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Pressespiegel

23Apr

Lübecker Nachrichten vom 23. April 2015

Oldesloes Tegel-Stadtteil sieht rot: Aufstand gegen die Neubau-Idee Einwohnerversammlung: Anlieger lehnen Erschließung über die engen Wohnstraßen ab.

Bürgermeister Tassilo von Bary, Bürgerworthalter Rainer Fehrmann, Malte Schaarmann, Thilo Scheuber.

Informierten: Bürgermeister Tassilo von Bary (v. r.), Bürgerworthalter Rainer Fehrmann, Malte Schaarmann, Thilo Scheuber. Fotos: Susanna Fofana

Von Susanna Fofana

Bad Oldesloe – Die Stimmung war aufgeheizt unter den Bewohnern rund um das Oldesloer Wohngebiet Am Tegel/ Up den Pahl, die bei der dritten Einwohnerversammlung dieses Jahres die Festhalle füllten. Sie machten eines deutlich: Ein Neubaugebiet mit einer Erschließung über die zum Teil von Anliegern bezahlten und schmalen Wohnstraßen lehnen sie ab. Sie übergaben nicht nur eine Unterschriftenliste gegen das Bauvorhaben, sondern beschlossen zudem einen 28 Punkte umfassenden Vorschlagskatalog, den die Stadtpolitiker nun in ihren Gremien abarbeiten müssen.

„Manchmal gibt es keine Einwohnerversammlung, in diesem Jahr bereits die dritte. Das ist ungewöhnlich“, begrüßte Bürgerworthalter Rainer Fehrmann die vielen Besucher. Der neu gegründeten Interessengemeinschaft „Tegel-Initiative“ gab er die Möglichkeit, mit einer Power-Point-Präsentation aus Sicht der Anlieger zu schildern, wo die Probleme liegen. Auch wenn Bürgermeister Tassilo von Bary immer wieder versicherte, dass das Verfahren noch ganz am Anfang stehe, vermuteten etliche Besucher, dass bereits fertige Pläne in den Schubladen der Verwaltung liegen. Der Bürgermeister betonte, dass in den nächsten Jahren in Bad Oldesloe ein erheblicher Wohnraumbedarf bestehe. Er möchte 65 neue Wohneinheiten pro Jahr schaffen. Die Bebauungsidee am Tegel ist nicht neu. Schon einmal, im Jahr 2000, sollten dort 100 Wohneinheiten entstehen. Später haben die Politiker diese Pläne wegen der zu befürchtenden Verkehrsbelastung aber verworfen und das Gebiet aus dem 2006 verabschiedeten Flächennutzungsplan gestrichen.

An den Ablehnungsgründen von früher habe sich nichts geändert, so das Argument der Tegel- Initiative. Im Gegenteil, damals sei sogar noch eine Erschließung von zwei Seiten geplant gewesen. Ludwig Lutter vermutet: „Es besteht nicht die Absicht „nur“ 42 Wohneinheiten zu bauen, sondern noch mal 130 zusätzlich. Im Maximalfall reden wir also von mehr als 200 Wohneinheiten, statt der 42, die man uns verkaufen wollte.“ Das Profitinteresse der Stadt dürfe nicht über den Interessen der Bürger liegen. Lutter und die Interessengemeinschaft forderten eine Innenverdichtung vor einer Außenbebauung. Das„kleinste Übel“ sollte als Erstes bebaut werden.

„Die Verkehrssituation ist jetzt schon katastrophal“, empfindet Karl-Heinz Dose. 167 Haushalte, 96,2 Prozent der Anlieger, seien gegen eine Bebauung. Dose: „Hier sieht ein Stadtteil rot.“ Carola Dose- Tiepolt forderte: „Der F-Plan für den Tegel sollte nicht verändert werden.“ Tegelkamp-Anlieger Dr. Richard Koether sprach sich gegen Neubaugebiete auf der Grünen Wiese aus und nannte mögliche Bauflächen in der City.

Up-den-Pahl-Anlieger Manfred Fischer unterstrich: „Der Durchgangsverkehr beträgt schon jetzt 80 Prozent.“ Die Anliegerstraße „neuer Pahl“ sei zu 75 Prozent von Bewohnern bezahlt worden. Carola Dose-Tiepolt: „Der F-Plan für den Tegel sollte nicht verändert werden.“

Von Bary verwies auf die Fürsorgepflicht der Gemeinde, bei Bedarf Wohnraum zu schaffen. Derzeit würden Oldesloer wegziehen, weil sie hier keine Grundstücke finden. Bad Oldesloe brauche jedoch junge Leute und Wachstum. Der Bürgermeister: „Sonst werden wir eine alte Stadt. Das will ich auch nicht.“