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Pressespiegel

09Jan

Lübecker Nachrichten vom 9. Januar 2015

TMS legt der Stadt eine hohe Rechnung vor. Oldesloer Kommunalpolitiker kritisieren Kosten für den Ganztag von 42 000 Euro.

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe – Viele in politischen Gremien verteilte Rechenschaftsberichte wandern kommentarlos in die Ablage. Nicht so der Zwischenbericht, der den Mitgliedern des Oldesloer Ausschusses für Bildung, Soziales und Kultur jetzt zum offenen Ganztag an der Klaus-Groth- sowie der Theodor-Mommsen-Schule (TMS) präsentiert wurde. Das Papier gibt einen Überblick über die angebotenen Kurse, Teilnehmerzahlen und den jeweiligen Finanzbedarf des Gesamtprojekts. Die Aufschlüsselung der Zahlen vom Gymnasium stieß in den Reihen von SPD und CDU gleichermaßen auf Kritik.

„Wir sind der Meinung, die Kosten ufern aus“, sagte Torben Klöhn (SPD). Er monierte, dass die für den Ganztag aufgeführten Sachmittel der TMS im Vergleich zu anderen Schulen mit fast 42 000 Euro außergewöhnlich hoch ausfallen. So erschließe sich nicht, weshalb die TMS für die ergänzenden Kurse unbedingt auch ein interaktives White-Board anschaffen musste. In seiner Fraktion habe man sich gefragt, ob dahinter nicht eine Förderung des regulären Schulbetriebs steckt, für das die TMS von der Stadt ohnehin ein gesondertes Budget bekomme.

„Die sachmittelgestützten Kurse sind besonders nachgefragt. Das macht den Erfolg unseres Ganztags aus, dass auch in den Oberstufen noch viele Teilnehmer dabei sind“, begründete Schulleiter Henning Bergmann die Ausgaben. Abgesehen davon sei es ja gerade Ziel, die Schule und den offenen Ganztag stark zu verzahnen, fügte er hinzu. Wenn Schüler die aus dem Budget finanzierten PCs im außerschulischen Bereich nutzten, störe das ja auch niemanden.

Gudrun Möllnitz (CDU) bemerkte kritisch, dass die Höhe einiger Ausgaben in keinem Verhältnis zu der geringen Teilnehmerzahl mancher Kurse stehe. Als Beispiel nannte sie die Investition von fast 27 000 Euro für Blasinstrumente und das, obgleich nur jeweils zehn Schüler an zwei Stunden Instrumentalunterricht teilnehmen.

Die CDU-Politikerin bezeichnete es als ungerecht, dass andere Schulen vielGeld ausgeben müssten, um Kursusleiter zu finanzieren, während die TMS einen sehr geringen Personalanteil, dafür aber hohe Sachkosten präsentiere. Andere Schulen würden die Eltern höher belasten, das Gymnasium nehme aber nur einen Beitrag von einem Euro pro Schüler. Das widerspreche dem Grundsatz der Gleichbehandlung.

Wie Fachbereichsleiter Thomas Sobczak erklärte, bekommen die Schulen 40 Euro Zuschuss pro Schüler und zwar unabhängig davon, ob die mit diesen Sachmitteln finanzierten Kurse auch tatsächlich gut besucht sind. Sowohl Klöhn als auch Möllnitz sprachen sich dafür aus, diese Regelung perspektivisch zu ändern. „Wenn gerademal die Hälfte der Schüler vom Ganztagsangebot Gebrauch macht, dann ist das gegenüber anderen Schulen ungerecht“, begründete Gudrun Möllnitz den Antrag, dass die Sachkostenabrechnung zur nächsten Haushaltsberatung noch einmal auf den Prüfstand kommt. Dem stimmte das Gremium abschließend zu.

Buntes Angebot an den Schulen

Klaus-Groth-Schule: Von den 269 Schülern der Primarstufe haben 157 die Angebote des offenen Ganztags wie etwa Trommeln, Judo, Töpfern, Basteln, Weben, Stockkampf und andere Kurse genutzt. Die Schule kooperiert mit der Musikschule für Stadt und Land, den Sportvereinen THC und VfL, der Evangelischen Kirche und dem Verein Feste Grundschulzeiten.

Theodor-Mommsen-Schule: Im Schuljahr 2013/14 haben von 1183 Schülern 669 an Kursen teilgenommen wie etwa Basketball, Kunst, Volleyball, Kochen & Backen oder Arbeitsgemeinschaften wie Jazz, Theater, Broadcasting, Aquarium, Klettern, Konfliktlotsen oder Fußball. Die meisten Kurse haben die eigenen Lehrer betreut. Zudem wurden fünf Honorarkräfte engagiert.