Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

31Okt

Lübecker Nachrichten vom 31. Oktober 2014

Historisches Rathaus verschlingt fast eine Million Euro. Oldesloer Verwaltung plädiert für zügige Instandhaltung, da das Gebäude leer steht.

Historisches Rathaus

Außen hui, innen pfui? So baufällig wirkt das Historische Rathaus von Bad Oldesloe auf den ersten Blick nicht. Doch der Schein kann täuschen. Die Liste der Reparaturmaßnahmen ist lang. Fotos: dvd/Archiv

Von Dorothea von Dahlen  

Bad Oldesloe – Der Umbau des alten Amtsgerichtsgebäudes zum Kultur- und Bildungszentrum ist schon eine finanzielle Herausforderung. Nun rollt ein weiterer dicker Brocken auf die Stadt Bad Oldesloe zu. Schätzungen der Verwaltung zufolge muss annähernd eine Million Euro – 955 000 Euro – aufgewendet werden, um das Historische Rathaus an der Hagenstraße instandzuhalten beziehungsweise zu renovieren. Dies ist weitaus mehr, als bereits im Februar dafür veranschlagt worden war. Damals war von rund 275 000 Euro die Rede gewesen. Zwar hatte Kämmerin und Projektleiterin Mandy Treetzen die politischen Vertreter im Mai schon seelisch darauf vorbereitet, dass es im Endeffekt teurer wird als angenommen, doch mit einer solchen Kostensteigerung hatte insgeheim wohl doch niemand gerechnet.

Die Debatte im Hauptausschuss fiel angesichts der Hiobsbotschaft verhältnismäßig beherrscht aus. Vorstöße seitens der CDU, das Projekt statt dem Haupt- lieber dem Bau-und Planungsausschuss anzugliedern, wurden abgeschmettert mit der Maßgabe, dass es eine Sache des Vertrauens sei, die Instandsetzung des Historischen Rathauses als Teilprojekt des KuBs in den Händen von Mandy Treetzen zu belassen. Bürgermeister Tassilo von Bary merkte an, dass es Probleme bei der Abrechnung der Fördermittel geben könne, wenn KuB und Rathaus fortan als separate Projekte behandelt würden. Die CDU zog ihren Antrag letztlich zurück.

Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson stieß sich daran, dass die Heizkörper im Gebäude komplett ausgetauscht werden sollen, anstatt sie einfach nur zu streichen. Andreas-Joachim Weich, Bauingenieur der Stadtverwaltung, erklärte, die Heizkörper seien wohl auf Dauer nicht dicht genug, so dass Wasserschäden nicht auszuschließen seien.

Hinrich Stange (FDP) plädierte dafür, das Gebäude nach und nach instandzusetzen, um somit die Kosten gleichmäßiger zu verteilen. Doch Mandy Treetzen riet davon ab. Die Gelegenheit sei günstig, da das Gebäude derzeit wegen der benachbarten KuB-Baustelle leer stehe. Einige technische Anlagen wie etwa die Beleuchtung hätten auch ohnehin erneuert werden müssen. Weich schloss sich seiner Kollegin an. Das Projekt auf die lange Bank zu schieben, berge Kostensteigerungen, mahnte er an. Nach der Honorarordnung fielen die Beträge bei höheren Bausummen geringer aus. Teile man also alles in kleine Lose, verteuere sich die Maßnahme letztlich.

Ob es bei der genannten Summe bleibt, ist aber nach wie vor ungewiss. Birgit Reichardt-Mewes (CDU) machte darauf aufmerksam, dass noch gar nicht in Gänze dokumentiert sei, was alles am Historischen Rathaus repariert oder erneuert werden müsse. Mandy Treetzen räumte ein, dass die Aufstellung der Kosten nur eine Grobschätzung sein könne, da die Planungen erst am Anfang stünden.

Reparaturen sind laut der Übersicht der Verwaltung an Dach und Dachstuhl, der Fassade (Rissbildung), Fenstern sowie Innen- und Außentüren, Wänden, Decken und der historischen Treppe nötig. Zudem sollen die Böden neu belegt, ein Feuchtigkeitsschaden behoben und eine neue Heizungs- und Lüftungsanlage eingebaut werden.    

Entscheidende Sitzung  

Das letzte Wort in Sachen Historisches Rathaus haben die Stadtverordneten von Bad Oldesloe. Sie kommen am kommenden Dienstag, 4. November, um 19.30 Uhr in der Festhalle, Olivet- Allee, zusammen.

Gegenstand ihrer Sitzung wird auch der Beitritt der Stadt zur Stiftung Beruf und Familie sein, die Fahrradabstellanlage am Bahnhof, die Haushaltssatzung 2015 und der Bebauungsplan für die Travearkaden.

Die Grünen haben zudem den Antrag eingereicht, Bad Oldesloe als Stadt mit fairem Handel zertifizieren zu lassen.