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Pressespiegel

13Jan

Stormarner Tageblatt vom 13. Januar 2015

„Es kneift nach wie vor“. Zu wenig Kita-Plätze: Sozialausschuss lehnt weitere altersgemischte Gruppe am Möhlenbecker Weg ab.

Bad Oldesloe

Wer in Bad Oldesloe sicher einen Kindergartenplatz haben möchte, der geht auf Nummer sicher und meldet den Nachwuchs frühzeitig gleich bei mehreren Einrichtung an. So ist es gängige Praxis in der Kreisstadt. Insider berichten, dass vier bis fünf Anmeldungen inzwischen Standard sind, inhaltlich pädagogische Fragen würde immer weniger eine Rolle spielen.

Das hat Folgen: Bei der Verwaltung laufen unter diesen Umständen groß aufgeblähte Warteliste auf, die erst aufwändig manuell um die Mehrfachmeldungen bereinigt werden müssen. Kitas fallen oft genug auf die Nase, wenn sie Eltern anrufen, um die freudige Botschaft zu überbringen, dass es jetzt einen Platz gäbe, weil das besagte Kind nämlich längst eine andere Einrichtung besucht. Im Klartext bedeutet das: Niemand hat einen Überblick, wie viele Kita- oder Krippenplätze tatsächlich gebraucht werden.

Für die Kita am Möhlenbecker Weg hat das massive Auswirkungen. Krippenplätze werden zwar nachgefragt, die kann die Einrichtung aber nicht bieten. „Ich habe seit September Leerstände, weil ich keine Kinder in der entsprechenden Altersgruppe bekomme“, klagte Leiter Jens Reimann im Sozialausschuss: „Viele Eltern wollen einen Krippenplatz. Den bekommen sie aber nur woanders. Dann sind sie weg.“

Deshalb bleiben Kindergartenplätze unbesetzt. Das ist im Prinzip ja gar nicht schlecht, dann hat die Stadt eine Reserve beispielsweise für Zuzügler. Denen könnte per sofort ein Platz am Möhlenbecker Weg angeboten werden. Doch auch das ist für Reimann ein Problem: „Die sind doch sofort wieder weg, sobald bei ihnen in deren Nachbarschaft ein Platz frei wird.“

Der Pädagoge hat sich deswegen für den Mittelweg entschieden. Er möchte am Möhlenbecker Weg eine Elementargruppe in eine weitere altersgemischte Familiengruppe umwandeln. Dann könnte er auch unter Dreijährige aufnehmen. Das „Problem“ ist, dass die jüngeren Kinder gewissermaßen „doppelt zählen“ – in altersgemischten Gruppen dürfen maximal fünf U3-Kinder und zehn Ältere aufgenommen werden. Dadurch würden quasi Plätze „vernichtet“. Zudem würde eine zusätzliche halbe Erzieherstelle benötigt, was 21 000 Euro zusätzliche Personalkosten verursacht. Die Elternbeiträge sinken gleichzeitig, es gäbe aber auch Fördermittel – unterm Strich würden bei der Stadt jährlich 12 500 Euro an zusätzlichen Kosten auflaufen.

„Es kneift nach wie vor bei den Elementarplätzen. Aber auch die Krippenplätze sind knapp“, machte Thomas Sobczak das Dilemma deutlich. 256 Kindergartenkinder stehen auf der Warteliste, 266 Kinder machen im Sommer durch den Wechsel an die Grundschule voraussichtlich einen Platz frei. Da ist nicht viel Luft, um auf Plätze zu verzichten.

Im Krippenbereich sieht es laut Sitzungsvorlage der Verwaltung nicht besser aus: 92 Anmeldungen liegen vor, 67 Krippenplätze werden frei: ein Minus von 25. Die Verwaltung macht keinen Hehl daraus, dass die Umwandlung in eine gemischte Gruppe „dem Bedarf des Wohngebiets“ entsprechen würde. „Für die Anwohner stehen zurzeit nicht ausreichend Betreuungsplätze für unter dreijährige Kinder zur Verfügung.“

Mit der Eröffnung des Steinfelder Redders wurden 60 neue Kindergarten- und 20 Krippenplätze geschaffen. Wie sich das jetzt auf die Situation auswirkt, ist noch unklar. Die Verwaltung muss mit Zahlen vom September arbeiten. „Der Zeitpunkt ist unglücklich“, befand deshalb Gudrun Möllnitz (CDU) und riet Jens Reimann: „Bleiben Sie in Kontakt, wenn sich etwas ändert, holen Sie den Antrag wieder aus der Tasche.“ Mit den Stimmen von SPD und CDU wurde der Antrag daraufhin abgelehnt.

Im Zuge der Antragsberatung tauchte wieder die Frage nach der zentralen Platzvergabe durch die Stadt auf. Ein entsprechender Antrag der FBO war im März einstimmig beschlossen worden. Doch davon ist zumindest seitens der Verwaltung aktuell keine Rede mehr. Es gehe nur darum, mit neuer Software einen aktuelleren Überblick über die Belegung der Kitas zu haben und eine zentrale Anlaufstelle für die Eltern zu schaffen. Die Zuständigkeit für die Vergabe der Plätze bleibe bei den Trägern. Andreas Olbertz