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Pressespiegel

05Dez

Lübecker Nachrichten vom 5. Dezember 2014

Kurparkstadion: Ball rollt bis zum Krisengipfel. VfL-Fußballmädchen zeigen Präsenz im Oldesloer Ausschuss. Vom SV Türkspor verhängte Platzsperre ist bis 15. Dezember ausgesetzt.

Viele Besucher im im Mehrgenerationenhaus bei der BSKA-Sitzung

Mehr Besucher als Plätze gab es im Mehrgenerationenhaus, in dem ausnahmsweise getagt wurde. Fotos: dvd

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe –Dicke Luft in der Oase: Mit einem Großaufgebot waren am Mittwochabend Mitglieder des VfL Oldesloe im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss erschienen – allen voran die Mädchen aus der Abteilung Frauenfußball. Grund für das massive Auftreten im Mehrgenerationenhaus waren die jüngsten Querelen zwischen dem VfL und dem SV Türkspor als neuem Pächter des Kurparkstadions.

Für Verdruss sorgte eingangs, dass die Ausschussvorsitzende Annelie Strehl (FBO) dem Jugendwart der Fußballmädchen zunächst nicht das Wort erteilen wollte. In der Einwohnerfragestunde dürften sich nur Oldesloer äußern, erklärte sie dem aus Rethwisch stammenden Michael Franke. Auf Anraten anderer Ausschussmitglieder räumte Strehl ihm letztlich aber das Rederecht ein, vertrat er doch die Interessen der Oldesloer Sportlerinnen.

Franke beklagte, dass Türkspor dem VfL zu hohe Nutzungskosten aufbrummen wolle, während der SV selbst nur 13 Prozent davon zu tragen bereit sei. „Die Einnahmen werden privatisiert und die Kosten sozialisiert, das finden wir nicht in Ordnung“, meinte der Jugendwart. Der VfL habe zudem einen elfseitigen Vertrag unterschreiben sollen. Da es nicht möglich gewesen sei, eine Einigung hinsichtlich der Rahmenbedingungen zu erzielen, habe sich der VfL an die Stadt gewandt mit der Bitte um Vermittlung. Doch bevor es zu einem solchen Gespräch gekommen sei, habe Türkspor dem VfL die Nutzung gekündigt. „Dabei hat es der Mädchenfußball viel schwerer als der Männerfußball. Das verleidet einem die Lust am Ehrenamt“, appellierte Franke an die Ausschussmitglieder, vom klatschenden Fußballerinnen begleitet.

Bürgermeister Tassilo von Bary stellte klar, dass die politischen Vertreter nichts mit der Verpachtung des Stadions, geschweige denn der vertraglichen Vereinbarung zu tun haben. Dies sei allein Sache der Verwaltung. So habe die Stadt den Wirtschaftsplan, den Türkspor bei der Bewerbung um den Platz präsentiert hatte, akzeptiert. Aufgrund der jüngsten Auseinandersetzungen sei nun ein Termin mit den Vorständen von VfL und Türkspor für den 15. Dezember festgelegt worden, um die Kostenanteile transparenter darzustellen.

„Dann können wir unser Spiel am Wochenende aber vergessen“, riefen einige junge Fußballerinnen vom „Spielfeldrand“ dazwischen, nicht ohne daran zu erinnern, dass sie die Wähler von morgen sind. Von Bary wies dies mit der Bemerkung ab, er müsse gar nicht mehr gewählt werden, bot dann aber eine Zwischenlösung an. „Ich kann als Bürgermeister anordnen, dass das Stadion für den VfL wieder bis zum Gesprächstermin geöffnet wird“, erklärte er, ebenfalls unter Beifall der Sportlerinnen.

Dies gab von Bary gestern noch einmal schriftlich. Die Verwaltung und der SV Türkspor haben sich demnach im gegenseitigem Einvernehmen darauf verständigt, den laufenden Trainings- und Spielbetrieb für die Fußballerinnen des VfL Oldesloe bis zum 15 Dezember aufrechtzuerhalten. Die Platzsperre sei bis dahin aufgehoben, damit die jungen Spielerinnen ohne Nachteile zu erleiden in die Winterpause gehen können.

„Diese Zwischenregelung erfolgte allein vor dem Hintergrund, dass die vielen jungen Mädchen nicht die Leidtragenden der Auseinandersetzung der VfL-Verantwortlichen mit dem SV Türkspor sein dürfen. Insofern mögen die VfL-Verantwortlichen dies nicht als Teilerfolg verbuchen“, erklärte von Bary.

Keine Zuschüsse

Viele Asylbewerber sind nach Auskunft von VfL-Chef Detlef Rädisch in jüngster Zeit aus dem Verein ausgetreten. Dies sei dem Umstand zuzuschreiben, dass sie den Mitgliedsbeitrag von sieben Euro im Monat nicht mehr aufbringen könnten. Die Frage, ob die Stadt Bad Oldesloe imstande sei, ihnen die Teilnahme an Sportkursen zu ermöglichen, beschied Bürgermeister Tassilo von Bary indes abschlägig. Wenn es um Kinder und Jugendliche gehe, biete sich eine Förderung über das Teilhabepaket. Bei Erwachsenen seien keine Zuschüsse für Vereinsbeiträge vorgesehen. Rädisch räumte ein, dass das soziale Engagement des Vereins schon sehr viel koste.