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Pressespiegel

15Mär

Stormarner Tageblatt vom 15. März 2014

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Hin und Weg im Hier und Jetzt

Hin und Weg Es ist ja nicht so, dass man hier in Stormarn vor lauter Polizeibeamten nicht wüsste, wie man die mit sinnvoller Arbeit beschäftigen könnte. Insider munkeln schon lange hinter vorgehaltener Hand, dass es wahrscheinlicher ist, dass sich zwei Einbrecher auf Diebestour begegnen, als dass sie von einer Polizeistreife entdeckt werden. Und die paar Beamten, die nachts Dienst schieben, müssen nun also auch noch Schwertransporte auf ihrer Odyssee durch Stormarn begleiten. Weil am Bargteheider Kreuz und im Zuge der A1 Brücken nicht oder nur sehr eingeschränkt von Monsterbrummis befahren werden dürfen, fallen lange Umwege an. Und die Polizei muss hinterherdackeln. Als ob die nichts anderes zu tun hätte. Zwielichtige Gestalten werden sich erfreut die Hände reiben. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat so eine Vorstellung, wohin das zukünftig führen wird.

Hier und jetzt Am 25. Mai ist Europawahl. Die lockt traditionell kaum jemanden hinterm Ofen hervor. Aber in Oldesloe wird es dieses Mal ja ganz anders. Denn in der Kreisstadt könnte die Europawahl mit einem Bürgerentscheid über die Baumschutzsatzung kombiniert werden. Noch ist überhaupt nichts beschlossen, es steht nur ein entsprechender Antrag der FBO im Raum. Die beiden großen Fraktionen von CDU und SPD haben allerdings angekündigt, dass sie sich mit dem Gedanken grundsätzlich anfreunden können. Der Teufel wird natürlich wie immer im Detail stecken. Von der SPD kam ja schon der Hinweis, dass sie bei der von der FBO vorgeschlagenen Frage nicht mitgehen werden. Also sollten alle Freunde von Basisdemokratie und Volksabstimmung vorerst ganz locker bleiben und bloß nicht in Hektik verfallen. Warten wir also mal ab, was am Ende tatsächlich raus kommt. Und überhaupt muss man sich doch fragen: Macht das eigentlich Sinn? Das Wort Baumschutzsatzung reicht schon aus, um bei einigen Pawlowsche Reflexe auszulösen. Denen quillt dann verbaler Wutschaum aus dem Mund, sie rennen in den Schuppen, um die Kettensäge zu holen und knattern damit durch den Garten. Hallo? Hat eigentlich irgendjemand gelesen, worum es geht. Das geplante Kataster soll für die Bürger freiwillig sein. Wer an den Slogan "Mein Garten gehört mir" glaubt, der lässt seine Bäume halt nicht eintragen. Thema durch. Es gibt also keinen Grund, sich künstlich aufzuplustern. Andererseits muss man allerdings auch fragen, wenn das ohnehin nur freiwillig ist, bringt das dann überhaupt was ... außer üppigen Kosten? Da kann man auch trefflich drüber streiten. Aber ist das ein Thema für einen Volksentscheid?

Früher und Heute Es gibt einen weiteren Betrugsfall in der Kreisverwaltung. Der entstandene Schaden ist allerdings gerade mal vierstellig, kein Vergleich mit den anderen Fällen, die vor Gericht landeten. Interessant daran ist vor allem, wie es an die Öffentlichkeit kam: Durch eine anonyme Mail. Und in einem Nachschlag berichtet der unbekannte Schreiber, dass es neben den drei größeren Unterschlagungen der letzten Jahre einen weiteren Fall gegeben habe. Was immer man von anonymen Schreiben halten mag, offensiv ist der Kreis jedenfalls nie mit den Betrugsfällen umgegangen. Und die Begründungen, wie das geschehen konnte, klangen immer ähnlich: Eine hohe kriminelle Energie der Täter in Kombination mit "unglücklichen Umständen". Vor Gericht las es sich allerdings häufiger so, dass es den Tätern doch ziemlich leicht gemacht worden war. Hoffen wir also, dass Landrat Klaus Plöger Recht hat und die Kontrollmechanismen, die nach den Unterschlagungen installiert wurden, wirklich greifen. Völlig verhindern kann man solche Fälle ohnehin nicht, jedenfalls nicht, solange dort Menschen arbeiten.

Rolf Blase
Andreas Olbertz