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Pressespiegel

13Dez

Stormarner Tageblatt vom 13. Dezember 2014

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Sowas kommt eben von sowas

Müffelig Da werden wieder alle Klischees voll bedient: Die öffentliche Hand baut, und prompt explodieren die Kosten. 480 000 Euro waren für den Umbau des Cafés am Markt in Bad Oldesloe geplant, was schon eine extrem üppige Summe ist. 600 000 sollen es jetzt werden. Wer weiß, was noch kommt.

Jetzt nach einem Kostendeckel zu rufen oder das Projekt gar stoppen zu wollen, ist billigster Populismus. Dann hätte sich die Verpachtung erledigt und die Stadt wäre bis auf die Knochen blamiert. Das hätte eine verheerende Signalwirkung.

Trotzdem stinkt das zum Himmel, es riecht für den Laien dermaßen nach Schlamperei. Sowas muss Konsequenzen haben. Der aktuelle Bauamtsleiter wird da kaum etwas für können. Das faule Ei haben ihm Vorgänger ins Nest gelegt. Grade in der Immobilienabteilung hat es viele Wechsel gegeben, da wird ein Schuldiger wohl kaum noch auszumachen sein. Trotzdem wäre Politik gut beraten, das schonungslos und gründlich aufzuarbeiten, denn nur dann können Konsequenzen für die Zukunft gezogen werden.

Sparfüchse Die Sitzungsvorlage zum Café am Markt offenbart, vermutlich ungewollt, noch weiteres. Dort heißt es, die Kostenberechnung habe „erhebliche Mehrkosten“ ausgewiesen. Nach mehreren Konsolidierungsrunden seien „entsprechend Kosten eingespart worden“. Das bedeutet im Klartext zweierlei: Ohne die Einsparungen wäre die Kostenexplosion noch extremer ausgefallen. Hätte es die Kostensteigerung aber nicht gegeben, wären Sachen gebaut worden, die nicht nötig sind. Auf gut Deutsch: Es wäre zu teuer gebaut worden. Damit wären wir wieder bei den Klischees über Verwaltung und Bauprojekte...

Berufsrisiko Führende Feuerwehrleute waren seit vielen Monaten mit dem Stoßgebet zu Bett gegangen „Hoffentlich sind es keine Kameraden.“ Sie waren es doch. Vier junge Feuerwehrleute aus Ahrensfelde haben die Strohmieten angezündet, um Lob und Anerkennung bei den Kameraden zu ernten. Als ihnen das Zündeln zu riskant wurde, weil sie unter Verdacht gerieten, holten sie sich Helfer, die für sie die Brände legten. Das ist natürlich hochnotpeinlich für die Feuerwehren, die „mit Bestürzung“ reagierten. Auch das ist natürlich, aber für die Befürchtung, dass die Wehren in Verruf kommen könnten, gibt es keine Grundlage. Schwarze Schafe gibt es überall. So schlimm das auch ist, vier junge Leute können nicht die Reputation untergrabend, die sich die Freiwilligen Feuerwehren über Jahrzehnte erarbeitet haben. Trotzdem werden sich die Kameraden wohl so manchen dummen Spruch anhören müssen. Wer noch Zeit hat, kurz nachzudenken, bevor die Worte über die Lippen kommen, sollte sich vielleicht vornehm bremsen. Die Stormarner Blauröcke haben’s ohnehin gerade schwer.

Berufsrisiko Eine Brücke ist eine Brücke – oder? Bei der Moorwanderbrücke in Ahrensburg wollte der Bürgermeister nicht über die Brücke gehen, die andere vorgeschlagen hatten. Michael Sarach fühlte sich im Recht und zu Unrecht angegriffen, als die FDP sich wunderte, dass alternative, nur halb so teure Varianten nicht den Weg aus dem Rathaus in den Ausschuss gefunden hatten. Da kann man als Verwaltungschef natürlich verschnupft reagieren, dass einem selbsternannte Experten irgendeinen Bären aufbinden wollten. Man hätte aber auch die verlangten Informationen nachliefern können, gerne auch mit einer Begründung, warum es verworfen wurde. Dann bräuchte man jetzt nicht vor Wut in die Brücke zu beißen, wie es sich unser Karikaturist ausgemalt hat.

Rolf Blase, Andrea Olbertz