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Pressespiegel

02Okt

Lübecker Nachrichten vom 2. Oktober 2014

Radparkplätze: Fünf Varianten zur Auswahl. Bürgerworthalter Rainer Fehrmann legt Vorsitz des Forums in Bad Oldesloe nieder.

Fahrradboxen

Bad Oldesloe. Ist ein Radhaus die Lösung schlechthin für das Parkproblem am Oldesloer Bahnhof? Oder sollten lieber weitere Fahrradboxen oder nur -ständer aufgestellt werden?

Diese Fragen beschäftigen seit langem das Radfahrer-Forum sowie den Bau- und Planungsausschuss der Stadt. Unklarheit herrscht aber darüber, wer von beiden die treibende Kraft bei der Suche nach geeigneten Abstellmöglichkeiten sein soll.

Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU), der das Forum zehn Jahre lang leitete, stört es, dass im Bau- und Planungsausschuss am Montag neu ausgearbeitete Beschlussvorlagen präsentiert werden, ohne abzuwarten, was die Arbeitsgruppe zuliefert. Zwar halte das Forum es auch für notwendig, dass bis Jahresende eine Lösung her müsse. Doch sei im Ausschuss Aktionismus betrieben worden. So habe die Bahn ihre schriftliche Zusage, dass zwischen den Gleisen 4 und 5 eine Fläche genutzt werden dürfe, erst am 17. September gegeben. Ohne diese Information sei jegliche Planung vorher unrealistisch gewesen. Insofern fühle er, Fehrmann, sich vom Bau- und Planungsausschuss „von rechts überholt“. Zum Abschluss des jüngsten Forums habe er deshalb sein Amt als Vorsitzender niedergelegt.

„Es ist noch nichts entschieden. Alle Optionen stehen offen“, sagt die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Die Zeit sei aber reif, einen Beschluss zu fassen, wenn das Projekt 2014 realisiert werden solle. Denn ohne ihn könne dafür kein Geld in den Haushalt eingestellt werden. Und die Information von der Bahn, dass auch zwischen den Gleisen gebaut werden dürfe, liege seit Anfang September vor. Deshalb sei die Verwaltung damit beauftragt worden, alle Varianten zu präsentieren.

Alles in allem stehen jetzt fünf Vorschläge im Raum, die zum Teil untereinander kombinierbar sind. Denkbar wäre es etwa, die bestehende Anlage am Bahnhof so umzugestalten, dass im leer geräumten Erdgeschoss 120 platzsparende, kostenpflichtige Boxen verfügbar sind sowie 140 alte Fahrradständer, die nur neu angeordnet werden. Auch für die Varianten zwei und drei soll das alte Parkhaus weiter genutzt werden — und zwar so, dass darin Räder komplett eingeschlossen und nur von den Besitzern über eine Zugangskontrolle herausgeholt werden können. Variante zwei sieht neben 120 eingehausten Fahrradständern noch 140 offen zugängliche vor, während bei Variante drei alle 240 Räder „hinter Schloss und Riegel“ aufbewahrt werden. Noch mehr Gestaltungsfreiraum bietet die Option, zwischen den Gleisen zu bauen, so dass dort sowohl zusätzliche eingehauste Ständer wie ein festes Gebäude zur Unterbringung von Rädern errichtet werden könnte.

Die aus Kreisen des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) favorisierte Variante fünf — das voll elektronisch gesteuerte Radhaus — würde Raum für 120 Fahrräder bieten, mit 3800 Euro pro Stellplatz im Verhältnis zu den anderen Vorschlägen jedoch die teuerste Variante sein. Wie ADFC-Vorsitzender Reiner Hinsch anmerkt, ist aber noch nicht ausgelotet worden, ob es dafür nicht eine höhere Förderung von der Metropolregion geben könnte.

Dorothea von Dahlen