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Pressespiegel

03Jul

Stormarner Tageblatt vom 3. Juli 2014

Veto: Hospiztraum geplatzt? Oldesloer Bauausschuss will pauschale Ablehnung nicht hinnehmen / Vermittlungsgespräch mit Kiel.

Bad Oldesloe

Es klang ja auch zu schön um problemlos über die Bühne gehen zu können. Die Landesplanung in Kiel hat Bedenken gegen die Oldesloer Hospiz-Pläne erhoben.

Die Oldesloerin Sabine Tiedtke kämpft für die Errichtung eines stationären Hospizes in Bad Oldesloe. Ein Grundstück könnte sie geschenkt bekommen, eine Architektin hat einen Entwurf gefertigt (wir berichteten). Zahlreiche Spender unterstützen das Vorhaben, alle Oldesloer Parteien stehen hinter dem Projekt.

Einziges Problem an der Geschichte: Das vorgesehene Grundstück liegt etwas außerhalb, nach aktueller B-Plan-Lage dürfte es nicht bebaut werden. So hatten es Bauamtsmitarbeiter im Bauausschuss mitgeteilt. Dessen Mitglieder wollten sich damit nicht zufrieden geben und verlangten, dass die Verwaltung eine B-Plan-Änderung prüfen lässt. Und siehe da: Erste Schreiben vom Kreis und dem Innenministerium klangen hoffnungsvoll; es wurden zwar Auflagen genannt, aber keine K.-o.-Kriterien. Später fand aber ein Gespräch zwischen den Rathausmitarbeitern und der Landesplanung in Kiel statt. Ergebnis, so Bauamtsleiter Thilo Scheuber: "Eine Änderung des B-Plans würde vom Land kassiert und nicht genehmigt werden." Die Bebauung durchbreche einen Grünzug und liege außerdem außerhalb der Abgrenzung der Siedlungsachse - Aus der Traum.

Sabine Tiedtke war, obwohl sie ausdrücklich darum gebeten hatte, über den Termin nicht informiert, ganz zu schweigen davon, dass sie eingebunden gewesen wäre. Vor allem weil der Bürgermeister ihr anfangs gesagt habe, "die Stadt möchte das an dem Ort nicht", keimt der Verdacht auf, das Grundstück könnte in Kiel vielleicht nur halbherzig vertreten worden sein.

Für Sabine Tiedtke ist die Sache klar: "Es geht inzwischen um mehr als nur um Baurecht. Ich habe einen großen Bürgerauftrag." Der angeführte Grünzug sei an der Stelle ohnehin unterbrochen, da auf der gegenüberliegenden Straßenseite bereits drei Häuser stünden. Der Standort im Grünen, die fertige Planung und das geschenkte Grundstück seien "ganz große Vorteile", findet die Initiatorin. Sabine Tiedtke: "Jeder sollte für sich mal überlegen, ob er im konkreten Fall ins Grüne gerollt werden möchte oder an die Lorentzenstraße."

Für die Bauausschussmitglieder gab es an der Stelle keine Diskussion. Sie wollen an dem Standort festhalten. Die Regionalplanung, auf die sich das Innenministerium beruft, sei gar nicht "parzellenscharf" eingezeichnet. Der "Siedlungsbereich" ist nur ein mit einem dicken Edding gemalter Kringel auf der Karte. Das Hospiz-Grundstück liegt genau an der Grenze. "Diese Unschärfe in der Regionalplanung ist doch gewollt", sgte Wilfried Janson von den Grünen. Das müsste sich argumentativ nutzen lassen, waren sich alle einig.

Bauamtsleiter Thilo Scheuber versprach, einen neuen Termin mit der Landesplanung zu vereinbaren. Andreas Olbertz