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Pressespiegel

20Sep

Lübecker Nachichten vom 21. September 2014

Anerkennung durch Ehrenamtskarte. Bad Oldesloer Sozialdemokraten wollen Vergünstigungen für Ehrenamtler einführen. Entscheidung vertragt.

Hajo Krage

Wir wollen mit der Ehrenamtskarte keinen

Von Kerstin Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe - Die Ehrenamtler der Stadt unterstützen, den Ehrenamtlern der Stadt Anerkennung aussprechen. All das will die Oldesloer SPD mit der Einführung einer Ehrenamtskarte erreichen. Die Sozialdemokraten wollen, dass die Stadt Bad Oldesloe diese Karte einführt und dafür 15 000 Euro in den Haushalt 2015 einstellt. Einen entsprechenden Antrag stellten sie jetzt im Hauptausschuss.

Die Karte, so Hajo Krage für seine Partei auf der jüngsten Hauptausschusssitzung, solle mehrere Vergünstigungen für Ehrenamtler enthalten: 30 Minuten Parken auf allen kostenpflichtigen Parkplätzen, jeweils zwei Freikarten für einen Erwachsenen oder Jugendlichen für das Travebad sowie für das Freibad Poggensee, zwei Euro Rabatt auf die Jahreskarte der Stadtbibliothek sowie einmal im Kalenderjahr fünf Euro Rabatt auf einen Kurs bei der Volkshochschule. "Außerdem wird Gewerbetreibenden in Bad Oldesloe die Möglichkeit gegeben, sich an dem Projekt Ehrenamtskarte zu beteiligen, in dem auch sie Vergünstigungen oder sonstige Leistungen für Inhaber der Karte anbieten", so Krage. Und, keine Frage, "sie soll umweltverträglich sein und nicht aus PVC."

Eine Idee, die im Hauptausschuss durchaus unterschiedlich diskutiert wurde: Während der SPD-Antrag dem Linken-Politiker Hendrik Holtz "großenteils aus der Seele spricht", wollte er allerdings auch wissen, "wie groß ist der Verwaltungsaufwand, wie viel Mehrarbeit bedeutet dies für die Verwaltung und reichen die 15 000 Euro überhaupt aus?" Fragen, die noch nicht geklärt werden konnten, die Verwaltung wird sich aber jetzt kümmern. Für den parteilosen Wolfgang Schmidt hingegen ist die Ehrenamtskarte keine gute Idee. "Ich werde das ablehnen. Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist freiwillig. Wer ein Auto fährt, dem muss ich nicht noch beim Parken helfen." Er würde lieber die Menschen unterstützen wollen, die in Projekten seien, aber dennoch von Hartz IV leben müssten.

Karin Hoffmann (Grüne) stellt die Ehrenamtskarte ebenfalls in Frage. "30 Minuten kostenlos parken, was soll das?" Da werde nach dem Gießkannenprinzip verteilt, "was für ein Aufwand, wer soll das kontrollieren". Ihr Parteikollege Wilfried Janson hingegen begrüßt durchaus, dass für die Ehrenamtler der Stadt etwas getan werde," es ist gut sie zu fördern". Aber schnell hat er die Vergünstigungen zusammengerechnet – insgesamt 14 Euro, was zum Kommentar führte: "Ist das so ein Anreiz?" Doch so, erklärte Hajo Krage, sei das auch gar nicht zu verstehen. "Wir wollen mit der Ehrenamtskarte keinen locken, ehrenamtlich aktiv zu werden. Es soll eine Anerkennung sein", betonte der Sozialdemokrat, der die Karte nur dann an Bad Oldesloer ausgeben möchte, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen (siehe Kasten).

Gegen die Karte, die nach Vorstellungen der SPD alle zwei Jahre verlängert werden muss, hat auch die CDU grundsätzlich nichts einzuwenden. "Die Idee ist nicht vollkommen daneben für mich. Das man in die Richtung etwas machen kann, halte ich für denkbar", erklärt Fraktionschef Horst Möller. Also, "wir sträuben uns nicht mit Händen und Füßen", er werde das Thema aber erst einmal in der Fraktion beraten. Und möchte von Seiten der Verwaltung geklärt wissen, wie die Einführung einer Ehrenamtskarte umzusetzen sei.

Da der Beratungsbedarf nicht nur bei der CDU groß ist, wurde eine Abstimmung über den SPD-Antrag erst einmal verschoben.