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Pressespiegel

12Okt

Oldesloe: Erste Planungen für stationäres Hospiz

Der Verein Lebensweg hofft auf ein Grundstück am Schwarzendamm.

Die Architektin Doris Rickmers (l.) hat das Gelände am Schwarzendamm überplant. Sie diskutiert den Entwurf mit Sabine Tiedtke, die den Verein stationäres Hospiz für Jung und Alt ins Leben gerufen hat. Foto: kks

Die Zimmer im Hospiz sind nach Südwesten ausgerichtet. Der Blick aus den Räumen und von der Terrasse geht ins Grüne.

Auf dieser Koppel am Schwarzendamm könnte das stationäre Hospiz entstehen. Foto:Verena Bosslet

Lübecker Nachrichten vom 12. Oktober 2013

Von Kerstin Kuhlmann-SchultzBad Oldesloe - Bisher ist es ein großer Traum, einer der langsam immer mehr zur Realität wird: Für den Bau des stationären Hospizes Lebensweg gibt es einen ersten Bauentwurf auf einem Grundstück in Bad Oldesloe. Die Reinfelder Architektin Doris Rickmers hat für den Verein ein Gebäude am Schwarzendamm geplant, das Platz für zehn "Gäste" bietet, Platz für Menschen, die ihren letzten Lebensweg im Hospiz verbringen wollen.

Dabei besitzt der Verein das Grundstück noch gar nicht. "Eine Unterstützerin, die anonym bleiben möchte, würde uns das Grundstück als optionale Schenkung vermachen, wenn die Stadt Bad Oldesloe auch einen Teil dazu beiträgt. Bedingung ist natürlich auch, dass dort ein Hospiz entsteht", erklärt die Vorsitzende und Gründerin des Fördervereins Lebensweg, stationäres Hospiz für Jung und Alt, Sabine Tiedtke. Der städtische Beitrag wäre die Überlassung des Nachbargrundstückes, damit auf beiden Teilen ein Hospiz entstehen kann. "Es gibt allerdings noch eine Hürde", erklärt die Architektin. "Das Gelände ist noch kein Bauland. Wir werden aber einen Antrag stellen." Unabhängig davon haben sich die Mitglieder des Fördervereins Gedankendarüber gemacht, wie das Hospiz Lebensweg aussehen könnte.

"Wir wollen der Bevölkerung zeigen, wie ein Hospiz aussehen kann, wir wollen zeigen, wie wir das gestalten wollen",so Tiedtke. Sie möchte ein Haus bauen, in dem der Tod, das Sterben, das Leben sowie das Lachen und das Weinen seinen Platz und seine Zeit finden. Der Hospiz-Traum am Schwarzendamm würde etwa 2,4 Millionen Euro kosten. Geld, das der Förderverein natürlich noch nicht hat. Dafür gibt es konkrete Vorstellungen: Das Haus ist ebenerdig und barrierefrei konzipiert, insgesamt zehn "Gäste" können dort ihren letzten Lebensweg gehen. "Wir möchten ein Haus, das Innen einen Dorfcharakter hat. Jeder soll selbst entscheiden, möchte er am Leben teilnehmen oder sich zurückziehen.

"Die acht Einzelzimmer und zwei Appartements- hier können neben den Gästen auch Angehörige oder Freunde übernachten - haben alle eine eigene Terrasse. Die Türen sind so breit, dass auch das Bett auf die Terrasse gefahren werden kann. "Die Terrassen sind nicht von anderen einsehbar", legen Rickmers und Tiedtke Wert auf Privatsphäre für die "Gäste". Und ermöglichen von jedem Zimmer aus sogar einen freien Blick in den Himmel - direkt vom Bett aus. Das ist Teil des Konzeptes. Denn das Hospiz soll ein Ort in Bad Oldesloe werden, an dem der Mensch gemeinsam mit seinen Angehörigen, seinen Freunden und allen die ihm nahestehen auf seinem letzten Lebensweg liebevoll und in Würde begleitet wird.

"Es hat sich gezeigt, dass es einen großen Bedarf für ein stationäres Hospiz gibt. AmEnde seines Lebens möchte jeder Mensch in warmherziger Umgebung selbst bestimmt und mit menschlicher Unterstützung schmerzfrei gehen können", erklärt Sabine Tiedtke. Und zeigt sich begeistert über die Resonanz, die der Verein Lebensweg erfährt, der sich vor knapp einem Jahr am 9.November 2012 gegründet hat.

Bis zur Verwirklichung des Traumes ist es allerdings noch ein langer Weg. Denn Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary hat klar gemacht, dass der Hospiz-Traum nicht am Schwarzendamm verwirklicht werden kann. "Das ist Außenbereich, das ist schwierig." Es habe für diesen Bereich schon viele Bauanfragen gegeben, aber das würde nicht gehen. Außerdem "wollen wir eine Innenentwicklung und keine Außenentwicklung". Gleichwohl sei das Bad Oldesloer Bauamt auf der Suche nach einem Grundstück für ein stationäres Hospiz. Damit aus dem Traum auch Realität werden kann.

 

Stimmen zum Projekt von den Politikern

Grundsätzlich befürwortet die Bad Oldesloer Politik die Planungen zum Bau eines stationären Hospizes.

"Das Projekt ist begrüßenswert", erklärt Hajo Krage (SPD, Foto). "Das Thema geht alle an und sollte nicht verdrängt werden." Er gibt zu bedenken, dass "die baurechtlichen Fakten fehlen. Dort darf zur Zeit nicht gebaut werden". Krage geht aber davon aus, dass sich eine Lösung finden wird.

Dagmar Danke-Bayer (Grüne) glaubt, dass es schwierig wird, ein geeignetes Grundstück zu finden. Bisher sei das Gelände am Schwarzendamm kein Baugebiet. "Mal sehen, was passiert, wenn wir das als Baugebiet ausweisen, mal sehen, ob das gewollt ist." Gleichwohl "wollen wir das Projekt fördern". Sie ist gespannt, ob die Stadt das Grundstück verschenken würde, "ich könnte mir auch Erbpacht vorstellen."

Für Horst Möller, Fraktionschef der CDU, ist das noch kein großes Thema. Auch er gibt zu bedenken, dass die Planungen den Außenbereich betreffen. "Da muss nicht nur die Stadt was zu sagen", sondern im Zweifel auch das Land. kks

Endlich ein Büro für den Verein

Heute ist Welthospiztag. Für Deutschland hat der Deutsche Hospiz- und Palliativ Verband das Motto "Ein gelungenes Leben heißt auch, in Würde zu sterben" formuliert. Der Förderverein Lebensweg hat ein Büro in der Lübecker Straße 95 bezogen. Es wurde von Dr. Dieter Sielmann zur Verfügung gestellt. Am 9. November ist Einweihung.