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Pressespiegel

07Mär

Stormarner Tageblatt vom 7. März 2015

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Was war nochmal versprochen?

VERRÄTERISCH Es hat also mal wieder geklappt. Man muss nur lange genug mantra-artig vorbeten, wie schlecht die Situation ist, dazu noch Horrorszenarien heraufbeschwören, dass unschuldige Kinder wegen mangelhafter Ausstattung das Abitur nicht schaffen und vor allem: Immer schön den Saal vollpacken mit besorgten Eltern und Schülern. Früher oder später findet sich dann eine Mehrheit. So ist die Oldesloer TMS zu ihren zwei neuen Computerräumen gekommen. Die mögen wirklich nötig sein, vielleicht gäbe es bessere Varianten, vielleicht auch nicht – alles egal. Das Prozedere hat einfach „ein Geschmäckle“. Das Gymnasium beschließt für sich etwas und die Stadt als Schulträger soll zahlen. Verwaltung gibt ausdrücklich eine andere Beschlussempfehlung ab. Egal. Rektor Henning Bergmann spricht der Politik mal eben die Kompetenz ab, die CDU nickt zustimmend und säuselt was von „nicht ins Konzept reinreden.“ Komisch, dass das bei anderen Schulen nicht gilt. Bei der Umwandlung der Stadtschule wurde das Konzept mit der Stadt abgestimmt. Und trotzdem wurde nachträglich noch am Raumprogramm rumgepfuscht und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Mensa zusammengestrichen. Ida-Ehre-Rektor Andreas Bielke sprach im Ausschuss davon, dass ihm 400 Quadratmeter fehlen. Die seinerzeitigen Gesamtschulpläne wurden nie zu Ende geführt. Interessiert anscheinend niemanden. Es ist schon sehr verwunderlich, wie mit unterschiedlichen Maßen gemessen wird.

VERWUNDERLICH Als hätte es nie einen Baumarkt in Bad Oldesloe gegeben! Obi sorgte schon vor der offiziellen Eröffnung am Montag mit der VIP-Einladung am Freitag für ein Verkehrs-, oder besser Parkchaos in der Kreisstadt. So schön es ist, dass der ehemalige Bahr-Markt eine fachgerechte Nachfolge gefunden hat, erklärt das noch die Begeisterung für Obi. War es das Warten auf das orange Überraschungsei? Waren es Angebote, denen man nicht widerstehen konnte? Oder war es doch nur schlichte Neugier, die die Menschenmassen in den neuen Baumarkt trieben? Zum Glück flacht derlei Begeisterung automatisch wieder ab. Obi wird dann ein normaler Baumarkt und kein Ereignis mehr sein. Mehr kann man auch nicht verlangen. Nicht nur für die Stadt ist es gut, dass es wieder Konkurrenz für Hagebau gibt, auch für die Märkte selbst. Wo die Auswahl größer ist, fährt der Kunde auch lieber hin.

VERSPROCHEN Nur ein Zufall, aber was für einer. Während sich die Landtagsfraktion der SPD in Bad Oldesloe unter dem Motto „versprochen – gehalten“ im Grund selbst für einer eine erfolgreiche Halbzeitbilanz ihrer Arbeit feierte, musste der Kreisverkehrsausschuss Geld bereitstellen, weil Landeszuschüsse „ausgefallen“ waren. Das Geld, das die Länder für kommunale Straßenbauprojekte bekommt, reicht natürlich nie, um alle Wünsche zu erfüllen. Die Kieler Koalition hatte aber einfach die Prioritäten verändert: Nur 30 statt 70 Prozent für Straßenbau, und 70 statt 30 für ÖPNV und Radwege. Selbst so marode Straßen wie die auf 30 km/h limitierte K 32 zwischen Trittau und Grönwohld wurde nicht mehr gefördert. Da war der Kreis bereits im Januar eingesprungen. Jetzt ging es um die Fortsetzung der Kreisstraße in Trittau und die Ortsdurchfahrt Tremsbüttel, wo die Gemeinde auch die Kanalisation erneuern will. Beide Projekte werden realisiert, allerdings geht das zu Lasten anderer Straßensanierung und Radwegepläne im Kreis. Der Verfall der Landesstraßen ist ja schon beschlossene Sache, nun kommen auch die Kreisstraßen dran. Und wer gedacht hätte, Kiel würde zumindest alle Radwege fördern, ist auch falsch gewickelt. Nicht mal Verbindungen, die in Stormarn oberste Priorität haben, fanden in Kiel Berücksichtigung.

VERRECHNET Wie soll man das nennen, was sich in Bargteheide abgespielt hat? Mit großem Trara hatte die Stadt ihr Projekt Bürgerwindpark gestartet. Hörte sich ja auch toll an. Drei große Anlagen sollten so viel Strom erzeugen, wie die Stadt verbraucht. Rein rechnerisch wäre Bargteheide damit klimaneutral gewesen. Und die Bargteheider sollten davon auch noch gut haben. Nicht ein finanzstarker Investor sollte Geld mit den Windrädern verdienen, sondern jeder Bargteheider, der sich schon mit einer kleinen Summe an dem Bürgerwindpark beteiligen kann. Die schöne Gewinn-Situation für alle Beteiligten hat sich spätestens mit dem OVG-Urteil ins Gegenteil verkehrt. Die GmbH und Co KG hat die Reißleine gezogen, weil sich das Projekt durch die Verzögerungen und neue Richtlinien vermutlich nicht mehr rechnet. Und wohl auch, weil man Widerstand fürchtete. Größer als die Verluste der Gesellschafter ist das Minus bei der Stadt mit rund 400 000 Euro. Windräder könnten theoretisch immer noch gebaut werden, wenn ein Investor einsteigt. Aus dem mal gewollten Win-Win-Win würde dann aber endgültig Loose-Loose-Loose werden.

Rolf Blase, Andreas Olbertz