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Pressespiegel

12Feb

Lübecker Nachrichten vom 12. Februar 2016

Oldesloer Schulmensa in der Kritik. Ausschuss diskutierte mit Schülern, Eltern und Lehrern über die Zukunft der Mensa Olivet-Allee.

Wollen gesundes und leckeres Mensa-Essen: die Schüler Tjark Ovid Schönefeld, Hendrik Klohn und Tom Niklas Gräpel. Fotos: Britta Matzen.

Von Britta Matzen

Bad Oldesloe. Mehr als 100 Bürger waren am Mittwochabend in die Mensa Olivet-Allee gekommen, um die Sitzung des Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses (BSKA) zu verfolgen. Auf der Tagesordnung stand der Versammlungsort selbst: die Mensa, die die Ida-Ehre-Schule (IES), die Theodor-Mommsen-Schule (TMS) und die Theodor-Storm-Schule (TSS) gemeinsam nutzen. Schüler, Eltern und Lehrer sind auf den Barrikaden – die Kantine sei zu laut und das Essen zu schlecht.

Betroffene Schüler machten ihrem Ärger Luft: „Lautstärke und Atmosphäre sind unzumutbar, weil die Schüler sich nicht an die Regeln halten“, erklärte Schülervertreter Steffen Buchholz. Tjark Ovid Schönefeld bemängelte die Qualität.„ Ich esse hier regelmäßig, das Essen ist oft nicht durch.“ Eine andere Schülerin berichtete von Leberkäse, der grün statt braun serviert worden sei, und Eltern beschwerten sich, dass Süßes verkauft werde statt Obst und Salat.

„Wir von der Mensa AG weisen seit Jahren auf die Unzufriedenheit hin, aber außer ein paar Stellwänden ist nichts passiert. Ich möchte, dass sich endlich was ändert“, schimpfte Sabine Bauer, Vorstand des IES-Schulelternbeirats. Auch Elternvertreterin Christina Friese meldete sich zu Wort: „Unsere Kinder essen rohe Hähnchenschenkel. Kein Wunder, dass viele nichtmehr kommen. Statt dessen rufen sie den Lieferservice und riskieren eine Missbilligung – das ist bedenklich. Bitte werden Sie schnell aktiv!“

„Wir wollen jetzt eine Veränderung. Wann kommt das bei der Politik endlich an?“, fragte IES-Lehrerin Annelie Härtlein ungeduldig. Doch die Verwaltung spielte den Ball zurück. „Wirreden hier über einen Schulbetrieb, nicht über die grüne Wiese. Für uns liegt das vorrangig im Verantwortungsbereich der Schule. Hier sind drei Schulleiter, 150 Lehrer – die müssen in der Lage sein, ein Konzept zu entwickeln“, erklärte Thomas Sobczak von der Stadtverwaltung. „Wie sollen Schüler lernen, miteinander Konflikte auszutragen, wenn das bei den Schulleitern nicht mal klappt?“, merkte Dagmar Danke- Beyer (Grüne) an.

Den Vorwurf wollten die Pädagogen nicht auf sich sitzen lassen. „Ich nehme die Verantwortung gerne wahr, aber ich habe keine Kompetenz und kein Hausrecht. Das können Sie vom Ausschuss jetzt nachholen“, erklärte Sven Baumann, stellvertretender Schulleiter der IES. Auch Annika-Katharina Dietel (SPD) sah die Verwaltung in der Bringschuld: „Ich bemängle, dass weder der Ausschuss noch die Schulleiter den Vertrag mit der Mensa-Betreiberfirma Dussmann vorliegen haben.“

Die SPD schlug eine Trennwand als Lösung vor, um dem Wunsch der Ida-Ehre-Schule nach einem eigenen Bereich nachzukommen. Doch das lehnte der Ausschuss klar ab. „Wir ziehen eine Wand, wo wir eine Gemeinschaft sein sollen? Das ist doch kein demokratisches Miteinander“, so Danke-Beyer.

Schlussendlich einigte man sich auf dies: Den Schulleitungen wird der Vertrag mit Dussmann vorgelegt, Kompetenzen müssen geklärt und bis Juni Ergebnisse präsentiert werden. Für IES-Schulleiter Andreas Bielke ein gutes Ergebnis: „Ich finde, das hier ist ein Lehrstück der Demokratie. Denn eine Trennwand war nicht unser erster Ansatz.“