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Pressespiegel

06Sep

Lübecker Nachrichten vom 6. September 2014

Oldesloer wehren sich gegen Fracking. Politiker verabschieden Resolution. Sie befürchten Schäden fürs Trinkwasser.

Bad Oldesloe - Die Politiker in Bad Oldesloe sind in heller Aufruhr. Grund ist das so genannte Erlaubnisfeld Leezen, für das sich eine norwegische Firma die Rechte für das Aufsuchen von Kohlenwasserstoffen gesichert hat. Sprich: Sie will dort nach Bodenschätzen wie Erdöl oder Erdgas bohren. Und da dieses Gebiet sich im Osten bis nach Stormarner streckt, herrscht nun große Aufregung von Bad Oldesloe bis Bargteheide.

Denn auch wenn die Firmen, die sich Claims in Schleswig-Holstein gesichert haben, alle abwiegeln, befürchten Politiker wie Bürger, dass die Unternehmen am Ende doch die umstrittene Fördermethode Fracking anwenden. Der Umweltausschuss der Stadt Bad Oldesloe hat daher auf seiner Sitzung am Donnerstag nicht nur das Fracking aufgrund unabsehbarer Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der Bevölkerung verurteilt, sondern auch eine Resolution mit 13 Punkten an die Kieler Landesregierung verabschiedet, darunter eine Beteiligung der Stadt bereits vor der Erteilung von bergrechtlichen Genehmigungen. Denn das Trinkwasser werde in Bad Oldesloe aus tiefen Brunnen gefördert, deren Einzugsgebiete sich mit dem möglichen Fracking-Gebiet stark überlappen. "Ich bin ein wenig hilflos", gibt die SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann unumwunden zu. "Mir fehlen alle wichtigen Informationen, die ich bräuchte.

"Da die Verwaltung durch das in diesem Fall geltende Bergrecht zur Verschwiegenheit verpflichtet sei, habe sie erst aus den Lübecker Nachrichten von dem Erlaubnisfeld Leezen und den möglichen Folgen vor Ort in Bad Oldesloe erfahren. Für die Sitzung des Umweltausschusses hatte sie daher zusammen mit Hartmut Jokisch von den Grünen einen Antrag formuliert, der auch mehrheitlich angenommen wurde. Dass die Unternehmen offiziell Fracking ausschließen, beruhigt die Politiker nicht. Nach ihren Informationen ist die norwegische Firma ein Ein-Mann-Betrieb. "Was ist, wenn der seine Schürfrechte weiterverkauft?", fragt Herrmann.

Wilfried Janson von den Grünen sieht es genauso. "Das Thema hat eine große Brisanz und einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung." Deshalb müsse man sofortreagieren. Verständnis für die CDU hatte der Ausschussvorsitzende daher nur wenig. Die wollte den Antrag noch einmal beraten – und stimmte deshalb dagegen. mce

Endgültig verabschiedet wird die Resolution am 22. September von der Stadtverordnetenversammlung.