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Pressespiegel

23Sep

Stormarner Tageblatt vom 23. September 2014

Dankeschön für Ehrenamtler. Kontroverse Debatte über Vergünstigung-System für diejenigen, die sich mindestens zwei Stunden pro Woche engagieren.

Bad Oldesloe Eine halbe Stunde kostenlos parken, zwei Karten für das Hallenbad, Ermäßigung bei der Volkshochschule und in der Stadtbibliothek - das alles könnten kleine Anerkennungen einer "Ehrenamtskarte" sein, die die Oldesloer Sozialdemokraten auf den Weg bringen wollen. Hajo Krage stellte das Konzept in Form eines Antrags im Hauptausschuss vor. "Viele Menschen bringen sich in Bad Oldesloe ehrenamtlich ein, und wir finden, sie verdienen diese Anerkennung", sagte Krage. Hauptamtsleiter Malte Schaarmann schaute ein wenig überrumpelt: "Der personelle und administrative Aufwand in der Verwaltung ist für mich jetzt erst mal nicht absehbar."

Hendrik Holtz (Die Linke) lobte den Antrag und fühlte sich an ähnliche Vorstöße seiner Partei im Kreistag erinnert, die aber stets mit der Begründung "zu aufwändig" abgelehnt worden seien. So ähnlich argumentierte jetzt Karin Hoffmann (Grüne). "Ich weiß nicht was das alles soll. Kostenlos parken? Jeden Tag? Das ist albern. Wen motivieren denn die paar Euro?", fragte sie. "Wir wollen doch gar nicht neue Leute motivieren, aus diesen Gründen ehrenamtlich aktiv zu werden. Wir sehen das als Dankeschön", so Krage, der auch klare Regeln formulierte. Der Ehrenamtliche müsste sich nachweislich mindestens zwei Stunden in der Woche ehrenamtlich betätigen und dürfe dafür nicht mehr als vier Euro Aufwandsentschädigung erhalten. Außerdem müsste die Person mindestens 16 Jahre alt sein. "Ein Wahnsinn - wer soll das kontrollieren?", entgegnete Hoffmann. Außerdem habe sie gehört, dass der Marketingverein eine City-Karte für die Innenstadt plane mit "einer Art Payback-Punkte-System", lenkte sie vom Thema ab. "Darüber sollten wir eher nachdenken. Wie man das irgendwie mit einbringen kann. Die angedachten 15 000 Euro für die Ehrenamtskarte lassen sich besser in konkrete Projekte investieren", argumentierte sie.

"Nicht alle bekleiden aus guten, positiven Gründen ein Ehrenamt. Sondern eben auch für ihr eigenes Profil. Das sollten wir nicht mit so einer Karte noch weiter polieren und Narzißmus bei einigen Mitmenschen fördern", merkte Hinrich Stange (FDP) an. "Wer ein großes Auto fährt, der muss nicht die Parkgebühr von der Stadt geschenkt bekommen", so Stange weiter.

"Wer ein Auto hat, der kann sich auch die Parkgebühr leisten", ging der parteilose Wolfgang Schmidt noch einen Schritt weiter. "Ich sehe viele Menschen, die nicht genug Geld haben, sich trotzdem einbringen. Sie arbeiten in Sozialprojekten oder bringen sich trotz Hartz IV intensiv ein. Denen sollte man ganz konkret etwas bieten und sie fördern. Warum sollten wir finanziell gut gestellten Ehrenamtlern auch noch was schenken?", fragte er.

Unterstützung bekam die SPD von der CDU. "Ich finde die Idee generell nicht schlecht. Inhaltlich müssen wir da in der Fraktion drüber reden. Aber der Ansatz ist durchaus gut, so den Ehrenamtlern einen Dank auszudrücken", sagte Horst Möller. Und auch Horst Janson von den Grünen wollte abschließend seine "generelle Bereitschaft etwas für Ehrenamtler zu tun", zum Ausdruck bringen. Konkret beschlossen wurde im Hauptausschuss nichts. Die Ehrenamtskarte soll zu den Haushaltsberatungen erneut auf den Tisch kommen. Die Verwaltung soll bis Anfang des Jahres überprüfen, welchen Mehraufwand es für die Mitarbeiter bedeuten würde. Patrick Niemeier