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Pressespiegel

11Feb

Lübecker Nachrichten vom 11. Februar 2015

Neubaugebiet Am Tegel: Anwohner wehren sich massiv. Die Mitglieder des Bad Oldesloer Bauausschusses legten die Planungen für das Neubaugebiet erst einmal auf Eis. SPD und Grüne fordern Gesamtkonzept für die Stadt.

Kartenausschnitt des Gebietes

Das Gebiet liegt am östlichen Stadtrand. Karte: Stadtverwaltung

Von K. Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe – Die Aufregung um das geplante Baugebiet Am Tegel in Bad Oldesloe ist groß. Auf den Feldern und Wiesen hinter den Straßen Tegelkamp und Am Tegel plant die Sparkassen-Immobiliengesellschaft Holstein ein Wohngebiet mit Einzel-, Reihen- und Doppelhäusern. Insgesamt könnten im Osten der Kreisstadt etwa 50Wohneinheiten entstehen. Das wollen die Anwohner verhindern. Sie äußerten ihren Unmut drastisch auf der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses – mit vermeintlichem Erfolg. Denn die Ausschussmitglieder vertagten eine Entscheidung.

„Was für die Anwohner nach einem Sieg der Demokratie aussieht“, erklärt die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD), sei in Wirklichkeit der Tatsache geschuldet, dass die Politik an einem Gesamtkonzept für die Entwicklung der Stadt Bad Oldesloe interessiert ist. Wenngleich, räumte sie ein, SPD und Grüne sich einig gewesen seien, nicht in diesem Bereich zu bauen. Im Gegensatz zur CDU. Auch wenn eine Entscheidung über den Aufstellungsbeschluss erst einmal vertagt wurde, sieht Uwe Rädisch dringenden Handlungsbedarf. „Wir sind gehalten, Baugebiete auszuweisen“, erklärte er. „Wenn Bad Oldesloe das nicht macht, dann setzt uns die Landesregierung in Kiel unter Druck.“ Die SPD habe das Problem hinzunehmen, dass die Stadt die Ausweisung benötige. Rädisch will die empörten Anlieger mitnehmen und eine Einwohnerversammlung anbieten, ebenso die SPD. Den Anliegern bereitet unter anderem das erhöhte Verkehrsaufkommen in der Straße Am Tegel Sorge. „Wenn wir die Verkehrssituation ändern, ist der Druck raus“, glaubt der CDU Politiker, der sich für eine ganzheitliche Lösung stark macht. Und klar formuliert: „Wenn man am Rand baut, muss man damit rechnen, dass weiter gebaut wird.“

Und dafür stehen in dem Gebiet 4,8 Hektar zur Verfügung. Anwohner Marc O. Janssen, glaubt, dass das Gebiet, das bebaut werden soll, allerdings wesentlich größer wird. Zusätzlich zu den 4,8 Hektar, so habe er in internen Unterlagen gelesen, sollen später nämlich nocheinmal acht Hektar dazukommen. Während Rädisch von „unsachlichen Dingen“ spricht, machen sich die Anlieger Sorgen. Nicht nur wegen eines Wertverlustes für ihre Häuser und Grundstücke. Sie befürchten auch ein Verkehrschaos, wenn das Baugebiet entsteht. „Bis zu 600 Autos sollen hier täglich fahren“, so Janssen. Für die Straßen Up den Pahl und Am Tegel als Zuwegung in das Neubaugebiet viel zu viele. Später, so die Informationen von Marc O. Janssen, wenn die zusätzlichen acht Hektar erschlossen würden, soll die Zuwegung über das Industriegebiet Süd-Ost erfolgen. Er begrü.t die Vertagung und die Idee, ein Gesamtkonzept zu erstellen. „Es ist besser, wenn man sich das Große und Ganze ansieht.“

Um zu einem diskussionsfähigen Gesamtkonzept für die Stadt zu kommen, entschieden sich die die Ausschussmitglieder am Montagabend, die Stelle eines Stadtplaners auszuschreiben. Bei ihm oder ihr sollen alle Fäden zusammenlaufen. „Wir wollen sehen, wo welche Probleme sind“, so Herrmann. Denn ob sich Bad Oldesloe tatsächlich in die Fläche ausdehnen müsse – was sie im Fall Am Tegel ja tun würde – sei unklar. „Die Frage ist doch: Welche Alternativen haben wir?“

Was passiert mit dem VHS-Gebäude?

Die SPD in Bad Oldesloe möchte im Gebiet Kirchberg und Königstraße (B-Plan 58) eine ganzheitliche Überplanung anschieben. Sie will dafür eine Vorkaufssatzung erlassen, die auch die Grundstücke Kirchberg 3 bis 7 betrifft.

Die Volkshochschule an der Königsstraße zieht um, wenn das Kultur- und Bildungszentrum fertig ist. Das städtische Gebäude steht dann leer. Hier böte sich, so die SPD, die Gelegenheit, neue Wohnformen zu entwickeln. Dafür sollen die Nachbargrundstücke mit eingebunden werden, wie das Gelände mit der Brandruine auf dem Kirchberg. Die CDU will jetzt erst einmal den B-Plan 58 aktualisieren und prüfen lassen, ob sozialgebundene Wohnungen in diesem Gebiet sinnvoll sind.