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Pressespiegel

24Sep

Lübecker Nachrichten vom 24. September 2014

Oldesloe ist gegen Fracking – aber nicht mit einer Stimme. CDU sah noch Beratungsbedarf. SPD, Grüne und Linke wollten sofort Druck aufs Land ausüben. Sie winkten die Resolution durch.

Bad Oldesloe - Alle Bad Oldesloer Politiker sprechen sich gegen das Fracking aus - allein auf eine gemeinsame Resolution können sie sich nicht einigen. Das zeichnete sich bereits bei der vergangenen Umweltausschuss-Sitzung ab und verlief auch bei der jüngsten Stadtverordneten-Versammlung nicht anders. Mit vier Nein-Stimmen, vier Enthaltungen und 15 Ja-Stimmen wurde der Resolutionsantrag von Grünen und SPD schließlich verabschiedet.

Der Beratungsbedarf, den die CDU bereits im Umweltausschuss angemeldet hatte, bestand für sie weiterhin. SPD und Grüne konnten sich aber nicht durchringen, die Verabschiedung der Resolution zu vertagen und über die Punkte noch einmal zu diskutieren. "Die Resolution ist unausgereift und nicht durchdacht, deshalb sind wir dagegen", bemängelte CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller das 13 Punkte umfassende Werk, mit dem Druck auf die Landesregierung ausgeübt werden soll. Gleichzeitig unterstrich er aber auch, dass "sich die CDU gegen Fracking ausspricht". Nur gesprochen wird in Bad Oldesloe eben nicht mit einer Stimme. Für Möller sind mehrere Punkte unklar - die jedoch können jetzt nicht mehr geklärt werden.

"Im Umweltausschuss ist es nicht gut gelaufen, dafür entschuldige ich mich. Trotzdem bleiben wir bei dem Antrag. Uns fehlt die Alternative, die Vorlage ist auch von anderen Städten übernommen worden", erklärte Maria Herrmann, Fraktionschefin der SPD. Sie unterstrich, dass ein entsprechendes Handeln jetzt auch von der Bevölkerung erwartet werde. Auch der Fraktionsvorsitzende der Oldesloer Grünen, Wilfried Janson, erklärte: "Wir müssen mächtig Druck aufbauen und Fracking verhindern."Fracking sei nicht nur ökologisch eine Katastrophe und unter anderem eine Gefahr für das Trinkwasser - in Bad Oldesloe wird das Trinkwasser aus tiefen Brunnen gefördert - sondern auch eine Entscheidung gegen die Energiewende.

Hendrik Holtz (Linke) sah ebenfalls dringenden Handlungsbedarf: "Jeder ist dagegen. Aber mit sinkenden Energiepreisen wird man versuchen, es uns schmackhaft zu machen. In der Wüste, wo niemand lebt, kann man das ja vielleicht machen, aber hier in Deutschland ist es verheerend. Es ist eine Technik, die nur beschränkt beherrschbar ist."

Matthias Rohde, Freie Bürger für Bad Oldesloe (FBO), versuchte sich als Friedenstifter - allerdings ohne Erfolg. "Es ist ein großer Streit um minimale Unterschiede. Alle sind gegen Fracking. Der Wert einer Resolution ist, sie einvernehmlich nach außen zu tragen. Es ist nicht notwendig in dieser Frage zu streiten", erklärte der Politiker. Anscheinend doch. K.Kuhlmann-Schultz