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Pressespiegel

06Mär

Lübecker Nachrichten vom 6. März 2015

Gymnasium bekommt Computerräume. Seit 2009 wurde dafür gekämpft: Bad Oldesloe geht jetzt auf die Wünsche der Theodor-Mommsen-Schule ein.

Bad Oldesloe. Die Diskussionen sind vorbei: Die Mehrheit der Mitglieder des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses der Stadt Bad Oldesloe machte jetzt den Weg frei für den Bau von zwei PC-Räumen an der Theodor-Mommsen-Schule (TMS). Für diese Entscheidung hatten sich sowohl die CDU als auch die Freien Bürger für Bad Oldesloe (FBO) stark gemacht. Die SPD brachte einen letzten Gegenvorschlag ein, nachdem es langfristig an allen drei Schulen im Schulzentrum zu einer mobilen Computer-Lösung in den Klassenräumen kommen soll — damit setzte sie sich aber nicht durch.

Der Sperrvermerk, der im Oldesloer Stadthaushalt steht, wird jetzt aufgehoben, 159000 Euro werden freigegeben. „Wir haben kein gutes Gefühl, dass das Geld für zwei Räume ausgegeben werden soll, damit man PCs reinstellen kann“, erklärte Hajo Krage für die SPD. „Unsere Idee ist es, auf flexiblere Lösungen zu setzen. Mit dem gleichen Geld könnten mehr Schülerinnen und Schüler an Computern arbeiten.“ Demnach hätten die drei Schulen des Schulzentrums vom kommenden Jahr an jährlich drei mobile Computer-Lösungen in Klassenstärke bekommen sollen. Bereits in diesem Jahr wären für alle drei Schulen jeweils zwei mobile Lösungen eingerichtet worden — in erster Linie, um dem akuten Bedarf an der TMS gerecht zu werden. Die SPD-Lösung würde bei der Ida-Ehre-Schule für Freude sorgen, denn dort herrscht Raummangel — mobile Laptops sind da die Lösung, erklärte Schulleiter Andreas Bielke. Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Forderung der TMS. Unterstützung kommt auch vom stellvertretenden Leiter der Theodor- Storm-Schule, Heino Brix-Mannshardt. „Wenn die TMS sich so für die stationäre Lösung einsetzt, muss dem Recht gegeben werden.“ Auch Brix-Mannshardt bevorzugt eher eine mobile Lösung für seine Schule.

„Bei mobilen Lösungen habe ich Bauchschmerzen“, so Gudrun Möllnitz (CDU). „Im Hauptgebäude der TMS gibt es gar keinen Fahrstuhl. Wie bekomme ich die Notebookwagen ins Erdgeschoss?“ Schulleiter Henning Bergmann, der noch einmal vehement den Raum-Wunsch deutlich machte und ein überarbeitetes IT-Konzept seiner Schule anbieten konnte, erklärte dazu: „Wir wollen unseren Schülern 45 Minuten Unterricht anbieten, nicht nur 35, weil wir noch die PCs zu den Schülern rollen müssen.“ Zugleich verwies er noch einmal auf das neue Schulgesetz, das die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung der Schulen unterstreiche. Was der Leiter des Bürgeramtes, Thomas Sobczak bestätigte. „Die Schulen haben es selbst in der Hand, wie sie ihre Konzepte entwickeln. Daran müssen wir uns als Schulträger orientieren. Die Schulen sagen, was sie wollen, die Impulse kommen von ihnen, nicht aus der Verwaltung.“

Der Antrag der SPD, mobile Lösungen einzurichten, wurde von Gudrun Möllnitz folgendermaßen kommentiert: „Sie stülpen der TMS etwas über, obwohl sie das gar nicht will. Warum gehen sie nicht auf die TMS ein?“ Hajo Krage: „Wir bleiben dabei, unsere Mittel effizienter einzusetzen, deshalb die mobile Lösung.“

Von der ist aber auch Matthias Rohde (FBO) nicht überzeugt. „Die TMS wartet seit sechs Jahren darauf, die angemeldeten beiden Räume zu bekommen. Seitdem schleppt sich das hin. Es geht hier jetzt nicht um ein Gesamtkonzept, die Schulen haben unterschiedliche Bedürfnisse, sind unterschiedlich groß. Man kann sie nicht über einen Kamm scheren. Der Wunsch der TMS ist berechtigt.“

Er plädierte dafür, bis zum Ende der Sommerferien in den Räumen K 102 und K 103 der TMS die notwendigen Computerfachräume voll funktionsfähig herzurichten — überschüssige Haushaltmittel seien nach Abrechnung der Maßnahme zurückzugeben. Dahinter steckte ein entsprechender FBO-Antrag, der mit sieben Ja-Stimmen und vier Enthaltungen angenommen wurde.

Zum Vergleich: Der Antrag der SPD auf Ausstattung mit mobilen Computerlösungen wurde mit vier Ja- und sechs Neinstimmen sowie einer Enthaltung abgeschmettert.