aktion ideell zu unterstützen“, sagte sie. Der Vorstand habe darüber intensiv diskutiert und sei zu diesem Entschluss gekommen. Immerhin trainierten im VfL auch Sportler verschiedenster Nationalität und ihnen müsse unbedingt ein geschützter Raum geboten werden. „Es ist uns wichtig, dass sich die Fehler der deutschen Geschichte nicht wiederholen und Menschen diskriminiert werden, weil sie anderer Herkunft sind“, sagte Fandrey. Kein VfL-Mitglied werde genötigt, die Demonstration zu besuchen. Es sie die Freiheit jedes einzelnen, hinzugehen oder nicht.

Inzwischen liegt auch die Marschroute der Gegendemonstration vor. Um 9 Uhr treffen sich alle am Parkplatz Mommsenstraße. Von dort aus geht es um 10.30 Uhr über Bergstraße, Sülzberg, Kurparkallee, Königstraße und Hindenburgstraße durch die Fußgängerzone. Kundgebungen mit offiziellen Ansprachen gibt es zunächst an der Ecke Besttor-, Brunnen- und Bahnhofstraße gegen 11.30 Uhr und zum Abschluss noch einmal am Parkplatz in der Mommsenstraße. Die Demonstration wird von der Polizei eskortiert und geschützt.

Zug durch die Innenstadt

1000 Gegendemonstranten hat das Oldesloer Bündnis gegen Rechts für den 16. April angemeldet.

30O OIrdner stellt das Bündnis, um für den korrekten Ablauf der Demonstration
durch die Oldesloer Innenstadt zu sorgen.

9 Uhr treffen sich alle Teilnehmer am Parkplatz Mommsenstraße. Von dort aus geht es über Bergstraße, Sülzberg, Königstraße, Hindenburgstraße, zur Kreuzung Besttor-/Bahnhofstraße, wo eine Kundgebung stattfindet.