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Pressespiegel

20Jun

Lübecker Nachrichten vom 20. Juni 2014

Kulturmanager soll sich aufs Kerngeschäft konzentrieren. Oldesloer Hauptausschuss sprach sich gegen die Bildung eines neuen Fachbereichs aus.

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe - Selten fallen in den Oldesloer Gremien Abstimmungen so einhellig aus. Was die Struktur des neuen Kulturmanagements in der Kreisstadt betrifft, so stimmten die Mitglieder des Hauptausschusses geschlossen für einen Antrag, den die SPD eingebracht hatte. Demnach soll für dieses Ressort kein eigener Fachbereich in der Verwaltung eingerichtet werden, so wie es die Beschlussvorlage ursprünglich vorgesehen hatte. Sie legte nahe, dass sich der Aufgabenbereich des Managers nicht allein auf die Organisation des neuen Kultur- und Bildungszentrums beschränken sollte, sondern auch für alle anderen Kultureinrichtungen in der Stadt, wie Bibliothek, Heimatmuseum oder Volkshochschule.

"Das Pferd würde von der falschen Seite aufgezäumt, wenn wir die Verwaltung ganz umbauen", begründete SPD-Fraktionschefin Maria Herrmann den Antrag. Es gelte so schnell wie möglich einen Manager einzustellen. Deshalb sei es jetzt hinderlich, die Stelle mit zusätzlichen Aufgaben zu befrachten.

Diese Auffassung vertraten auch die Grünen. "Was soll denn diese Lichtgestalt sonst noch alles bewerkstelligen?", wollte etwa Karin Hoffmann wissen. Sie stellte auch die Frage, ob schon darüber nachgedacht wurde, wie groß der Etat sein soll, über den ein Manager künftig verfügen solle. Wilfried Janson (Grüne) fügte hinzu, dass der Arbeitsaufwand nicht zu unterschätzen sei. Ein Kulturzentrum lasse sich nicht so nebenbei managen. Die Stadt gebe viel Steuergeld aus, jetzt müsse sie auch dafür sorgen, dass es ein Erfolg werde. "Der Saal muss voll ausgelastet sein, Konzerte müssen organisiert werden", sagte Janson.

Torsten Lohse (CDU) merkte an, dass der Manager ursprünglich nur operative Arbeiten im KuB ausführen sollte. Wenn es jetzt einen Fachbereich geben solle, müsse er noch Hilfe bekommen. Sinnvoll sei es, wenn die Verwaltung eine Gegenüberstellung liefere, welche Vor- und Nachteile die Bildung eines Fachbereich aufzeige.

Kämmerin Mandy Treetzen, die das Projekt KuB leitet, wies daraufhin, dass im zuständigen Arbeitkreis stets die Ansicht vertreten wurde, der Kulturmanager brauche nur eine halbe Stelle, da die Betreuung des Hauses keine Vollzeitaufgabe sei. In der Verwaltung habe man deshalb überlegt, dass es sinnvoll sei, sämtliche kulturellen Einrichtungen der Stadt, die bislang separat betreut werden, unter einem Dach zusammenzuführen. "Der Kulturmanager darf nicht nur Hausmeister sein, sondern soll auch VHS, Kulturbüro, Öffentlichkeitsarbeit und Bibliothek zusammenführen. Das Heimatmuseum gehört auch dazu", ergänzte Bürgermeister Tassilo von Bary.

Dem hielt Henrik Holtz (Linke) entgegen, dass die Stadt keine neue Verwaltungskraft brauche, "die von einer Fachbereichsleitersitzung in die nächste rennt." Auch er plädierte dafür, dass sich der Manager ganz der Betreuung des KuB widmen soll.

Maria Herrmann rief zur Eile auf. Noch vor den Sommerferien müsse eine Entscheidung fallen. Schließlich gelte es, die Ausschreibung vorzubereiten. Denn auch das anschließende Bewerbungsverfahren werde sich hinziehen. Zur nächsten Hauptausschuss-Sitzung soll nun eine neue Beschlussvorlage erarbeitet werden, die den Vorstellungen der Politik entspricht.