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Pressespiegel

06Dez

Stormarner Tageblatt vom 6. Dezember 2014

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Wie man’s allen nicht recht macht

Sturmerprobt Kaum bläst ihm der Wind mal scharf entgegen, knickt Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary ein. Da hat jemand von der Stadt einen Sportplatz gepachtet, und der Verwaltungs-Chef weist mal so eben an: Der andere Verein darf da jetzt auch rein. Spiel, Platz und Teilerfolg für den VfL. Ob das rechtlich zulässig ist, darf getrost bezweifelt werden. Man gut, dass die Türkspor-Vertreter das um des lieben Friedens Willen nicht hinterfragen.

Der VfL ist mit seinem Auftreten schon mehrfach gehörig in der Politik angeeckt. Offensichtlich begreifen Vorstand und Mitglieder nicht, dass die Pöbelattacken auf Dauer nicht zum Erfolg führen werden. Beim Exer hat das schon nicht funktioniert, mal sehen, was aus dem Kurpark-Stadion wird.

Dabei ist das Problem hausgemacht. Warum wird ein Stadion an einen Verein verpachtet, der es nur zu 17 Prozent selber nutzt und es zwangsläufig unterverpachten muss. Den ganzen Ärger um die Betriebskosten gäbe es nicht, wenn die Stadt den Hut auf hätte und die Vereine im Rathaus Nutzungszeiten beantragen müssen. Dann kann der Bürgermeister anweisen, was er will, und Diskussionen, ein Verein würde in die eigene Tasche wirtschaften, hätten sich auch erledigt.

Teurer Spass Das Einknicken ist dabei keine Oldesloer Eigenheit. In Bargteheide reichten geballte Elternproteste aus, um die geplante Erhöhung der Krippen-Gebühren wieder zu kippen. Klar ist es verständlich, dass die Eltern nicht mehr zahlen wollen. Und natürlich darf die Gebührenschraube nicht so weit angezogen werden, dass sich arbeiten gehen nicht mehr lohnt. Der Konflikt ist allerdings m System angelegt. Wenn ein Krippenplatz nach Abzug der Bundeszuschüsse 1400 Euro im Monat kostet, reichen auch die 3,5 Millionen Euro nicht aus, die allein die Stadt jährlich dafür ausgibt.

Markant Proteste gibt es auch in Trittau, allerdings nicht von Wählern, sondern von Investoren. Der Dauerstreit um Schützenplatz und Meierei-Gelände geht in seine nächste Runde, es könnte die letzte sein. Markant hat jetzt klar gemacht, dass man nicht bauen wird, wenn die Gemeinde Edeka auf dem ehemaligen Molkerei-Gelände zulässt. Nun könnten die Politik von Erpressung sprechen, der Markant-Geschäftsführer macht aber nur das, was er machen muss: Ausrechnen, ob sich eine Investition lohnt. Wenn die Politik die Grundbedingungen für so eine Kostenrechnung komplett ändert, kann sie sich über das Ergebnis eigentlich nicht wundern. Völlig egal, was man aus den Analysen und Stellungnahmen herausliest. Rolf Blase Andreas Olbertz