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Pressespiegel

02Jul

Lübecker Nachrichten vom 2. Juli 2014

Vereinschefin kämpft weiter für das Hospiz. Obere Baubehörde legt Veto gegen die Bebauung des Grundstücks in Oldesloe ein.

Sabine Tiedtke vom Förderverein Lebensweg

Es ist ein Unterschied, ob ich mit dem Bett in die Natur geschoben werde oder an die Lorentzenstraße.“ Sabine Tiedtke, Förderverein „Lebensweg“

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Sichtlich enttäuscht, aber keineswegs resigniert wirkte Sabine Tiedtke, als sie beim Bau- und Planungsausschuss der Stadt vorsprach. Die Vorsitzende des Fördervereins "Lebensweg", die sich für den Bau eines stationären Hospizes in Bad Oldesloe einsetzt, monierte, dass sie nicht hinzugezogen wurde, als es einen Ortstermin auf dem von ihr favorisierten Grundstück am Schwarzen Damm gegeben hat. Aus planerischer Sicht hatte es Bedenken gegen den Standort gegeben, weshalb Vertreter der hiesigen Kreisverwaltung und der oberen Baubehörde das Gebiet am Stadtrand von Bad Oldesloe in Augenschein genommen hatten.

Das Ergebnis der Beratung gab Bauamtsleiter Thilo Scheuber bekannt. Demnach waren sich alle Beteiligten darin einig, dass das Grundstück innerhalb eines Grüngürtels liege, der unberührt bleiben solle. Zudem handele es sich bei einem Hospiz um eine Wohnbebauung, die außerhalb der Siedlungsachse von Bad Oldesloe nicht entstehen dürfe. Da dies im Regionalplan so festgelegt sei und auf parlamentarisch beschlossenen Gesetzen beruhe, bestehe kaum Aussicht auf eine Abweichung. Das Gebiet sei zudem Kleingärten vorbehalten, so sehe es der rechtsverbindliche Bebauungsplan vor. Laut Scheuber haben die Baufachleute jedoch Alternativstandorte für ein Hospiz in der Innenstadt vorgeschlagen.

Damit wollte sich Sabine Tiedtke nicht zufrieden geben. Sie führte an, dass der Grünzug eigentlich gar nicht mehr besteht, da auf der gegenüberliegenden Straßenseite drei Häuser errichtet wurden. Im Übrigen gebe es kaum ein anderes Projekt in der Stadt, das so viel Zustimmung genieße, wie der Bau des Hospizes. Alle politischen Fraktionen stünden dahinter und in der Bevölkerung genieße der Plan ebenso von allen Seiten Zustimmung. Das in Frage stehende Grundstück am Schwarzen Damm sei nicht nur ideal, weil es kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, sondern auch barrierefrei bebaut werden könne. Der Standort sei zudem wichtig für das inhaltliche Konzept. "Es besteht doch ein Unterschied ,ob ich mit meinem Bett in die Natur geschoben werde oder an die stark befahrene Lorentzenstraße",sagte Tiedtke. All das hätte sie gern selbst den Vertretern der Baubehörde erklärt.

Dass die Hospiz-Initiatorin nicht zum Termin geladen war, bedauerte auch die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Fraktionsübergreifend wurde Kritik an der ungenauen Karte der Regionalplanung geübt, nach der das Grundstück außerhalb der Siedlungsachse liegen soll. "Der Plan ist nichtparzellenscharf ausgewiesen", sagte Uwe Rädisch (CDU). Deutlicher lasse sich das Gebiet nicht darstellen, sagte Nicole Rowe vom Sachgebiet Planung und Umwelt. Hartmut Jokisch (Grüne) sagte, dies könne als Argument gegen die Ausgrenzung des Grundstücks angeführt werden.

Thilo Scheuber versprach, einen neuen Termin mit der Oberen Baubehörde zu vereinbaren, an dem Sabine Tiedtke teilnehmen kann.