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Pressespiegel

06Feb

Stormarner Tageblatt vom 6. Februar 2015

Neuer Streit um Sportplätze. VfL fordert höhere Zuschüsse / Kurpark-Kneipen-Pächter sieht sich zu Unrecht in der Buhmann-Rolle.

Pächter Andreas Rah

Existenzangst: Pächter Andreas Rah macht sich Sorgen um seine Zukunft am Kurpark. Foto: Olbertz

Bad Oldesloe Die Kreisstadt und die Sportplätze – es kehrt keine Ruhe ein. Im eigentlich vorübergehend beruhigten Streit um das Kurparkstadion meldet sich jetzt Platzwart und Gaststättenpächter Andreas Rah zu Wort. „Ich werde so dargestellt, als hätte ich die Kosten hochgetrieben. Dabei habe ich keinerlei Gehaltsforderungen gestellt“, stellt er klar. Für seine Platzwarttätigkeit bekomme er in der Tat mehr Geld, müsse aber den gleichen Betrag mehr Pacht zahlen. Rah: „Von mir aus hätte alles so bleiben können, dann hätte es den ganzen Streit nicht gegeben.“

Den Pächter quälen Existenzsorgen. „Drei Mal im Jahr gibt es neue Verhandlungen, und ich weiß nicht, ob ich am nächsten Tag noch Arbeit habe“, klagt er: „Wenn der VfL seine Mannschaften hier abzieht, kann ich zumachen. Ich lebe von den Wochenenden, wenn hier Spielbetrieb ist.“ Die Zeiten, in denen nach dem Training noch in der Kneipe eingekehrt wurde, seien lange vorbei. Deswegen helfe es ihm auch nicht, wenn Türkspor die eventuell frei werdenden Trainingszeiten in der Woche an auswärtige Vereine vergebe. Als Lösung schwebt ihm deshalb vor, dass die Stadt die Anlage selber verwaltet und einen Platzwart einstellt. „Dann gibt es keine Querelen mehr“, ist Rah überzeugt.

Auch in anderer Hinsicht stehen neue Debatten ins Haus. Der VfL fordert Gleichbehandlung und hat deshalb einen Zuschussantrag über 28 900 Euro für Travestadion, Masurenweg und Wendum gestellt. Bislang erhält der VfL gut 17 000 Euro – zum Teil ohne Verwendungsnachweis. Alternativ, so die Argumentation des VfL-Vorsitzenden Detlef Rädisch in der Sitzung des Sozialausschusses, verzichte der Verein gerne auf die gut 12 000 Euro Zuschuss für das Travestadion, wenn die Stadt, wie sie es auch am Kurpark für Türkspor mache, die Energiekosten übernehme. Der VfL mache damit nämlich jedes Jahr mehrere Tausend Euro Verlust. Gökhan Akdemir von Türkspor betonte, dass die Energiekosten-Übernahme allen Nutzern im Kurparkstadion zugute Käme – damit zu 72 Prozent auch dem VfL.

Für die Politiker war die Lage klar, da gab es nicht viel zu diskutieren. „Kern ist, dass es keine einheitlichen Verträge gibt“, machte Gudrun Möllnitz (CDU) klar: „Die können den Vereinen vorgesetzt werden oder einvernehmlich ausgehandelt werden. Vorher macht es keinen Sinn, über Zuschüsse zu reden.“ Die Übernahme bestimmter Kosten seien im Grunde verstecke Zuschüsse. Deshalb soll die Verwaltung bis Mai auflisten, welcher Verein welche Beträge erhält. Außerdem will die FBO wissen, nach welchen Kriterien die Anlagen verpachtet werden.Andreas Olbertz