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Pressespiegel

07Okt

Lübecker Nachrichten vom 7. Oktober 2015

Tegel-Gebiet sorgt erneut für Aufruhr. Oldesloer Ausschuss legt B-Plan für die neue Siedlung auf Eis.

Der kleine Sitzungsraum platzte aus allen Nähten.

Von Dorothea von Dahlen Bad Oldesloe. Die Stimmung war aufgeheizt, ja beinahe explosiv. Und das kleine Sitzungszimmer im Oldesloer Stadthaus geriet im Nu zur politischen Überdruckkabine. Etwa 50 Gäste drängten hinein. Sie wollten miterleben, welche Entscheidungen der Bau- und Planungsausschuss zum geplanten Wohngebiet Am Tegel fällen würde. Denn es ist das umstrittenste Bauvorhaben, mit dem sich das Gremium derzeit beschäftigt. Das Vorhaben eines Investors, eine neue Siedlung auf einer Grünfläche am östlichen Stadtrand zu erschließen und zu vermarkten, hatte schon im April auf einer Einwohnerversammlung für helle Aufregung gesorgt.

Auch dieses Mal ging es hoch her. Während der Fragestunde verliehen Anwohner ihren Beschwerde Nachdruck, dass die Situation in den Straßen Up den Pahl, Am Tegel und Tegeleck schon jetzt „grenzwertig“ sei, da der Verkehr auch durch Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge stark zugenommen habe. Friedrich-Karl Kümmel von den Freien Bürgern für Bad Oldesloe (FBO) rechnete vor, wie schmal die Fahrbahn vom Up den Pahl sei. Ein Begegnungsverkehr sei dort jetzt schon kaum möglich, weil zwei Fahrzeuge nicht aneinander vorbeikämen, erst recht nicht, wenn dort geparkt werde.

Mitglieder der Tegel-Initiative, wie sich die Gruppe nennt, die 237 Unterschriften gegen das Projekt geleistet hat, brachten wiederum vor, dass sie kein Interesse hätten, die Sanierungskosten zu übernehmen, wenn schwere Baufahrzeuge ihre Straßen ruinierten. All diese Argumente waren bereits von der Einwohnerversammlung zusammengetragen und dokumentiert worden. Sie sollten in einem Beschlussabgewogen werden. Der Frust darüber, dass das Thema trotz der Anwohnerproteste weiter behandelt werden sollte, schaukelte sich aber immer weiter hoch und gipfelte in der Mutmaßung, dass persönliche Interessen im Spiel seien. Hinter verschlossenen Türen würden Fakten geschaffen, hieß es. Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) verwahrte sich dagegen heftig. „Das ist eine schlimme Unterstellung. Es hat keine Verträge gegeben“, konterte er.

Es herrschte ein rauer Ton – mit Zwischenrufen aus den Reihen der Besucher. Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) sah sich mehrmals gezwungen, einzugreifen, um die Sitzung nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Dabei basierte das Ganze auf einem Missverständnis. Bauamtsleiter Thilo Scheuber erläuterte, dass sich das Verfahren noch in einem sehr frühen Stadium befinde, es noch keinerlei genaue Untersuchungen gebe. Insofern sei noch nichts entschieden. Auch Hans-Hermann Roden (SPD) und Uwe Rädisch (CDU) plädierten dafür, den formellen Beschluss abzustimmen, um dann in die eigentliche Debatte über das Wohngebiet einsteigen zu können.

Letztlich sollte sich nämlich herausstellen, dass auch nicht alle Mitglieder des Ausschusses von einer Bebauung des neuen Gebiets überzeugt sind. „Die vorgeschlagene Erschließung scheint hochgradig unvernünftig. Das Projekt ist für uns zwar nicht absolut gestorben. Aber es stellt einen Eingriff in wertvolle Grünflächen der Stadt dar“, sagte Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson. Roden erklärte, auch die SPD werde sich gegen den B-Plan „Am Tegel“ und eine Änderung des Flächennutzungsplans entscheiden. Der Grund hierfür seien Umweltaspekte, eine führende Hochspannungsleitung und die Verkehrsanbindung seien ebenfalls problematisch.

Zustimmung fand das Projekt nur bei der CDU. Doch damit wurde es mehrheitlich abgelehnt.

Kita und Unterkunft

Zwei Anträge der SPD zum Etat 2016 wurden im Bau- und Planungsausschuss gebilligt. Demnach hat die Verwaltung den Auftrag, Planungskosten für den Bau einer Kita im Neubaugebiet Kampstraße zu ermitteln. Das Gleiche gilt für die Kosten eines Neubaus anstelle der Obdachlosenunterkunft Turmstraße. Das Gebäude soll nicht mehr grundsaniert, sondern nur noch ausgebessert werden.