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Pressespiegel

08Okt

Lübecker Nachrichten vom 8. Oktober 2014

Mehrheit im Bauausschuss für Radhaus. CDU wollte Abstimmung über die neuen Unterstellmöglichkeiten in Oldesloe vertagen und scheiterte damit.

Längs der Säulen könnten weitere Fahrradständer stehen. Foto:dvd

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe – Wie versprochen hat die Oldesloer Bauverwaltung den Turbogang eingeschaltet, auf dass die prekäre Parksituation für Fahrräder am Bahnhof bald der Vergangenheit angehört. Die Vorschläge des Radfahrerforums spielten dabei eine entscheidende Rolle. Obgleich das Gremium erst in der Vorwoche getagt hatte, arbeitete Bauamtsleiter Thilo Scheuber eine Idee der Radler flugs in die Beschlussvorlage ein, über die der Bau- und Planungsausschuss am Montag zu befinden hatte.

Demnach könnten am Säulengang, der den alten Unterstand am Bahnhof vom Bahnsteig abtrennt, sowie zwischen den Gleisen ohne größeren Aufwand 120 weitere Fahrradständer aufgebaut werden. Diese mit einem Eigenanteil von rund 4900 Euro recht preiswerte Variante fand im Ausschuss denn auch durch alle Fraktionen hinweg Zustimmung.

Doch mit dieser Lösung wären nur jene Radler berücksichtigt, die in erster Linie kostenlos parken wollen und keine besonderen Ansprüche an die Sicherheit der Anlage stellen. Und damit begannen sich die politischen Lager wieder voneinander zu trennen.

„Wir Grünen wollen ein modernes Radhaus, das eine Ladestation für E-Bikes beinhaltet“, sagte Fraktionschef Wilfried Janson. Perspektivisch werde es immer mehr Oldesloer geben, die sich motorunterstützt fortbewegen wollen. Zudem müsse für Besitzer wertvollerer Fahrräder auch ein Angebot gemacht werden, um Vandalismus und Diebstahl zu verhindern.

Aus den Reihen der CDU hagelte es Protest. Hauke Heesch fragte, ob es „unbedingt ein Porsche“ sein müsse. Auch Detlef Rädisch kritisierte, dass die Radhaus-Variante mit einem Eigenanteil von 340 000 Euro die mit Abstand teuerste sei. Er beantragte deshalb, den Beschluss zum Fahrradparken noch einmal zurückzustellen. „Das müssen wir erst in der Fraktion beraten“, sagte er.

Das wiederum brachte die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) auf die Palme. „Wir hatten schon mal einen einstimmigen Beschluss für zwei Radhäuser am Bahnhof. Gescheitert war das Ganze nur, weil der Fördermittelgeber den Bau abgelehnt hat“, erinnerte sie. Insofern sei es völlig unverständlich, dass sich die CDU jetzt gegen eine solche Investition sperre. Im Übrigen seien die einfacheren Varianten, die ein geschlossenes Gebäude mit Zugangskontrolle vorsähen, völlig unpraktisch. „Zu Stoßzeiten gibt das ein großes Problem. Da stehen alle vor der Einlasskontrolle im Stau“, sagte Maria Herrmann.

Mit dem Ansinnen der CDU, die Entscheidung noch zu vertagen, mochte sich auch Bauamtsleiter Thilo Scheuber nicht anfreunden. „Es würde bei der Haushaltsaufstellung sehr helfen, wenn jetzt ein Beschluss gefasst werden könnte“, merkte er an.

Bei der finalen Abstimmung scheiterten die Christdemokraten mit ihrem Antrag auf Vertagung. Anschließend wurden sie von SPD und Grünen in punkto Radhaus überstimmt. Zuvor aber musste noch der im April einstimmig verabschiedete Beschluss aufgehoben werden, wonach die Verwaltung mit Hochdruck den Bau von zwei Radhäusern am Oldesloer Bahnhof verfolgen sollte.

Ob nun tatsächlich eines der modernen, elektronisch gesteuerten Gebäude in Bad Oldesloe entstehen wird, ist aber noch längst nicht sicher. Zunächst einmal muss sich das Bauamt bezüglich der Planung mit der Deutschen Bahn AG ins Benehmen setzen. Das Verkehrsunternehmen hatte zwar pauschal sein Einverständnis erklärt, dass ein solches Gebäude zwischen den Gleisen errichtet werden dürfe, sich aber vorbehalten, auf die konkrete Planung Einfluss zu nehmen. Beteiligt werden muss auch das Eisenbahnbundesamt als Sicherheitsbehörde. Nicht zuletzt liegt es an den Stadtverordneten, ob sich das favorisierte Radhaus durchsetzen wird.

Alle Modelle auf einen Blick

 

Variante 1: Aufstellen von platzsparenden Fahrradboxen im alten Parkhaus. Gesamtkosten 255 000 Euro, Eigenanteil der Stadt 165 000 Euro.

Variante 2: Altes Parkhaus wird zum festen Gebäude mit Zutrittskontrolle für 120 Räder. Kosten 190 000 Euro, Eigenanteil 100 000 Euro.

Variante 3: Gleiches Modell wie Variante 2, aber für 240 Räder. Kosten insgesamt 215 000 Euro, Eigenanteil der Stadt 35 000 Euro.

Variante 4: Zwischen den Gleisen 4 und 5 wird ein Fahrradhaus mit Zugangskontrolle für 120 Räder errichtet. Kosten 220 000 Euro, Eigenanteil 130 000 Euro.

Variante 5: Das Radhaus, elektronisch gesteuerte Aufbewahrung von 120 Rädern. Kosten 450 000 Euro, Eigenanteil der Stadt 340 000 Euro.

Variante 6: Neue Radständer am Parkhaus und zwischen Gleisen. Kosten 42 000 Euro, Eigenanteil 4900 Euro.