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Pressespiegel

30Sep

Lübecker Nachrichten vom 30. September 2014

Architekt hält Trave-Arkaden für zu klotzig. Rudolf Krebs kritisiert, das geplante Geschäftshaus passe nicht zum Umfeld. Er stellt Ideen für das Areal am M&H-Parkplatz in Bad Oldesloe vor.

Dr. Rudolf Krebs vergleicht die Häuserzeile vor und nach dem Bau der Arkaden.

Dr. Rudolf Krebs vergleicht die Häuserzeile vor und nach dem Bau der Arkaden.

Dieser Plan zeigt Gebiet um das alten Kaufhaus.

Dieser Plan zeigt Gebiet um das alten Kaufhaus. Fotos: D. von Dahlen

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Er zeigt ein waches Interesse für den Städtebau. Kein Wunder, hat der Oldesloer Dr. Rudolf Krebs doch lange Zeit als Planer und Architekt gearbeitet - zuletzt in einem Hamburger Büro. Was die Entwicklung seiner Heimatstadt anbelangt, so übt er scharfe Kritik. "Es fehlt deutlich an einer städtebaulichen Konzeption", sagt er. "Das soll kein Affront gegen die Stadt sein. Aber es fehlt offenbar an Leitlinien, wie die Stadt künftig einmal aussehen soll."

Besonders deutlich werde die Konzeptionslosigkeit in der Lübecker Straße, wo die neuen Trave-Arkaden anstelle des alten Postgebäudes entstehen sollen, meint Dr. Krebs. Da es keine Vorstellungen seitens der Kommune gebe, wie das Gebiet inklusive des ehemaligen M&H- Kaufhauses und des Parkplatzes sinnvoll entwickelt werden könne, habe man sich völlig in die Hände von Investoren begeben, die sich nur von merkantilen Interessen leiten ließen, sagt er. Das Gespür für harmonische Gestaltung fehle ihnen. Für problematisch hält Krebs den massigen Baukörper der geplanten Trave-Arkaden. Um dies zu dokumentieren, hat er die Häuserfront der Lübecker Straße als Panorama fotografiert.

Der aktuellen Darstellung mitsamt der noch existierenden Post stellt er eine Montage gegenüber, die schon das neue Geschäftshaus als Planzeichnung enthält. "Wie man sieht, fügt sich das Gebäude überhaupt nicht in die Umgebung ein. Es ragt neben einem historischen Altbau wie eine steile Senkrechte empor und erschlägt alles um sich herum. Man kann modern bauen, aber sollte sich in Struktur und Maßstab dem Vorhandenen anpassen", sagt der Architekt. Die dem Bauhausstil nachempfundene Immobilie passe besser in eine Industriestraße denn in ein altstädtisches Ensemble. Die alte Post hingegen komme nicht so klotzig daher. Dadurch dass der Eingangsbereich eingeschossig sei und der höhere Gebäudeteil etwas zurückspringe, passe er sich besser in die Umgebung ein.

Seine Bedenken hatte der pensionierte Architekt bereits mehrmals geäußert - so auch als Stellungnahmez um B-Plan, der öffentlich ausgelegen hatte und nach eigenem Bekunden auch in Schreiben an den Bürgermeister und in Diskussionen mit Vertretern örtlicher Parteien. Doch ohne Erfolg. Um nicht nur zu meckern, sondern auch etwas Konstruktives beizutragen, hat sich Dr. Krebs auch Gedanken gemacht, wie die gegenüber liegende Straßenseite entwickelt werden könnte. Der offene M&H-Parkplatz, sollte nach seinem Dafürhalten zur östlichen Seite hin von einer Wohnbebauung eingefasst werden. "Wenn ein Supermarkt gebaut werden sollte, dann anstelle des alten Kaufhauses", sagt er. Das neue Gebäude könnte die Trave tatsächlich mit Arkaden einrahmen, so dass es Platz für ein Café mit Wasserblick gebe.

Bad Oldesloes Bauamtsleiter Thilo Scheuber, der erst seit 1. Mai im Amt ist, bekam auch ein Schreiben von Dr. Krebs und wird es noch persönlich beantworten. Auf Anfrage der LN teilte er mit, dass sich die Trave-Arkaden leider schon in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Der Satzungsbeschluss stehe kurz bevor.

"Ich gebe Dr. Krebs Recht darin, dass es vorher von städtischer Seite keine globale Planung gegeben hat, um späteren Investoren gestalterisch etwas entgegenhalten zu können", sagte Scheuber. Das sei aber künftig geplant. Er, Scheuber, lade aber Rudolf Krebs gern ein, sich mit seinen Plänen an das Bauamt zu wenden.

Ähnlich äußerte sich Bauausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Auch sie begrüße es, wenn künftig generelle Gestaltungsrichtlinie erarbeitet werden. Krebs könne seine Ideen im Bau- und Planungsausschuss einbringen. Konzepte für das Gebiet um das frühere M&H-Kaufhaus habe es in der Vergangenheit im Übrigen schon viele gegeben. Sie seien aber stets an der Realisierbarkeit gescheitert. 

 

Spätere Nutzung des neuen Geschäftshauses

Die Trave-Arkaden bestehen aus den Verkaufsräumen im Erdgeschoss mit Anbindung an die Lübecker Straße und rückseitiger Anlieferung, weiteren Verkaufsflächen im ersten Stock, Sozial und Technikräumen und Parkdeck, über das auch Kunden Zufahrt haben.

Die Verbindung zwischen den Stockwerken wird über zwei Aufzugsanlagen und ein internes Treppenhaus geschaffen, welche zum Parkdeck führen.

Einziehen wird Rewe (2000 Quadratmeter), der Drogeriemarkt Budnikowsky (520 Quadratmeter) und Denn’s Biomarkt (420 Quadratmeter). Zudem soll es Bilder, Tapeten, Malerbedarf, Haushaltswaren, Heimtextilien, Bettwaren und Babyartikel geben.