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Pressespiegel

18Nov

Lübecker Nachrichten vom 18. November 2014

Kinder- und Jugendbeirat stellt Arbeit ein. In Bad Oldesloe gab es zu wenig Bewerber. Stadt sucht neue Form der Beteiligung.

Leon Hollatz

Von K. Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe – Der Kinder- und Jugendbeirat in Bad Oldesloe ist Geschichte. Seit 2002 hat es dieses Gremium gegeben, das die Interessen von Kindern und Jugendlichen vertreten hat. Zur jetzigen Wahl hatten zu wenig Kandidaten offiziell und rechtzeitig ihre Bewerbung eingereicht. „Wir haben die Wahl abgesagt“, so Oldesloes Stadtjugendpflegerin Karin Heinzen.

Die Stadt will aber das Engagement der Kinder und Jugendlichen, die gerne weitergemacht hätten, nicht ins Leere laufen lassen. Denn Jugendliche wie Leon Hollatz (15), der jetzt schon im Beirat Mitglied war, wollen weiter aktiv sein. Das hat Hollatz bereits auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung deutlich gemacht. Sein Problem war: „Ich habe gedacht, dass ich automatisch im Wahlverfahren drin bin“. Das war aber ein Fehler. Deshalb hatte Hollatz bei der Stadt um eine Verlängerung der Wahlperiode geworben. Ohne Erfolg: „Eine Verlängerung der Wahlperiode ist nicht möglich“, erklärte Bad Oldesloe Bürgermeister Tassilo von Bary. Hollatz ist enttäuscht, weiß aber auch, „dass es nicht besonders cool ist“, sich politisch einzubringen – vielleicht gab es deshalb nicht genug Bewerber.

„Gleichwohl möchte die Stadt weiter mit jungen Menschen Projekte entwickeln. „Die Beteiligung soll nicht leiden“, betont Heinzen. Gemeinsam mit den interessierten Kindern und Jugendlichen wolle sie sich zusammensetzen und etwas erarbeiten, kündigte die Stadtjugendpflegerin an. Das ist auch ein Weg für Leon Hollatz. Unterstützung aus den Reihen der Politik sei zugesagt – die wolle nicht formalistisch agieren und Anträge sowie Ideen durchaus verfolgen. Heinzen glaubt, dass sich die Form des Kinder- und Jugendbeirates überholt habe.„Die Kinder und Jugendlichen lassen sich nicht mehr in feste Strukturen drängen.“ Die Zukunft des Engagements liege eher in projekt- und themenbezogener Arbeit.

2002 war der Beirat ins Leben gerufen worden. Die damalige Stadtverordnete Evelyn Claaß warb um Beteiligung, denn im Beirat könnten Kinder und Jugendliche „die Spielregeln der Demokratie lernen“. Und das, resümiert Katrin Heinzen, sei vielen von ihnen auch gelungen. Sie verweist auf den Jugendtreff beim Logenhaus. „Die Mitglieder des Beirates sind für ihre Interessen eingetreten und mussten sich auseinandersetzen.“ Allerdings räumt sie ein, dass es ein langer Prozess war bis der Treff eingeweiht werden konnte.

Für die Fraktionschefin der SPD, Maria Herrmann, ist die Zeitspanne einer der Gründe, warum es nicht einfach sei, Kinder und Jugendliche für einen Beirat zu motivieren: „Es ist für Jugendliche schwierig in den Politik- und Verwaltungsstrukturen zu denken.“ Deshalb setzt auch sie auf Projektarbeit– wobei dieser Weg sicherlich der mühsamere sei. „Aber dann haben sie auch schneller einen Erfolg und sehen, dass es sich lohnt, sich einzubringen.“ Herrmann unterstreicht, dass man die Kinder und Jugendlichen wirklich ernst nehmen müsse: „Wir müssen auch eine echte Beteiligung machen. Bei den Spielplätzen läuft es ja sehr gut“.

„Dass es keinen Kinder- und Jugendbeirat mehr gibt, ist wirklich schade“, so Horst Möller, Fraktionsvorsitzender der CDU. Die Mitglieder des Beirates hätten sich gut eingebracht. „Wir hatten mit den Jugendlichen Glück. Sie haben den Jugendtreff konzipiert. Und sie haben sich beim Kunstrasenplatz am Exer gut eingebracht“, sagt er. Möller begrüßt, dass es weiter Jugendliche wie Leon Hollatz gibt, die sich in neuer Form einsetzen wollen. Auch wenn die Gruppe nicht mehr den offiziellen Touch des Beirates habe, könne sie natürlich mit ihren Vorschlägen kommen. Das sei für die CDU kein Thema“