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Pressespiegel

02Mär

Lübecker Nachrichten vom 2. März 2016

KuB: Jury entscheidet über Namensvorschläge. Kulturschaffende sollen bei Gesprächen über die Nutzung stärker beteiligt werden.

Von Dorothea von Dahlen Bad Oldesloe.

Noch ist alles offen. Auch die Stadtverordneten haben sich am Montagabend auf keinen Namen für das neue Kultur-und Bildungszentrum geeinigt. Zwar hatte die CDU-Fraktion einen Vorstoß gemacht, den Prozess abzukürzen, aber die Mehrheit sprach sich für eine öffentlichen Wettbewerb aus, der in einem passenden Begriff gipfeln soll.

„Die Argumente im Hauptausschuss haben mich nicht überzeugt. Ich möchte den Antrag stellen, den Namen KuB beizubehalten“, sagte CDU-Fraktionschef Horst Möller. Er bezog sich damit auf den Einwand von Kulturmanagerin Inken Kautter. Sie hatte im Hauptausschuss am Donnerstag erklärt, dass man ja ein Pferd nicht Pferd nenne, sondern mit einem individuellen Namen versehe und vielleicht „Johnny“ nenne. „Ich hole nach wie vor mein Auto aus der Garage und nicht mein Liebchen. Zu einer Sache kann ich nicht so ein inniges Verhältnis aufbauen“, konterte nun Möller.

Sehr diplomatisch äußerte sich Hendrik Holtz (Linke). Im Grunde teile er die Ansicht der CDU, da die Namensgebung ja so gut wie abgeschlossen sei. Doch kürzlich habe er einige Kulturschaffende gesprochen, die das Ganze mit anderen Augen betrachteten. „Wenn sich die Bevölkerung sonst ausgeschlossen fühlt, möchte ich nicht der sein, der die Diskussion abwürgt“, sagte er. Insofern werde er sich dem Wunsch beugen und für ein Beteiligungsverfahren stimmen.„Ich erwarte dann aber auch, dass etwas Einzigartiges, noch nie Dagewesenes dabei herauskommt“, sagte der Linken-Politiker.

„Mich hat Johnny überzeugt“, konterte Maria Herrmann von der SPD-Fraktion. KuB sei letztlich nur der Name des Projekts. Es lohne sich schon, nach einem passenderen Begriff zu suchen. Und wenn es am Ende bei dem Begriff bleibe, sei dies auch gut. Herrmann machte deutlich, dass es im Verfahren nur in zweiter Linie um die Namensfindung gehe. Viel wichtiger sei der zweite Teil des Beschlusses, der vorsehe, dass es eine moderierte Beteiligung aller Kulturschaffenden aus der Stadt geben solle, die Nutzung betreffend. „Wir haben zwölf Millionen Euro investiert und nun heißt es in der Öffentlichkeit, dass nur vier Vereine davon profitieren. So haben wir das nie gewollt“, erklärte die SPD-Politikerin. Um diesem Vorurteil nicht Vorschub zu leisten, sei es wichtig, alle, die an der Entwicklung des KuBs von Beginn an mitgewirkt haben, erneut an einen Tisch zu holen. Schließlich solle das Haus von allen akzeptiert und genutzt werden.

Jürgen Schneider (SPD) plädierte dafür, eine ungerade Anzahl an Jurymitgliedern bei der Namenswahlentscheiden zu lassen. „Was ist denn, wenn ein Gleichstand erreicht wird? Rufen wir dann Gott an?“, fragte er. Seiner Kritik wurde stattgegeben und die Zahl auf fünf verringert.

Mit 15 zu neun Stimmen bei einer Enthaltung wurde der Antrag der CDU abgelehnt. Also wird demnächst eine Jury von Sachverständigen gebildet, wie etwa Künstler, Grafiker, Werbefachleute oder Leiter von Kultureinrichtungen, die Vorschläge aus der Öffentlichkeit entgegennehmen, bewerten und den Stadtverordneten zum Beschluss vorlegen sollen.