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Pressespiegel

08Jul

Lübecker Nachrichten vom 8. Juli 2014

Von Nasenschildern und Kundenstoppern. Die Werbesatzung von Bad Oldesloe soll reformiert werden. An der Debatte sollen auch die Geschäftsleute beteiligt sein.

Kundenstopper vor einer Hauswand.

So genannte Kundenstopper sollen künftig dichter an der Hauswand aufgestellt werden. Dies fordert auch der Behindertenbeirat. Foto: von Dahlen

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen - so lautete einst das Credo des amerikanischen Automobilherstellers Henry Ford. Von der Notwendigkeit, dass Geschäfte auf ihre Existenz hinweisen müssen, um zu überleben, sind auch Verwaltung und Politik in Bad Oldesloe überzeugt. Die Vorstellungen, in welchem Ausmaß dies geschehen darf, ist indes Verhandlungssache. Derzeit wird über eine neue Werbesatzung im Stadtgebiet diskutiert. Auslöser dafür war das fehlende Firmenlogo in den roten Fahnen der Oldesloer Sparkasse an der Hagenstraße. Der Stadtverordnete Uwe Rädisch (CDU) hatte auf diesen Umstand hingewiesen und kritisiert, dass dies die geltenden Bestimmungen so vorschreiben. Da die Werbesatzung aus dem Jahr 1988 stammt und bis auf einige Änderungen heute noch so gültig ist, hat die Verwaltung nun einen neuen Satzungsentwurf ausgearbeitet, der den aktuellen Bedürfnissen eher entsprechen soll. Das aus 16 Paragraphen bestehende Papier liegt derzeit zur Einsicht bis zum15. August im Oldesloer Stadthausaus. An der Debatte, wie mit Kundenstoppern, Nasenschildern und anderen Anlagen zu verfahren ist, können sich auch Geschäftsinhaber und Gewerbetreibende beteiligen.

"Ein Gewinn ist auf jeden Fall, dass die Zonen der Stadt zusammengefasst wurden und alles übersichtlicher geworden ist", lautet die erste Reaktion von Susanne Reling-Peters, der Vorsitzenden der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK). Der Entwurf sieht verschiedene Gebiete vor, da etwa in der Fußgängerzone ganz andere Bedingungen herrschen als in einem Gewerbegebiet. Wie die Satzung im Detail zu bewerten sei, solle zunächst auf einer Vorstandssitzung der GOK und dann in einer Mitgliederversammlung diskutiert werden, sagte Reling-Peters.

Eine feste Meinung hat sich dagegen schon Marco Schmidt, der Filialleiter des Modehauses Rohde, gebildet. Er kritisiert, dass die Warenständer, die in der Fußgängerzone vor dem Geschäft aufgestellt werden dürfen, in der Höhe stark beschränkt sind. "Da hängt unsere Ware ja auf dem Boden", sagte er. Zudem sei es nicht gerade förderlich, wenn die Anzahl der Ständerauf drei, maximal vier reduziert werden soll.

Bei Eva-Marie Bruszies rennt Schmidt mit diesem Einwand offene Türen ein. "Die Stadt will von uns Gewerbesteuern haben. Dass sie uns andererseits so beschneidet, geht gar nicht", sagte sie. Die Ständer mit Kinderkleidung seien wichtig, damit die Kunden gleich erkennen, was in ihrem Geschäft verkauft wird. Im Übrigen sorgten die Waren im Außenbereich dafür, dass die Fußgängerzone belebt ist.

Ähnlich äußerte sich gestern auch eine Verkäuferin eines Gemischtwarenladens an der Hude, die nicht namentlich genannt werden möchte. Sie gab an, dass der Umsatz zurückgehen würde, wenn sich die Passanten nicht schon draußen einen Überblick über das Warensortiment verschaffen können.

"Da haben wir wohl etwas zu früh eröffnet", meinte wiederum Katja Wehland vom Reformhaus. Sie zeigte sich überrascht, dass das Anbringen von so genannten Nasenschildern oder Auslegern jetzt möglicherweise erlaubt werden soll. Als sie vor einigen Monaten die Außenwerbung für ihre neuen Geschäftsräume in der Mühlenstraße beantragt hatte, sei dies noch nicht gestattet gewesen. Deshalb prange jetzt nur ein abnehmbares Banner an der Fassade. "Das müssen wir jeden Morgen hoch oben anbringen und abends wieder reinholen", sagte Katja Wehland. Sie findet, dass Nasenschilder ideal sind, weil sie den Kunden auf unaufdringliche Weise schon von Weitem signalisieren, welche Geschäfte es in einer Straße gibt. Sollte die neue Satzung dies künftig zulassen, will sie auf jeden Fall dafür sorgen, dass ein solcher Ausleger fest an der Außenwand des Reformhauses angebracht wird.