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Pressespiegel

01Mär

Lübecker Nachrichten vom 1. März 2016

Poller sollen die Fußgängerzone sichern. Bauarbeiten in Bad Oldesloe beginnen Ende des Monats – Debatte um Einschränkung des Individualverkehrs.

Von Britta Matzen Bad Oldesloe. Bald wird die Oldesloer Innenstadt wieder den Fußgängern gehören. „Ende März, Anfang April sollen die Poller in der Fußgängerzone eingesetzt werden“, teilt Bauamtsleiter Thilo Scheuber mit. An vier Stellen sollen in der Hindenburg- und in der Mühlenstraße jeweils ein elektronisch versenkbarer und zwei starre mechanische Poller installiert werden. Kostenpunkt: 83 000 Euro. Die alljährliche Wartung soll 5000 Euro kosten.  

Ein Befahren der Fußgängerzone ist dann lediglich dem Anlieger und Lieferverkehr sowie Stellplatzinhabern während der Lieferzeiten von 6 bis 10.30 Uhr und von 18 bis 22 Uhr gestattet. Darüber hinaus ist Schwerbehinderten das Befahrender Fußgängerzone während der Lieferzeiten erlaubt, sofern diese im Besitz einer Parkerleichterung für Schwerbehinderte sind.

Nötig wurde diese Maßnahme, weil Passanten sich über zunehmenden Autoverkehr in der Fußgängerzone beschwerten und gefährdet fühlten. „Ich habe es selbst erlebt, die sind einem ja teilweise in die Hacken gefahren“, schildert Bauausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Doch das Thema Fahrverbot in der Fußgängerzone bringt Volkes Seele zum Kochen, hat Herrmann festgestellt. „Sind Krüppel in Bad Oldesloe Menschen zweiter Klasse?“, fragt Hermann Wachtel die SPD-Politikerin auf ihrer Facebook-Seite. Der Oldesloer ist auf einen Rollator angewiesen und von zusätzlicher Sauerstoffversorgung abhängig. „Wenn Menschen mit Behinderungen wie Herr Wachtel aus medizinischen Gründen am Nachmittag zum Arzt müssen, muss eine Ausnahme möglich sein“, regt Herrmann an. Sie hat sich umgeschaut, wie andere Städte mit Ausnahmegenehmigungen zum Parken in der Fußgängerzone umgehen. Beispiel: die Stadt Günzburg in Bayern. Hier hat sich die städtische Verkehrsbehörde mit der gleichen Problematik auseinandergesetzt. Menschen mit Behinderungen, die über einen blauen Schwerbehindertenausweis verfügen, können eine Ausnahmegenehmigung beantragen, mit der sie außerhalb der Lieferzeiten die Fußgängerzone befahren können.„Vielleicht lässt sich das bei uns über ein Tan- oder Chipsystem lösen“, ist Herrmanns Vorschlag.

Auch Bürgermeister-Kandidat Sebastian Schulz von der Initiative Eltern für Eltern hat sich in die Diskussion eingeschaltet: „Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller und kostensparender gewesen, neu festzulegen, wer künftig wann und zu welchem Zweck eine Ausnahme zum Befahren be- oder erhalten soll. Dann hätte man sich Gedanken machen müssen, wie diese Ausnahmen gehandhabt werden können – zum Beispiel durch Jahresplaketten für Fahrzeuge sowie Ausweise für Hilfebedürftige. Die Kosten hierfür hätten nach meiner Meinung nicht ansatzweise 5000 Euro pro Jahr betragen“, schreibt er auf Facebook.

Doch Polizeikontrollen in der Fußgängerzone habe es in der Vergangenheit kaum gegeben. „Und das hat sich auch schnell herumgesprochen“, meint Herrmann. So sei es dann auch dazu gekommen, dass sich die Leute aus der Kneipe abholen ließen. „Das ist zwar nett, aber nicht gewollt“, stellt Herrmann klar.

Oldesloer diskutieren mit

Weil das Thema Befahren in der Fußgängerzone viele Bürger interessiert, hat Maria Herrmann die Verwaltung gebeten, es auf die Tagesordnung für dien ächste Sitzung des Bau- und Planungsausschusses zu nehmen: „Ich hoffe, hier können dann alle Fragen beantwortet werden.“ Die öffentliche Sitzung beginnt am Montag, 7. März, um 19 Uhrim Stadthaus am Markt.