Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder
Messe Bilder

Pressespiegel

20Sep

Stormarner Tageblatt vom 20. September 2014

Spesen für die Feuerwehr. Oldesloer Finanzausschuss gewährt den Kameraden als Anerkennung jetzt drei Euro pro Einsatz.

Feuerwehrleute mit Atemschutzgerät.

Atemschutzgeräte sind oft im Einsatze und müssen dann gereinigt werden. Dafür gibts jetzt Geld.

Bad Oldesloe

Da lässt sich die Stadt nicht lumpen. Oldesloes Feuerwehrleute bekommen zukünftig drei Euro pro Einsatz an dem sie teilnehmen. So haben es die Mitglieder des Finanzausschusses beschlossen. Das ist kein Lohn, keine Bezahlung sondern ausdrücklich eine Aufwandsentschädigung - gedacht für die Fahrten zum Gerätehaus und zurück.

Die Verwaltung hatte ausgerechnet, dass ein Feuerwehrmitglied, wenn es vier Kilometer von der Wache entfernt wohnt und zu 150 Einsätzen im Jahr ausrückt, 1200 Kilometer verfährt. Und es gebe etliche Feuerwehrkameraden die auf eine deutliche höhere Zahl an Einsätzen kommen. Versammlungen und Dienstabende sollen ausdrücklich nicht berücksichtigt werden.

Die Feuerwehr hatte pauschal vier Euro pro Person und Einsatz beantragt. "Größere Wehren im Lande machen das schon länger", argumentiert Wehrführer Bernd Schmidt: "Wir fanden das sehr gut." Die Stadt würde das rund 15 500 Euro jährlich kosten. Die Verwaltung machte eine andere Rechnung auf: Das Bundesreisekostenrecht sieht 20 Cent Entschädigung je Kilometer vor. Bei den angesetzten acht Kilometern ergibt das 1,6 Euro je Einsatz. Da hätte die Stadt hätte nur 6 200 Euro zu berappen.

Und wie entscheidet sich Politik nun zwischen diesen beiden Positionen? Für die CDU war die Sache klar: "Wir hätten lieber den Verfügungsfonds für die Feuerwehr deutlich erhöht", so Fraktionsvorsitzender Horst Möller. Doch das wollte die Feuerwehr nicht. Deshalb bekam der Antrag der SPD eine Mehrheit. Die Sozialdemokraten sprachen sich für drei Euro je Einsatz aus. Der Betrag sei "mehr eine gefühlte Zahl" gewesen, erklärt Sprecher Björn Wahnfried: "Uns ist wichtig, den Verwaltungsaufwand gering zu halten, da bietet sich eine Pauschale an."

Die Reduzierung um einen Euro gegenüber dem Antrag der Feuerwehr macht aus Verwaltungssicht durchaus Sinn, denn bei den Vergleichswehren sei in den vier Euro auch Verpflegung enthalten, so Fachbereichsleiter Thomas Sobczak: "Darum sollen sich die Feuerwehrleute nun nicht noch selber kümmern."

Und es gibt noch mehr Geld für Feuerwehr-Aktive. Da kaum noch ein Einsatz ohne Atemschutzgeräteträger auskommt, ist der Arbeitsaufwand für den hauptamtlichen Gerätewart nicht mehr zu bewältigen. Zwei ehrenamtliche Gerätewarte kümmern sich um diese Ausrüstungsgegenstände. Sie sollen dafür künftig 80 Euro monatlich erhalten.

Neun Gruppenführer engagieren sich in der Oldesloer Feuerwehr. Sie bekommen ab 2015 ebenfalls eine kleine Aufwandsentschädigung: 60 Euro jährlich wurden beantragt und bewilligt. Gemeindewehrführer Bernd Schmidt ist zufrieden: "Das ist eine kleine Anerkennung für Leute, die mehr tun als normal. Wir sehen es positiv, dass die Politik da ein Zeichen setzt und unsere Mitglieder unterstützt."

Die Summen mögen lapidar klingen, doch längst nicht für alle. Schmidt: "Wer 200 bis 300 mal im Jahr ausrückt, für den kommt schon einiges zusammen. Und wir haben eben auch Mitglieder, für die das kein lächerlicher Betrag ist." Es werde aber wohl auch Mitglieder geben, die auf das Geld verzichten und es der Kameradschaftskasse spenden.

Fahrzeuge müssen für die Oldesloer Wehren im kommenden Jahr nicht angeschafft werden. Für je 7000 Euro sollen allerdings ein Reinigungs- und ein Prüfgerät für die Atemschutzmasken gekauft werden. Außerdem müssen nach etwa 20 Jahren zwei neue Wassersauger angeschafft werden - Kostenpunkt 8000 Euro. Über diese Posten gab es keine Diskussionen, die Finanzausschussmitglieder bewilligten die benötigten Mittel einstimmig. Andreas Olbertz