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Pressespiegel

09Sep

Lübecker Nachrichten vom 9. September 2015

Enger Zeitplan für neuen Wohnungsbau. Bürger und Behörden werden an der Planung für das Gebiet an der Oldesloer Kampstraße frühzeitig beteiligt.

Detlev Stolzenberg zeigt den Ausschussmitgliedern, wie sich die Wohnbebauung

Von Dorothea von Dahlen Bad Oldesloe – Preiswerten Wohnraum zu schaffen, das scheint in Bad Oldesloe derzeit das Gebot der ersten Stunde. Für das Bauprojekt an der Kampstraße haben die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses jetzt grünes Licht gegeben. Es wird nun in einer frühzeitigen Beteiligung den Behörden und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wie Planer Detlev Stolzenburg am Montagabend ausführte, werde sein Büro rasch auf Anregungen und Einwände reagieren, so dass Anfang Dezember der eigentliche B-Plan für einen Monat ausgelegt werden könne und mit Glück im Februar die Baureife erreicht sei.

Wenn im nächsten Jahr tatsächlich die ersten Häuser auf dem Gelände entstehen sollen, muss dieser enge Zeitplan unbedingt eingehalten werden. Die Rodungen, die auf diesem Bereich nötig sind, um Baufreiheit zu schaffen, müssen aus naturschutzrechtlichen Gründen spätestens Ende Februar abgeschlossen sein. Die Genehmigung zum Fällen von Bäumen gibt es aber nur, wenn bereits Baurecht besteht. Wird dies zu spät erteilt, muss damit bis im Mitte Oktober gewartet werden und die Baumaßnahme verschiebt sich um ein Jahr.

Der Investor hat sich zudem verpflichtet, Altlasten wie Bombentrichter, Hausmüll und Rückstände von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg zu entsorgen. So muss etwa ein Schlammteich der einstigen Farbwerke Folkens ausgekoffert und gereinigt werden. Da er am tiefsten Punkt des Geländes liegt, soll er später als Rückhaltebecken für Regenwasser genutzt werden.

Betrachtet man das gesamte Gebiet, so gruppiert sich die Wohnbebauung auch fast im Halbkreis um das Gewässer. Auf einer Fläche von rund 9000 Quadratmetern zur Bahn hin gelegen sollen etwa 82 Wohnungen in dreigeschossigen Mietshäusern entstehen, auf der gesamten Siedlungsfläche etwa 200 Wohneinheiten. Rund um das Gewässer könnten laut Plan Einzel- oder Doppelhäuser in zwei Reihen entstehen sowie Kettenhäuser nördlich der Claudiusstraße. Auf einer Anhöhe in Richtung Pölitzer Weg wäre Platz für Stadtvillen mit in den Hang hineingebauten Stellplätzen.

Um das Gebiet vom Lärm der angrenzenden Bahnlinie Hamburg– Lübeck abzuschirmen, soll eine 188 Meter lange und vom Gleisniveau aus gerechnet, drei Meter hohe Schutzwand entstehen. Laut Stolzenberg liegt seit August ein neues Schallschutzgutachten vor. Welche Auswirkungen es habe, ob etwa die Wohnbebauung 18 Meter von der Bahnlinie abgerückt werden müsse, sei noch nicht klar. In diesem Fall könnten auf dem Gebiet nicht so viele Wohneinheiten entstehen wie derzeit geplant.

Eine Änderung hat es auch bezüglich der Erschließung gegeben. So war 2013 noch vorgesehen, das Gebiet mittels einer Privatstraße an den Pölitzer Weg anzuschließen. Doch dies scheiterte offenbar aus eigentumsrechtlichen Problemen. Statt dessen wird das Wohngebiet nun ringförmig über die Hebbel- und die Claudiusstraße erreichbar sein. Die Kampstraße selbst wird nicht in die Erschließung eingebunden. Sie soll aber mit einem Wendehammer für Lkw versehen werden. Zwischen Kamp- und Hebbelstraße ist zudem ein größeres Grundstück für den Bau einer neuen Kindertagesstätte freigehalten. Das gesamte Gebiet soll durch Grünstreifen aufgelockert werden. Im Süden entstehen Ausgleichsflächen mit Wald und Feuchtgebieten.