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Pressespiegel

02Dez

Stormarner Tageblatt vom 2. Dezember 2014

Krippe 100 Euro teurer. Automatische Anpassung der Gebühren im Kitabereich hat teilweise drastische Auswirkungen.

Bad Oldesloe

Da steht einigen Eltern eine unschöne Bescherung ins Haus: Die alljährliche Neuberechnung der Kindergartengebühren ergibt, dass einige Familien ab Januar satte 100 Euro im Monat mehr zahlen müssen.

Am stärksten ist die Krippe des Brummkreisels betroffen. Eltern, die in Regelstufe 1 fallen, zahlen bislang für zehnstündige Betreuung an fünf Tagen in der Woche 527 Euro. Ab nächsten Monat werden es 628 Euro sein. Ein Plus von 101 Euro. Wer Pech hat, den trifft es in Wichtelhausen nur unwesentlich besser: Für 9,5 Stunden steigt der Monatsbeitrag um 96 Euro. So geht es anteilig weiter. Wer beispielsweise nur fünf Stunden täglich benötigt, wäre im Luftballon richtig. Dort steigt der Regelbeitrag „nur“ um 50 auf 314 Euro. Bei sechs Stunden (Moordamm, evangelische Kirche und Luftballon) schlägt die Anhebung mit 61 Euro zu Buche.

Im Regelbereich werden die Kosten aller Kindergärten beziehungsweise Krippen in einen Topf geschmissen. Daraus ergibt sich ein Mittelwert. Bislang wird ein Stundensatz von 2,26 kalkuliert. Davon werden für die Einkommensklasse R1 111 Prozent zugrunde gelegt. Für die Gruppe R2 sind es 121 Prozent. Für das kommende Jahr ergibt sich ein Stundensatz von 2,60 Euro. Hinzu kommt, dass die beiden Gruppen zu einer neue Tarifklasse R1 mit 115 Prozent verschmelzen. Das war 2011 so beschlossen worden. Damals gab es noch vier Regelstufen, die stufenweise zu einer abgebaut werden sollten. Die jetzige Anpassung ist der letzte Schritt. Die damalige Argumentation war, dass es in den Gruppen R1 bis R3 ohnehin nur wenige Beitragszahler gebe. Durch die Streckung auf mehrere Jahre sollte die Anpassung sozialverträglich gestaltet werden. Davon profitieren jetzt Eltern der bisherigen R2. Sie zahlen prozentual weniger, wodurch sich der Kostenanstieg weniger stark auswirkt.

2011 war beschlossen worden, den Elternanteil an den Kindergartengebühren von 30 schrittweise auf 37,5 Prozent zu erhöhen. Das hat höhere Kreiszuschüsse zur Folge. Der Stadtanteil sank dadurch in einer jährlichen Größenordnung von 100 000 Euro. Dieses Geld sollte in die Kindergärten zurück fließen – unter anderem für die Mittagessen.

Beim Beschluss 2011 waren die Politiker davon ausgegangen, dass sich die Veränderungen im Regelbereich bis 2015 nur moderat auswirken werden. Bei den Kindergärten ist das auch bis auf wenigen Euro eingetreten. Im Krippenbereich allerdings nicht. 439,08 Euro hätten es nach der damaligen Hochrechnung werden sollen, stattdessen stehen aktuell 565 Euro für die neunstündige Betreuung zu Buche. Ein Plus von 126 Euro oder fast 30 Prozent: Die Kosten im Krippenbereich müssen regelrecht explodiert sein.

Das gleiche Prinzip wird auch bei den Kindergartengebühren angewendet, macht sich aber nicht so stark bemerkbar. Die Spitze belegt wieder der Brummkreisel wegen der zehnstündigen Betreuung. Sie verteuert sich im kommenden Jahr um 34 auf 353 Euro. Wer nur sechs Stunden bucht, kommt mit einem Plus von 20 Euro davon.

Die Kindergartenbeiträge im Sozialbereich berechnen sich nach der jeweiligen Einrichtung. Die Betreuungsstunde bei Vicelin schlägt bislang mit 17,70 Euro zu Buche. Die Kosten steigen zum nächsten Jahr um lediglich 24 Cent pro Betreuungsstunde. Zum Vergleich: Beim Spatzennest steigt der Stundensatz um 1,97. Die evangelischen Kindergärten hatten bislang mit 18,56 den höchsten Stundensatz. Er steigt auf 19,49 Euro. Neuer Spitzenreiter ist der Luftballon mit einer Steigerung um 2,64 Euro auf 20,30. Alle Zahlen jeweils bezogen auf die Tarifgruppe S 9. Der Monatsbeitrag berechnet sich aus der gebuchten wöchentlichen Betreuungszeit multipliziert mit 4,2 Wochen.

Da der 2011 beschlossene Automatismus Grundlage für die Erhöhung ist, nahmen die Politiker im Sozialausschuss die Zahlen lediglich zur Kenntnis. Andreas Olbertz