Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

08Sep

Lübecker nachrichten vom 8. September 2015

KuB-Managerin: Das Publikum ist gefragt. Inken Kautter plant Bürgerversammlung, um den Geschmack der Oldesloer besser treffen zu können.

Inken Kautter vor der KuB-Baustelle. Die Eröffnung des Hauses wird im Frühjahr 2016 erwartet. Einen genauen Termin gibt es aber noch nicht.

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe – Ein dickes Lob hatte Oldesloes neue Kulturmanagerin Inken Kautter gestern zum Einstand parat. „Ich finde es ganz großartig. Es kommt heutzutage nicht so häufig vor, dass eine Stadt von sich aus Kultur und Bildung so in den Fokus rückt“, sagte sie bei ihrer Vorstellung im Rathaus. Als amtierender Bürgermeister hieß Horst Möller (CDU) die neue Führungskraft in der Verwaltung willkommen. „Ich sehe es positiv, wenn frischer Wind und neue Ideen einziehen. Das kann für alle Seiten nur förderlich sein“, sagte er.

Wie sich ihre Arbeit konkret gestalten wird, vermochte Kautter zum gegenwärtigen Zeitpunkt indes noch nicht zu sagen. Immerhin ist sie neu in der Stadt und das KuB, das sie leiten soll, befindet sich noch im Rohbau. Gleichwohl kommt ein ganzer Wust von Arbeit auf die Managerin zu. „Die wichtigste Aufgabe ist zunächst einmal zuzuhören, sich mit den Bürgern und Kulturschaffenden aus der Stadt zu verständigen, um zu erfahren, was sie wünschen“, berichtete sie. Es habe keinen Sinn, ihnen ein Programm vor die Nase zu setzen, was an ihren Interessen vorbeigehe. Erste Recherchen, den Publikumsgeschmack betreffend, hat sie im Übrigen schon angestellt. „Ich habe das Kurparkfest besucht, mir die Altersstruktur angesehen, gehört, was die Leute gut finden, was sie kritisieren und wie ihre Sehgewohnheiten sind“, erzählte Kautter. Um noch besser informiert zu sein, strebt sie in naher Zukunft eine Bürgerversammlung an. Auch die Kontaktaufnahme zu den örtlichen Vereinen, die das KuB später nutzen, steht an oberster Stelle.

Einen Spielplan oder ein detailliertes Programm könne sie erst erstellen, wenn sie wisse, bis zu welcher Kapazität die Bühne schon ausgelastet sei, fuhr die Managerin fort. Sie betrachte den für maximal 200 Zuschauer konzipierten Theatersaal im KuB aber ohnehin nur als einen von vielen Spielorten in Bad Oldesloe. Denkbar sei etwa eine große Opernaufführung auf dem Marktplatz oder als Zukunftsvision ein „Riesenfestival mit allen Akteuren und bildenden Künstlern, bei dem der ganze Stadtraum bis in jede Ecke genutzt wird“.

Bis dato hatte Imken Kautter als Intendantin an Freien Theatern in Berlin, Halle und zuletzt Köln gearbeitet. Die dort gesammelten Erfahrungen will sie einbringen, um dem neuen KuB neben den etablierten Theaterstandorten Hamburg und Lübeck ein Gesicht zu geben. „In der freien Szene fragt man sich ja ständig: Was decken die Stadttheater ab und was können wir besser?“, erläuterte sie. In einigen Bereichen sei ein kleines Haus wie das KuB nicht konkurrenzfähig. Insofern komme es in Bad Oldesloe auf eine gute Netzwerkarbeit an. Wenn nicht so viel Geld zur Verfügung stehe, sei es produktiver, mit anderen Institutionen in Schleswig- Holstein oder Hamburg zusammenzuarbeiten.

Den mit 100 000 Euro bezifferten Etat für das KuB hatte Kautter übrigens schon vor kurzem im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss verteidigen müssen. Mitglieder des Gremiums hatten dafür plädiert, die Hälfte der Summe mit einem Sperrvermerk zu versehen bis ein konkreteres Konzept auf dem Tisch liege. „Kultur ist immer ein Zuschussgeschäft. Jeden Abend, an dem nicht gespielt wird, spart die Stadt. Das muss klar sein“, sagte Kautter auch gestern. Doch sei sie es gewohnt, mit dem Etat zu haushalten, der sich ihr biete. Das Kultur- und Bildungszentrum zu managen, wird indes nicht ihre einzige Aufgabe sein. Unter ihrer Regie entsteht auch der neue Sachbereich Kultur, der später ebenfalls ins KuB ziehen wird.

„Niemand hatte die Stelle zuvor inne, insofern muss jetzt abgesteckt werden, was weiterentwickelt werden soll“, sagte Kautter. Verwaltung sei bislang nicht ihr Steckenpferd gewesen, räumte sie ein. Insofern sei es absolut notwendig, dass sie kompetente Fachkräfte an ihrer Seite habe. Was den Kontakt zur Politik angehe, so sei ihr dieser Kontakt sehr wichtig. Keine Frage, dass sie in den Ausschüssen stets Rede und Antwort stehe.

Rohbau fast fertig

Der Rohbau des Oldesloer Kultur- und Bildungszentrums (KuB) ist laut ProjektleiterinMandy Treetzen von der Stadtverwaltung fast abgeschlossen. Derzeit wird am Innenausbau des Objekts gearbeitet. So werden Heizungs-,Sanitär- und Lüftungsanlagen installiert.

Ein wichtiges Element fehlt noch. Während das alte Amtsgerichtsgebäude schon winterdicht ist, muss die Fassade am Eingangsbereich und vor dem Multifunktionssaal noch komplettiert werden. Die Glasplatten, die das Gebäude vor Witterungseinflüssen schützen sollen, sind noch nicht geliefert.