Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

28Jan

Lübecker Nachrichten vom 28. Januar 2015

Nur knappe Mehrheit für Städtepartnerschaft mit Jifna. 13 von 23 Oldesloer Stadtpolitikern sind für die Verbindung mit dem Ort in Palästina.

Von K. Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe – Das wird kein leichter Weg werden: Nur mit einer knappen Mehrheit von drei Stimmen entschieden sich die Bad Oldesloer Stadtvertreter jetzt für eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Jifna im Westjordanland. Damit folgten sie einem Antrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Linke. Sowohl die CDU als auch die Freien Bürger für Bad Oldesloe (FBO) stimmten entweder dagegen oder enthielten sich der Stimme.

Wer für die Partnerschaft stimmte, wollte damit einen Prozess in Gang setzen, der zum Frieden zwischen den Israelis, hier Oldesloe Partnerstadt Beer Yaacov, und den Palästinensern führen könnte – auf unterster Ebene. „Wir möchten zwischen den Menschen in Jifna und Beer Yaacov ein Band der Freundschaft schließen. Ganz normale Freundschaften werden über religiöse Konflikte triumphieren“,glaubt Hendrik Holtz (Linke). Grenzen und Mauern will er einreißen. Auch SPD und Grüne sind dabei. Friedensverhandlungen und Friedensnobelpreise– für Jitzhak Rabin und Jassir Arafat – „haben nichts bewirken können“, so die Grüne Dagmar Danke-Beyer. Die Aufgabe einer Städtepartnerschaft sei doch – wie die Beispiele mit Frankreich und Polen zeigten, mit denen Bad Oldesloe Partnerschaften unterhalte – Feindschaften zu überwinden.Man müsse die Menschen und nicht die politische Gesinnung sehen. „Man muss die Menschen von Angesicht zu Angesicht zur Begegnung bringen.“

Die neue Städtepartnerschaft mit Jifna also als Oldesloer Vermittlungsversuch zwischen Israelis und Palästinensern. Für Hans Jochim Stolten (CDU) nicht der Weg. Er will niemandem auf die Füße treten. „Eine Stiftung wäre doch ein besserer Weg, Völkerfreundschaften zu stiften.“. Auch Matthias Rohde (FBO) empfahl eine Vertagung der Entscheidung. „So eine Partnerschaft sollte doch von einer breiten Mehrheit getragen werden“, unterstrich der Politiker, der sich „schämte“. Denn völlig unklar sei, was die Menschen in Beer Yaacov darüber denken.

Das bestätigte Hartmut Jokisch vom Freundeskreis Beer Yaacov. „Wenn wir Beer Yaacov fragen, ob sie einer Partnerschaft mit Jifna zustimmen, dann laufen wir Gefahr, dass sie nein sagen“, verkündete er auf der Stadtverordnetenversammlung. Dann jedoch würde man nie dahin kommen, dass sich Israelis und Palästinenser die Handreichen würden. „Dann sind wir immer davon abhängig, dass Israel sich irgendwann zu einem Friedensvertrag mit Palästina entscheidet.“ Es sei aber wichtig, diesen Schritt jetzt „graswurzelmäßig zu beginnen“, betonte Jokisch.

„Ich würde es den Vertretern von Beer Yaacov überlassen, ob wir so eine Sache mit Jifna durchführen oder nicht“, erklärte Uwe Rädisch (CDU). Die Partnerschaft wäre ein starkes Signal der Völkerverständigung, aber nur, „wenn wir sicher sind, dass unsere Freunde in Beer Yaacov zustimmen“, unterstrich Gudrun Möllnitz (CDU).

Und auch Bad Oldesloe Bürgermeister Tassilo von Bary hat Bauchschmerzen bei dieser neuen Städtepartnerschaft. „Ich habe keine Ahnung, wie mein Kollege in Beer Yaacov das aufnimmt. Es kann ja auch passieren, das Beer Yaacov die Partnerschaft beendet. “

Oldesloer Städtepartner

Die Stadt Bad Oldesloe pflegt bisher mit drei Städten Partnerschaften: Beer Yaacov in Israel, Olivet in Frankreich und Kolberg/Kolobrzeg in Polen. Diese Kontakte fördern den europäischen Gedanken und lassen viele Freundschaften entstehen. Zudem ist die Stadt seit 1986 Mitglied im Solidaritätsbündnis „Hiroshima-Initiative-Gemeinden für den Frieden”.