Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

16Apr

Lübecker Nachrichten vom 16. April 2015

Steinfelder Redder: Berühmte Personen weisen den Weg. Die Straßen im Neubaugebiet sind nach bekannten Oldesloern benannt. Kleine Hinweistafeln geben jetzt auch Auskunft über ihre biografischen Daten.

Bauamtsleiter Thilo Scheuber zeigt eines der mit biografischen Daten versehenen Straßenschilder im Steinfelder

Bauamtsleiter Thilo Scheuber zeigt eines der mit biografischen Daten versehenen Straßenschilder im Steinfelder Redder.

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe – Wer war eigentlich dieser Siegfried Moll und was hat Franz-Daniel Hagelstein mit der Stadt Bad Oldesloe zu tun? Diese Fragen mag sich der aufmerksame Spaziergänger angesichts der Straßenschilder im neuen Wohngebiet Steinfelder Redder gestellt haben. Die Antworten sind jetzt nachgeliefert worden. Auf kleinen Zusatztafeln werden biografische Details der Oldesloer Persönlichkeiten erläutert.

„Wie in der Vogel-Baum- oder Blumensiedlung sollten auch die Straßen in diesem Neubauviertel nach einem bestimmten Muster benannt werden“, erklärt Thilo Scheuber, Leiter des Oldesloer Bauamts. In den politischen Gremien sei darüber im Vorfeld diskutiert worden. So habe es Vorschläge gegeben, den Straßen Namen von Dichtern, Musikern oder auch Kinderbuchautoren zu geben. Doch dieses klare Prinzip habe sich letztlich nicht durchsetzen können. Von den Fraktionen seien auch andere Wünsche geäußert worden, so dass man sich darauf geeinigt habe, einige bekannte Persönlichkeiten als Namensgeber auszuwählen. Wichtig sei gewesen, dass sie eine Verbindung zur Kreisstadt hatten – welcher Art auch immer.

Neun „Prominente“ haben es gewissermaßen in den Steinfelder Redder geschafft. Heimatforscher Franz W. Kuck war damit beauftragt, den Straßenschildern kleine Legenden zuzuordnen, die abschließend noch einmal von Stadtarchivarin Dr. Sylvina Zander geprüft wurden. „Mein Ziel war es, den Neubürgern im Steinfelder Redder die Geschichte des Ortes zu vermitteln“, erzählt Kuck. Er stieg auf die Leiter, um zu messen, wie viel Platz ihm an jedem Schild für die biografischen Notizen blieb. So ist etwa zu erfahren, dass der aus Düsseldorf stammende Dichter und Journalist Heinrich Heine gewisse Beziehungen zu Bad Oldesloe hatte. Denn seine Eltern waren hier in der Zeit von1820 bis 1822beheimatet. Die in Bolivar geborene Grafikerin Else Wex, die in Berlin bei Lovis Corinth studierte, lebte in der Kreisstadt und starb hier 1978. Ihr Vater unterhielt die Kontormöbelfabrik Kayser & Wex in der Turmstraße. Besagter Siegfried Moll wiederum plante die Siedlungen Meisenweg und Am Hohenkamp. Er setzte sich für den Erhalt des Heiligengeistviertels ein.

Zu den schillernden Figuren gehört definitiv Carl-Christian Thegen. Der Ur-Oldesloer verdingte sich als Knecht, Tierwächter und Pferdedoktor, trat als Clown auf und besaß ein Karussell. Mit 50 begann er überdies zu malen. Bedacht wurde auch der Drucker und Gründer des Königlich Privilegierten Wochenblatts, Julius Schüthe, um dessen Person sich auch das neue Stück der Oldesloer Theatergruppe Badomat rankt. Dass Oldesloe den Titel Bad tragen darf ist dem Oldesloer Arzt Daniel Hagelstein zu verdanken, weshalb er ebenso in die „Promi-Galerie“ aufgenommen wurde wie TV-Schauspieler Raimund Harmstorf, bekannt durch seine Rolle in der Serie „Der Seewolf“. Er starb 1998 und wurde in Bad Oldesloe beigesetzt.

Besondere Ehre wird im Steinfelder Redder auch dem Barockmusiker Dietrich Buxtehude zuteil. Ob er selbst in Bad Oldesloe oder Helsingborg geboren wurde, ist nicht zweifelsfrei bewiesen. Sicher ist aber, dass seine Familie von dort stammt. Aus dem Rahmen fällt allerdings die Johannes-Brahms- Straße. Denn zwischen dem Komponisten und der Kreisstadt lässt sich keine direkte Verbindung herstellen. Er kam in Hamburg zur Welt kam und starb in Wien.