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Pressespiegel

31Okt

Stadt will den Bau von hohen Wohnblocks verhindern

Meistbietender Investor für das Kreisgrundstück Am Stadion in Bad Oldesloe will nun nachbessern. Der Schutz der Bäume soll auch ohne Bebauungsplan möglich sein.

Mit Spruchbändern wie diesem protestieren die Nachbarn.

Mit Spruchbändern wie diesem protestieren die Nachbarn.

Lübecker Nachrichten vom 31. Oktober 2013

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Wie kann verhindert werden, dass Bäume an der Oldesloer Kreisberufsschule Am Stadion einem Bauprojekt weichen müssen? Diese Frage beschäftigte erneut die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses, die sich am Dienstagabend zu einer Sondersitzung eingefunden hatten, um eine Beschlussvorlage der Grünen zu diskutieren. Diese schlägt vor, dass die Stadt selbst einen Bebauungsplan erarbeitet und somit eine Veränderungssperre für das Gebiet verhängt.

"Das sind keine geeigneten Instrumente, um den Baumbestand zu sichern", erklärte Bauamtsleiterin Karin John. Die Verwaltung könne und dürfe einen solchen Verwaltungsakt nicht anschieben, um etwas zu verhindern, sondern müsse das Projekt dann auch vorantreiben. Dies sei aber viel zu teuer, merkte Bürgermeister Tassilo von Bary an. Da das Grundstück hinter der Schule unweit der B 75 und sich nur schwer erschließen lasse, müssten teure Gutachten erstellt werden, für die kein Geld da sei. Karin John führte aus, dass sich auf der Westseite des Grundstücks Wald befindet, der per Landesgesetz ohnehin geschützt sei und nur umgewandelt werden dürfe, wenn ein öffentliches Interesse vorliege. Die vereinzelt stehenden Bäume würden nur Schutz genießen, wenn sie das Stadtbild prägen oder es dazu eine Satzung gebe. Daran knüpfte Ausschussvorsitzende Maria Hermann (SPD) an und schlug vor, eine solche Satzung zu verabschieden, wenn möglich mit einem Kataster, in dem alle Bäume auf dem Grundstück aufgelistet sind.

Petra Engert von der Bauverwaltung merkte an, dass derzeit noch kein Handlungsbedarf bestehe. Die Stadt könne immer noch eingreifen,wenn erst ein Bauantrag vorliege. Immerhin habe sie die Planungshoheit und könne mit dem Investor verhandeln, wie und wo die Gebäude angeordnet werden. Den Argumenten der Verwaltung beugten sich die Ausschussmitglieder letztlich und verzichteten auf das Aufstellen eines B-Plans.

Von den Vorstellungen der Bauherren in spe konnte sich die Verwaltung unterdessen schon einen Eindruck verschaffen. Der zurzeit wohl meistbietende Investor stellte unlängst seine Pläne dem Bürgermeister vor. "Wir waren entsetzt, als wir hörten, dass er Fünf-Geschosser errichten will", lautete von Barys Urteil. Das komme für die Stadt auf keinen Fall in Frage. Die Gebäude könnten allenfalls zwei, maximal drei Stockwerke hoch sein. Dass der Investor mit 70 Wohneinheiten eine so massive Bebauung vorhabe, liege aber auch an dem hohen Kaufpreis, den der Kreis mit dem Grundstück erzielen wolle. Das Projekt lasse sich bei so hohen Kosten sonst nicht wirtschaftlich darstellen. Abgesehen davon sei das Grundstück aufgrund seiner Hanglage, Schallimissionen vom Stadion und der Bundesstraße nicht gerade unproblematisch. Das müsse ein Investor wissen, bevor er ein solches Projekt in Angriff nehme.

Vom Treffen im Oldesloer Rathaus hat auch Klaus Kucinski, Fachbereichsleiter Bau beim Kreis Stormarn, Kenntnis erhalten. Er unterrichtete die Mitglieder des Kreisbauausschusses- übrigens zeitgleich zur Sitzung der Stadtvertreter- über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Grundstücksversteigerung. Demnach ist sich der Investor noch nicht sicher, ob er nun der Stadt Bad Oldesloe eine etwas abgespecktere Variante des Baukonzepts präsentieren und den Kaufpreis absenken oder ganz aus dem Verfahren aussteigt soll.

Außer dem Hamburger hatte sich noch ein zweiter Bieter beteilgt, von dem indes nichts weiter bekannt ist. Ganz überraschend hat sich laut Kucinski in der Vorwoche aber noch ein dritter Interessent gemeldet. Er soll angeblich aus der aus der Region stammen. Die Kreisverwaltung warte nun darauf, dass er ein konkretes Angebot abgibt, sagte Kucinski. Er wies zudem darauf hin, dass das Gelände an der Berufsschule auch als Standort zur Unterbringung von Asylbewerbern ins Kalkül gezogen wird.

 

Immobilien als Chefsache

Aufgrund der derzeit hohen Personalbelastung im städtischen Bauamt hat Bürgermeister Tassilo von Bary die Fachverwaltung für die Immobilien in Bad Oldesloe übernommen. In dieser Eigenschaft wird er sich auch in mit der Bausubstanz der Stadtschule eingehender beschäftigen müssen. Wie er im Bau- und Planungsausschuss darlegte, hat Sturmtief "Christian" so stark gewütet, dass an dem in den 1970er Jahren errichteten Gebäude beinahe einige Fenster herausgedrückt wurden. Betroffen waren Fenster im ersten Geschoss der Schule auf der Seite zur Salinenstraße hin. Beim Sturm hätten sich die ganzen Rahmen bewegt. Sicherungsmaßnahmen seien nötig gewesen, damit die Fenster nicht komplett herausfallen.