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Pressespiegel

10Dez

Lübecker Nachrichten vom 10. Dezember 2014

Endlich: Das Café am Markt in Bad Oldesloe wird umgebaut. Einziger Wermutstropfen: Die Stadtverordneten sollen weitere 120 000 Euro zuschießen.

Abbrucharbeiten im ehemaligen Café am Markt

Hand in Hand ging es gestern beim Entkernen des Cafés am Markt in Bad Oldesloe zu. Das Lokal soll bis März hergerichtet sein. Foto: von Dahlen

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe – „Der Umbau beginnt“ hatten Schilder in der Schaufensterscheibe des einstigen Cafés am Markt schon im Spätsommer angekündigt. Zu früh – der neue Betreiber ließ auf sich warten. Um so aufmerksamer wurden gestern Passanten auf Kai Möhle und seine Kollegen. Mit Stemmeisen bewaffnet schufen die Mitarbeiter der Firma Blome Tatsachen. Sie entfernten Tresendekorationen, Lüftungsrohre und Dämmstoffe, rissen Zwischenwände ein. Als größter Brocken sollte sich jedoch der Speiseaufzug entpuppen, der im neuen Restaurant „Laurent“ keine Verwendung mehr finden soll.

Bereits am Vorabend hatten sich die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses mit dem Umbau des seit vier Jahren leer stehenden Lokals befasst, wenn auch unter einem eher unerfreulichen Aspekt. Wie Bauamtsleiter Thilo Scheuber ausführte, haben sich die Kosten des Projekts von vormals geschätzten 480 000 Euro auf jetzt knapp 600 000 Euro erhöht. Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, muss jetzt mehr Geld in die Sanierung gesteckt werden, weil der einstige Café-Betreiber offenbar geschludert hat. Es heißt darin, dass „durch den ehemaligen Pächter. . . die ihm obliegenden und notwendigen Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten nicht vorgenommen“ hat. Die Kosten hätten ihm damals nicht in Rechnung gestellt werden können. Deshalb seien aber weder der Fettabscheider, die Lüftungsanlagen, die elektrische Unterverteilung und die WCs noch die Heizungsanlage nutzbar.

Scheuber, der das Projekt als Vermächtnis aus früheren Zeiten übernommen hat,kam bei einer gemeinsamen Besichtigung des Cafés mit dem Architekten des neuen Betreibers im Oktober zu der Erkenntnis, dass die noch anstehenden Arbeiten nicht von der bereits im Haushalt eingestellten Summe gedeckt werden.

Uwe Rädisch (CDU) bemängelte, dass die Stadt ihre Kontrollfunktion habe schleifen lassen. Er selbst habe das Café nach dem Auszug des Pächters in Augenschein genommen und sei entsetzt gewesen. So etwas dürfe es in Zukunft nicht mehr geben. Auch die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) zeigte sich verärgert, dass nun weitere Kosten auf die Stadt zurollen.„Wie können wir verhindern, dass immer wieder die gleichen Fehler passieren“, fragte sie. Scheuber versicherte, dass die Stadt künftig eine Fachfirma mit der Wartung und Kontrolle der Gerätschaften betrauen werde. Die Kosten dafür sollten auf die Pacht aufgeschlagen werden.

Heute Abend befasst sich der Finanzausschuss mit der zusätzlichen Ausgabe von 120 000 Euro. Das Zünglein an der Waage spielen die Stadtverordneten. 

Teurer als ursprünglich angenommen

Die Kosten sind bei vielen Bauprojekten in Bad Oldesloe gestiegen. Geradezu explodiert sind sie beim Ausbau des Kultur- und Bildungszentrums, der inzwischen bei 9,178 Millionen Euro liegt. Die Renovierung des Historischen Rathauses soll – aktuell geschätzt– mit einer knappen Million Euro ebenso teurer werden als gedacht. Weiteres Sorgenkind ist die Kita am Steinfelder Redder. Noch im Januar war von Kosten in Höhe von 1,86 Millionen Euro die Rede, im August musste der Preis auf 2,8 Millionen Euro nach oben korrigiert werden. Einen satten Aufschlag von 30 Prozent gab’s auch beim Ausbau des Drosselwegs. Für die Anwohner verteuert sich das Ganze auf 321 000 Euro, die Stadt muss 82 000 Euro draufsatteln. Nicht zuletzt kostete die Sanierung des Hallenbads 8,5 statt 6,8 Millionen Euro.  

Die Stadtverordneten tagen Montag, 15. Dezember, 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Bad Oldesloe.