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Pressespiegel

20Sep

Stormarner Tageblatt vom 20. Septemberi 2014

Stormarner Wochenschau

www.wiedenroth-karikatur.de

Ist das wertvoll oder unbezahlbar?

Unbezahlbar 1 Stell dir vor, mitten in der Nacht geht der Alarm, und der Feuerwehrmann schaut erst mal in die Geldbörse. "Ach nö, ich hab' noch genug. Heute bleibe ich liegen." Sprach's und mummelte sich wieder in die Bettdecke. Natürlich ist es überspitzt, aber das könnte eine Folge daraus sein, dass der Oldesloer Finanzausschuss den Feuerwehrleuten pro Einsatz drei Euro zahlen will. Eine Wahnsinnssumme, oder? Da rückt man doch gleich viel motivierter aus.

Klar, haben die Feuerwehrleute Kosten: Die Fahrt zum Gerätehaus, der Strom für den Pieper ... Da läppern sich die Kleinbeträge. Mit Sicherheit wird es auch den einen oder anderen geben, den das finanziell beutelt. Aber drei Euro? Ist das nicht eher lächerlich? Eure Arbeit ist eh unbezahlbar, also lassen wir es gleich. Das wäre viel zu einfach, aber Wertschätzung muss auch nicht mit einer bestimmten Summe ausgedrückt sein. Wäre es nicht viel schöner, mal alle samt Partner und Kinder zu einem gemeinsamen Tag im Hansapark oder bei Hagenbeck einzuladen? Irgendetwas, bei erkennbar ist, dass sich jemand Mühe gegeben hat, die Leistung wertzuschätzen.

Unbezahlbar 2 Da hat sich Kiel ein bisschen verrechnet. Nicht 8,3 sondern über zehn Millionen Euro wird der neue Finanzausgleich Stormarn kosten - pro Jahr. Das ist die Zahl, die zu Anfang genannt wurde und die kein Kreispolitiker glauben mochte. In Kiel halten die Genossen die Reihen aber fest geschlossen, obwohl sich niemanden die Systematik des neuen FAG erschließt und die Geldverteilung nicht nur die bestraft, die gespart haben, sondern auch den ländlichen Raum ärmer macht und das Geld den Städten zuschanzt, ohne die damit retten zu können. Die Frage lautet: Ist die Reform das alles wert?

Unbezahlbar 3 Da hat es Großensee leichter, auch wenn es der Bürgermeister gerade nicht leicht hat. Ein Thema ist vom Tisch: Die ehemalige "Corbek" ist demnächst auch die ehemalige "Strandtheke". Mit einem Vergleich vor Gericht hat man sich nach langen Streitereien von dem Pächter getrennt, der Gaststätte und Badebetrieb 2011 übernommen hatte. Das zweite Thema wird teurer und dauert noch. Die Gemeinde hat ihr Gebot für den Großensee abgegeben. Die Hansestadt möchte den See verkaufen, den sie erst durch das Groß-Hamburg-Gesetz 1937 bekommen hatte, das vor allem zu Lasten Stormarns ging. Aber selbst das kann man Jahrzehnte später guten Gewissens zu Geld machen. Mal sehen, ob die Hanseaten bei der Vergabe den ideellen Wert des Sees berücksichtigen oder die Krämerseele rauskehren.

Andreas Olbertz, Rolf Blase