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Pressespiegel

27Jun

Lübecker Nachrichten vom 27. Juni 2014

Personal für Ganztag muss aufgestockt werden. Stellenkonstellation an Stadtschule ist unzureichend.

Bad Oldesloe - Die Personaldecke für den gebundenen Ganztag an der Oldesloer Stadtschule ist angespannt. Aus pädagogischer Sicht seien die Erzieher an der Grenze der Belastbarkeit, sagte Schulleiterin Sabine Prinz im Bildungs-, Kultur-und Sozialausschuss. Eine abschließende Bewertung zum Ganztag soll es im August geben.

Sabine Prinz wies zudem daraufhin, dass die Stadtschule in besonderem Maße auf verlässliche Betreuer angewiesen sei. Die tägliche Verweildauer der Schüler sei mit 7,5 bis neun Stunden sehr hoch. Hinzu komme, dass es sich bei der Stadtschule um eine "Brennpunktschule" handele. Zu einem Drittel kämen die Mädchen und Jungen aus sozial und familiär problematischen Verhältnissen. Insofern bedürften sie einer intensiveren Betreuung.

Bislang hat die Stadt als Schulträger 3,5 hauptamtliche Erzieherstellen finanziert, die die Schüler im Kinderatelier, der Lego-Education oder anderen Angeboten betreuen. Da sie das Pensum nicht allein schaffen, wurden zudem Honorarkräfte für 50 Wochenstunden hinzugezogen. Inzwischen ist aber bei einer Prüfung aufgefallen, dass es arbeitsrechtlich nicht gestattet ist, pädagogisches Personal auf dieser Basis zu beschäftigen. Deshalb sollen die Honorarkräfte jetzt feste Verträge bekommen.

Daraus ergeben sich für den Zeitraum vom 1. August bis Ende des Jahres zusätzliche Honorarkosten von 22 300 Euro. Darin enthalten sind 8 800 Euro, die nötig sind um die Erzieher, die derzeit eine Dreiviertel-Stelle ausfüllen, in Vollzeit zu beschäftigen. Zusätzlich soll eine weitere Teilzeitstelle (75 Prozent) geschaffen werden, was für dieses Jahr 13 500 Euro ausmacht. 2015 schlagen die zusätzlichen Personalkosten für den Ganztagsbetrieb in der Stadtschule im Oldesloer Etat mit 55 000 Euro zu Buche.

Ausschussvorsitzende Annelie Strehl (FBO) kritisierte, dass das Land einen großen Teil der Personalkosten der Schulen inzwischen auf die Kommunen abwälze. Dem pflichteten andere Mitglieder des Gremiums bei. Das Land gebe nur15 Euro pro Stunde für die Organisation der Ganztagsbetreuung, was zu wenig sei. "Die Stadt sattelt kräftig drauf", sagte auch Fachbereichsleiter Thomas Sobczak.

Sabine Prinz wies darauf hin, dass im schulischen Alltag die Frage keine Rolle spielen dürfe, wer die Betreuung finanziere. "Ich kann einem Kind, das Probleme hat, nicht sagen: Warte drei Jahre bis eine Entscheidung gefallen ist", sagte sie. Im Gespräch mit den LN erklärte die Schulleiterin, dass die Pädagogen nicht nur während der zusätzlichen Angebote, sondern zuweilen auch im Unterricht helfend eingreifen müssen. "Wenn ein traumatisiertes Kind aus Afghanistan im Unterricht zusammenbricht, muss sich jemand speziell darum kümmern." Der Gebundene Ganztag sei zudem ein tolles Konzept, das Schülern aus problematischen sozialen Verhältnissen gute Chancen biete, sich persönlich zu entwickeln. Und dies lasse sich eben nur mit kompetentem Personal bewerkstelligen. dvd