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Pressespiegel

06Nov

Lübecker Nachrichten vom 6. November 2014

Oldesloer Radhaus wird gebaut. Knappe Mehrheit votiert für den 600 000 Euro teuren Bau am Bahnhof.

Michael Rathmann demonstriert mit Gleichgesinnten für das Radhaus.

Vor der Entscheidung demonstrierte Michael Rathmann mit Gleichgesinnten für das Radhaus. Foto: mc

Radhaus

So oder ähnlich wird das Radhaus am Bad Oldesloer Bahnhof aussehen, das Platz für 120 Räder bietet.

Bad Oldesloe.

Das Radhaus kommt. Mit 14 zu 13 Stimmen votierten Bad Oldesloes Stadtvertreter am Dienstagabend denkbar knapp für den Bau des Gebäudes zwischen den Gleisen am Oldesloer Bahnhof. Knapp 600000 Euro soll diese vollautomatische Station für Fahrräder kosten.

120 Räder können dort kostenpflichtig "parken", weitere 99 Fahrradständer entstehen auf einer Fläche am Parkhaus und 21 auf einem Stück zwischen den Bahngleisen. Die Verwaltung soll jetzt Fördermittel beantragen. In welcher Höhe die fließen, ist aber noch unklar.

Während sich SPD und Grüne über das Abstimmungsergebnis freuten, zogen CDU, FDP und auch die Politiker der Freien Bürger für Bad Oldesloe (FBO) lange Gesichter. Klar ist auch ihnen, dass mehr Stellplätze für Fahrräder geschaffen werden müssen, aber eben nicht für 600000 Euro. Thorsten Lohse (CDU) präsentierte denn auch eine Alternative, die 120 kostenpflichtige Fahrradboxen und 120 Fahrradständer vorsah - Einsparpotenzial 190000 Euro. "Wir sprechen über Steuergeld. Die Differenz von 190000 Euro ist ein Argument", warb er für die Alternative; nicht ohne auch die Betriebskosten für das Radhaus ins Felde zu führen. Jährlich würden 15000 Euro anfallen, bei der CDU-Variante seien es lediglich 1300.

Argumentationshilfe für die kostengünstigere Alternative bekam Lohse von Hinrich Stange (FDP). "Ich habe das Gefühl, dass das Radhaus aus Prestigegründen aufgestellt werden soll." Das aber sei zu teuer. Da es sich bei dem Radhaus um ein Hochregalsystem handele, werde auch personelle Unterstützung erforderlich sein. "Ich möchte nicht abends da stehen, wenn jemand sein Fahrrad nicht aus dem Radhaus bekommt", warnte der Liberale vor technischen Problemen.

Für Matthias Rohde (FBO) war klar: Bad Oldesloe habe wieder das Maß verloren, es werde wieder Geld "zum Fenster rausgeworfen. Wir wollen Stellplätze schaffen, aber wir brauchen nicht die mit der Goldkante". Das Radhaus sei für Bad Oldesloe eine Nummer zu groß. Das findet auch Bürgermeister Tassilo von Bary. Er hat "Bauchschmerzen" bei dem Projekt.

Dabei, so Wilfried Janson, Fraktionschef der Grünen, könne man es mit dem Radhaus schaffen, "mehr Menschen auf das Fahrrad zu bringen" - Menschen, die ohne solche Abstellmöglichkeit nicht mit dem Rad kommen würden. Auf diesem Wege "können wir Autostellplätze einsparen und etwas für den Klimaschutz tun".

Kerstin Kuhlmann-Schultz