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Pressespiegel

11Mär

Lübecker Nachrichten vom 11. März 2015

Anlieger gestalten Sanierungspläne mit. Bauausschuss verzichtete vorerst auf Beschluss. Die Robert-Koch-Straße wird für 850 000 Euro hergerichtet.

Mutter mit Kinderwagen in der Robert-Koch-Straße

Mütter mit Kinderwagen wie Anne Küsel oder auch Senioren im Rollstuhl können aufatmen. Auch der Gehweg wird hergerichtet. Foto: von Dahlen

 

Bad Oldesloe – Mit großer Mühe schiebt Anne Küsel den Kinderwagenüber die gewellten, teils unebenen Gehwegplatten an der Robert-Koch-Straße in Bad Oldesloe. „Ich ärgere mich immer wieder, dass der Bürgersteig in so schlechtem Zustand ist. Das ist auch für die Senioren, die hier wohnen und mit Rollator oder Rollstuhl unterwegs sind, ein Handicap“, sagt sie.

Der Bürgersteig ist wegen der ständigen Benutzung durch Autos und Lastwagen zu einem großen Teil demoliert und die Straße weist erhebliche Beschädigungen auf. Dass die Robert-Koch-Straße saniert werden muss, ist kein Streitpunkt. Doch über Details gab es während der jüngsten Sitzung des Bau-und Planungsausschusses Differenzen: Wie sollen die Parkplätze gestaltet und auf welcher Fahrbahnseite soll ein abgesenkter Fußweg angelegt werden?

Zahlreiche Bürger erläuterten ihre eigene Vorstellungen zu dem geplanten Projekt – immerhin müssen Anlieger 85 Prozent der Kosten aus der eigenen Tasche bezahlen. Als Ausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann über die möglichen Ausbauvarianten abstimmen ließ, stellte sich heraus, dass es bei den Anwohnern zwei in etwa gleich große Lager gab: Viele favorisierten einen durch einen elf Zentimeter hohen Bordstein von der Straße getrennten 1,75 Meter breiten Gehweg auf der Seite der Mehrfamilienhäuser und des Altenheimes. Davor sollten auch Parkplätze ausgewiesen werden.

 

Eine etwa ebenso große Gruppe stellte sich eine vergleichbare Situation vor – allerdings auf der anderen Straßenseite, wo die Einfamilienhäuser stehen.

In einem Punkt waren sich alle einig: Ein Gehweg sollte in Richtung Fahrbahn abgesenkt werden, damit er problemlos von Autos und Lastwagen mit benutzt werden kann. Weil die Straßenbreite weiterhin bei fünf Metern bleiben soll, können sich Fahrzeuge nur begegnen, wenn eines auf den Gehweg ausweicht. Auch die Ausschussmitglieder waren sich einig. Nach den Worten der Stadtverordneten Uwe Rädisch (CDU) und Hans-Hermann Roden (SPD) sollten die zahlreichen Anregungen der Anlieger berücksichtigt werden. Sie müssten in die Planungen mit einfließen, bevor der Bauausschuss eine weitere Entscheidung treffen könne. Das Vorhaben soll im September anlaufen, für die Bauphase wird ein Jahr veranschlagt.

 

Das Bauamt hatte in der Vergangenheit bereits eine umfassende Vorarbeit geleistet. Fachbereichsleiter Thilo Scheuber erläuterte, in der Robert-Koch-Straße könnten 40 gepflasterte Stellplätze angelegt werden. Er gab Anregungen von Anliegern, Flächen ausschließlich als Anwohnerparkplätze auszuweisen, kaum Erfolgsaussichten: „Die Verkehrsbehörde des Kreises stimmt nicht zu.“ Bekannt sei, dass sehr viele Stellplätze von Mitarbeitern des nahen Krankenhauses oder von Betrieben genutzt würden, die ihre Büros in der Innenstadt haben.

Um die Parkplatzsituation zu verbessern, schlug eine Anwohnerin vor, auch einen bisherigen Grünstreifen am Ende der Robert-Koch-Straße für diesen Zweck zu nutzen. Nach Darstellung des Bauamtes sind dann allerdings umfangreiche Arbeiten notwendig, unter anderem müssten Spundwände wegen des abfallenden Geländes gezogen werden. „Das würde aber die Sanierung verteuern und weitere Kosten für die Anlieger bedeuten“, gab Ausschuss-Vorsitzende Maria Herrmann zu bedenken.

Die Kosten sind bereits deutlich gestiegen. Waren zunächst 620 000 Euro veranschlagt, müssen nach den aktuellen Daten 850 000 Euro investiert werden. Diese Erhöhung ist nach den Worten von Stadtkämmerin Mandy Treetzen allerdings bei den Veranlagungsbescheiden, die den Eigentümern zugesandt wurden, bereits berücksichtigt worden.

Die später mit einer neuen Asphaltdecke für die Fahrbahn und Pflastersteinen für die Gehwege sanierte Straße sollen auch mehr Laternen schmücken. Vorgesehen ist die Installation von 16 Leuchten, zurzeit gibt es nur neun in der Robert-Koch-Straße.